Der unvergessene Freddy Mercury, Sänger der Rockgruppe Queen, hat in einem Interview einmal gesagt: "Der Auftritt bei ,Live Aid' war wie eine Erweckung für uns als Band, das hat uns neuen Schub gegeben." Ein Name ist untrennbar verbunden mit den am 13. Juli 1985 zeitgleich veranstalteten gigantischen Benefizkonzerten in London und Philadelphia sowie dem damit verbundenen "Band Aid"-Programm: Bob Geldof. Der Ire hat Geschichte geschrieben mit der Verknüpfung von Musik und sozialem Engagement für die Dritte Welt.

Er mag keine Montage

Der heute 63-Jährige Robert Frederick Zenon Geldof hatte damals als Frontmann der Punk-Formation Boom town Rats selber auf der Bühne des Londoner Wembley-Stadions gestanden und unter anderem seinen Hit "I don't like Mondays" gesungen. Wie sich das Lied fast auf den Tag genau 30 Jahre später anhört, davon können sich die Kulmbacher am Donnerstag, 16.
Juli, überzeugen: Dann beehren Geldof und seine Band die Plassenburg. Der Auftritt beginnt um 20.30 Uhr (Einlass 19 Uhr).

Zufall beschert den Gig

Dass die Open-Air-Reihe mit einem leibhaftigen Sir geadelt wird (auch wenn Geldof als Staatsangehöriger der Republik Irland den von Queen Elisabeth II. verliehenen Rittertitel nicht offiziell führen darf), ist einem doppelten Zufall geschuldet: Veranstalter Matthias Mayer von Motion Kommunikation aus Bayreuth beschreibt die Entwicklung so: "Zunächst gab es ja die Terminüberschneidung bei Han's Klaffl, der seinen Auftritt in Kulmbach absagte. Ich selber stand ich mit dem Management von Bob Geldof bereits in Kontakt, weil wir eventuell fürs nächstes Jahr einen Auftritt in Aussicht hatten. Nun ergab sich, dass Geldof am Tag vor dem 16. Juli ein Konzert in Xanten am Niederrhein spielt, also ohnehin in Deutschland ist. Da haben wir Nägel mit Köpfen gemacht."
Als 14-Jähriger saß der Veranstalter selber vor dem Fernseher, als "Live Aid" fast 16 Stunden lang mit wechselnden Live-Einblendungen aus England und Amerika über die TV-Sender flimmerte. "Wer Musik-affin ist weiß, welche historische Persönlichkeit dieser Mann ist. Ohne alle anderen Künstler abwerten zu wollen: Ihn zu veranstalten, ist uns eine besondere Ehre."
Umgekehrt proportional zu seinem Bekanntheitsgrad verhält sich bei Bob Geldof offenbar die eigene Einschätzung: "Für einen Weltstar ist er äußerst bescheiden", sagt Matthias Mayer. Das zeige sich unter anderem an einer ganz schlichten Wunschliste für das Essen nach dem Auftritt. "Da habe ich von weniger bedeutenden Künstlern schon ganz andere Vorgaben erlebt." Auch die Nacht soll der Ire in Kulmbach verbringen und tags darauf zurück nach London fliegen. Für gewöhnlich ergreifen die Größen der Musikszene häufig schnell die Flucht, sobald sie von der Bühne gehen.

Der Song für Weihnachten

Musikalisch wird Bob Geldof bei seinem Konzert sicher auch die Hits aus der Boomtown-Rats-Ära anstimmen. Zudem hat er Titel aus dem 2011 erschienen Album "How to Compose Popular Songs That Will Sell" im Repertoire. Noch vor wenigen Wochen lief sein 1984 gemeinsam mit Midge Ure (Ultravox) komponiertes "Do they know it's christmas" im Radio rauf und runter, es gilt neben Whams "Last christmas" als meistgespieltes Weihnachtslied. Matthias Mayer schwärmt von den Live-Auftritten des Iren: "Er ist ein absoluter Profi, seine Bühnenpräsenz ist großartig."
Seine privaten Schicksalsschläge (2000 starb seine Frau Paula Yates) hatte Geldof in seinem 2001 erschienenen autobiographischen Album "Sex, Age & Death" musikalisch verarbeitet. 2014 eine neue Hiobsbotschaft für den 63-Jährigen: Tochter Peaches Honeyblossom starb an den Folgen des Heroinkonsums.


Ticketverkauf

Wer zum Konzert mit Bob Geldof will, bekommt ab sofort Karten, unter anderem in der BR-Geschäftsstelle am Kressenstein. Die Tickets kosten zwischen 49,90 Euro (Kategorie I) und 39,90 Euro (inklusive VVK-Gebühr).