Die Bundesjugendspiele sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass das Schuljahr zu Ende geht. Daran hat sich seit Jahrzehnten nichts geändert. Was sich aber geändert hat: Wenn die Schüler heutzutage zum Sprint auf der Tartanbahn antreten, zum Weitsprung oder Schlagballwurf, dann sind sie perfekt gestylt. Sportschuhe, Funktionskleidung - und die Frisur muss sitzen.

Legendäre Sportstätte

Das war früher anders, wie unser Foto aus den sechziger Jahren zeigt. Das historische Bild entstand im legendären Georg-Hagen-Stadion des ATS Kulmbach in der Gummistraße (heute Brauereigelände). "Es waren absolut primitive Bedingungen", so der frühere Sportlehrer und Schulsportbeauftragte des Landkreises Kulmbach, Alfred Vießmann (80) aus Untersteinach. "Kaum eine Schule hatte eigene Sportanlagen", sagt Vießmann. "Die Sportstunden fanden auf einer Wiese oder auf einem Fußballplatz statt."

Für die Bundesjugendspiele pilgerten die Kulmbacher Schulen zum damaligen ATS-Stadion in die Mittelau, wo es eine Leichtathletikanlage gab. Beim Sprint auf der Aschenbahn wurde zum Teil barfuß gelaufen. Als Sportkleidung diente eine kurze Hose, ein Unterhemd oder einfach ein kurzärmeliges Hemd. Statt eines Startblocks wurden Löcher in die Aschenbahn gegraben.

Trotzdem sportlich

Soll aber keiner denken, dass deswegen die Leistungen schlecht gewesen wären. "Nein", sagt Vießmann, "die Leute waren vielfach sportlicher als heute." Man denke nur an den berühmten deutschen Sprinter Armin Hary, der 1958 auf der Aschenbahn Weltrekord lief: 10,0!