Das Feuer hatte damals für großes Aufsehen gesorgt. Am späten Nachmittag des 31. Mai 2012 geriet der Dachstuhl einer Schreinerei am Unteren Tor, mitten in Bayreuth, in Brand. Das Dachgeschoss und ein darunter liegendes Stockwerk wurden total verwüstet, ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten verletzt, den Sachschaden bezifferten die Brandfahnder später auf knapp 70.000 Euro. Schuld daran soll ein 32-jähriger Mann sein. Ihm wird vorgeworfen, das Feuer gelegt zu haben. Seit Mittwoch muss er sich dafür vor der Ersten Großen Strafkammer verantworten.
Es ist nicht das einzige Feuer, das der Mann gelegt haben soll, wenn auch das Spektakulärste. Mal brannten Altpapiercontainer an der Kulmbacher Straße, mal Mülltonnen, ein anderes Mal auch ein Bretterverschlag in dem Haus, in dem der Angeklagte selbst wohnte. Mittlerweile ist der 32-Jährige im Bezirkskrankenhaus untergebracht.
"Der Angeklagte neigt in Problemsituationen und nach dem Konsum von Alkohol dazu, ein Feuer zu legen", sagte der Staatsanwalt. Verantworten muss sich der Mann unter anderem wegen vierfacher schwerer Brandstiftung und mehrfacher Sachbeschädigung.
Über seinen Verteidiger ließ der 32-Jährige erklären, dass er die Taten nach wie vor abstreitet und keine weiteren Angaben macht. Lediglich zu seinen persönlichen Verhältnissen wollte er sprechen. Dabei wurde allen Beteiligten klar, dass der Angeklagten bislang nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens stand. Den Hauptschulabschluss um Haaresbreite verpasst, eine Maurerlehrer aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen, eine Mechanikerlehre ging daneben, weil die Firma pleite ging, und so weiter.
Trauriger Höhepunkt im Jahr 2004: Wegen eines Streits mit einem Mitschüler legte der Mann Feuer in einem Aufenthaltsraum. Die Konsequenz: sechs Jahre Haft wegen schwerer Brandstiftung. Der Mann hatte damals eine Lehre zum Landwirt begonnen. Während des Berufsgrundschuljahres musste er einen Kurs in Almesbach bei Weiden absolvieren. Dort kam es zu der Tat. Das Zimmer brannte damals vollständig aus, das Gebäude, in dem 16 Schüler untergebracht waren, wurde stark in Mitleidenschaft gezogen.
Doch damit nicht genug. Der Angeklagte wurde nach Absitzen von zwei Dritteln der Strafe auf Bewährung entlassen, kam aber seiner Verpflichtung, sich regelmäßig zu melden, nicht nach, bis er schließlich auch für das letzte Drittel noch mal einrücken musste. Richtige Arbeit hatte er seitdem nicht mehr gefunden. "Aufgrund der Vorstrafe war es schwierig, Arbeit zu finden", sagte er. Aus dem Betreuten Wohnen flog er raus, mit der Freundin ging alles schief und private Schicksalsschläge kamen hinzu.
Die Verhandlung wird am 9. April fortgesetzt. Dann sollen unter anderem der Vermieter und die Verlobte des Angeklagten aussagen.