Auch in Zeiten modernster Technik sind die Jagdhunde immer noch die treuesten und wertvollsten Begleiter der Jäger. Kreisjagdberater Clemens Ulbrich hat seine Flora. Fritz Maier, Chef der Bayerischen Staatsforsten in unserer Region, und sein Nando sind ein unzertrennliches Team. Der frühere Stadtsteinacher Revierförster Albin Schmidt hat immer einen Dackel im Schlepptau. Und der neue Stadtsteinacher Revierförster Patrick Lehmann nennt eine slowakische Schwarzwildbracke namens Banya sein Eigen. "Jagd ohne Jagdhunde ist einfach undenkbar", erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Jagdschutz- und Jägervereins Kulmbach, Otto Kreil. Aber was passiert, wenn es bei der Jagd zu einem Unfall kommt?


Wenn der Hund verletzt wird

Wildschweine können die wertvollen Hunde verletzen. Oder ein Hund kann auch mal angeschossen werden.
"Die Schadensfälle kommen zwar nicht häufig vor, aber es kann etwas passieren, deshalb möchten wir uns mit dem Thema Versicherung beschäftigen", so Kreil. Viele Hundehalter haben ihre Jagdhunde selbst versichert. Trotzdem wurde das Thema bei der Hauptversammlung in der Kommunbräu heiß diskutiert.

Kreil stellte verschiedene Versicherungsmodelle vor. Der Bayerische Jagdverband biete für alle Mitglieder eine Versicherung für Treib- und Drückjagden, für die Entenjagd, für die Baujagd und auch für die Maisjagd und fürs Nachsuchen an. Kostenpunkt: 5,50 Euro pro Mitglied. Für den Jagdschutz- und Jägerverein Kulmbach kämen so 1688,50 Euro im Jahr zusammen. Allerdings würden für den geprüften Hund im Todesfall 2000 Euro bezahlt, für den ungeprüften Hund 1000 Euro und für einen Nachsuchhund 3000 Euro. Tierarztkosten würden bis zu maximal 1000 Euro übernommen. Doch auf lange Frist müssten die Mitgliederbeiträge erhöht werden, sagte Kreil zu dem Konzept.

Außerdem gebe es die Möglichkeit, eine private Einzelhundversicherung abzuschließen. Kosten: rund 80 Euro pro Jahr, inklusive Jagdhaftpflicht 90 Euro. Man könne auch eine Tiergruppenversicherung für die Jagd abschließen für rund 200 Euro pauschal für 26 Hunde.


Ein Fonds wird angelegt

Am Ende entschieden sich die Kulmbacher Jäger für ein eigenes Modell: Der Verein möchte einen Fonds über 5000 Euro anlegen. Und sollte es zu einem Schadensfall kommen, könne man sich daraus an den Tierarztkosten beteiligt und einen Zuschuss für einen Welpen gewähren. Abgesichert wären alle Mitglieder, auch bei Gesellschaftsjagden. Kreil: "Ich denke, das ist eine gute Lösung. Wir werden jetzt ein Jahr lang schauen, wie wir damit zurechtkommen."

Kreil zufolge habe der Verein aktuell 307 Mitglieder. Nach den Worten von Kassierer Andreas Schmidt steht der Jagdschutz- und Jägerverein Kulmbach auf einem soliden finanziellen Fundament.


Bank war aufmerksam

Allerdings habe es vor einigen Wochen einen betrügerischen Angriff auf das Vereinskonto gegeben. "Es ist versucht worden, 13.900 Euro auf ein Konto in Frankreich zu transferieren", sagte Vorsitzender Peter Müller. Ein Unbekannter sei wohl im Zuge des Landesjägertags an die Bankdaten und die Unterschriften gekommen und habe versucht, das Geld ins Ausland zu schaffen. Doch die Überweisung sei durch die Aufmerksamkeit der Bank verhindert worden. "Wir haben Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt", so Müller.

Bei den Wahlen wurde die Führungsriege im Amt bestätigt. Peter Müller und Otto Kreil führen auch in Zukunft den Verein. Kassierer bleibt Andreas Schmidt. Den Posten des Schriftführers gab Florian Losert an Stephan Meyer ab. Revisoren bleiben Peter Menz und Fritz Zeitler.

Außerdem wurden langjährige Mitglieder geehrt: Hugo Losert, Peter Menz, Alfred Reuschlein, Rainer Gäbelein, Klaus Zapf und Berthold Höhn sind dem JJV Kulmbach seit 40 Jahren treu, Harald Kunert und Manfred Adameit seit 25 Jahren. Helmut Mühlbauer (50 Jahre) konnte die Ehrung nicht persönlich in Empfang nehmen.