Vor der Jugendkammer des Landgerichts Bayreuth wird am Donnerstag und Freitag der Kulmbacher Bierfest-Unfall neu aufgerollt. Die Eltern des getöteten 30-jährigen Fußgängers aus Weißenbrunn wollen das Urteil des Kulmbacher Jugendschöffengerichts nicht akzeptieren und haben Berufung eingelegt.

Im Prozess vor der Jugendkammer kommt das Geschehen in der Unglücksnacht noch einmal zur Sprache. An jenem Samstag im August 2012 wollte der junge Mann vom Bierfest nach Hause laufen - 19 Kilometer bis zum Weißenbrunner Ortsteil Eichenbühl. Um 4.45 Uhr auf der rechten, falschen Seite laufend und selbst mit 1,3 Promille alkoholisiert, wurde er auf der B 85 bei Ziegelhütten angefahren und tödlich verletzt. Er starb an der Unfallstelle.

Die Autofahrerin, eine damals 20-jährige Studentin, kam ebenfalls vom Bierfest und wollte trotz 1,4 Promille heimfahren. Nach dem Unfall hielt sie nicht an. Sie kam später mit ihrem Vater zurück und fand den Sterbenden im Straßengraben.

Aufgrund des Sachverständigengutachtens ging das Kulmbacher Gericht von einer Mitschuld des Fußgängers aus. Es verurteilte die Frau wegen einer vorsätzlichen Trunkenheitsfahrt und Unfallflucht zu 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit, Drogenscreening, Fortsetzung der psychotherapeutischen Behandlung und Zahlung der Verfahrenskosten einschließlich der Kosten der Nebenklage.