"Wenn alles verqualmt ist und man hört das Knistern des Feuers, dann kann einem schon etwas mulmig zumute werden." Manfred Täuber spricht aus eigener Erfahrung. Der Atemschutzgeräteträger erinnert sich an einen nicht gerade einfachen Einsatz in einer Tennishalle am Goldenen Feld, wo es vor Jahren zu einem Saunabrand gekommen war. Alles in allem habe er bei seinen Einsätzen keine Angst gehabt, denn Angst, so der altgediente Feuerwehrkamerad, der heute als stellvertretender Gruppenführer, Oberlöschmeister und Atemschutzgerätewart bei der Kulmbacher Wehr tätig ist, sei ein schlechter Ratgeber.


Am Mittwochabend hat er Schutzanzug und Atemschutzmaske gegen die dunkelblaue Dienstuniform getauscht: Oberbürgermeister Henry Schramm dekorierte ihn im Beisein von Landrat Klaus Peter Söllner und Kreisbrandrat Stefan Härtlein mit dem Staatlichen Ehrenkreuz in Gold.
Dem 56-Jährigen, der bei der Kulmbacher Brauerei als Maschinenführer arbeitet, steht die Freude ins Gesicht geschrieben: "Die Auszeichnung empfinde ich als eine tolle Anerkennung meiner langjährigen Tätigkeit bei der Feuerwehr."


Familientradition

Die wurde ihm in die Wiege gelegt. Schon sein Vater Karl und sein älterer Bruder Peter seien bei der Feuerwehr gewesen. Das habe ihn angespornt, es ihnen gleich zu tun. "Auch ich wollte Leben retten", sagt Täuber. Der gelernte Installateur ("Meine berufliche Ausbildung hat mir viel geholfen bei meiner Tätigkeit als Floriansjünger") schätzt die Kameradschaft und den Zusammenhalt innerhalb der Kulmbacher Wehr. Vor allem bei Einsätzen mit Atemschutz sei es wichtig, sich auf seine Kameraden verlassen zu können: "Da ist Teamarbeit gefragt. Man geht nämlich immer im Zweier- oder Dreier-Trupp hinein, wenn man zum Beispiel Personen aus einem brennenden und verqualmten Gebäude retten muss."

Neben Manfred Täuber wurden mit Thomas Schoberth (Hauptfeuerwehrmann und Maschinist) und Alexander Wölfel (Hauptfeuerwehrmann, Atemschutzgeräteträger und Maschinist) noch zwei weitere langjährige Mitglieder der Kulmbacher Feuerwehr geehrt, die das Staatliche Ehrenkreuz in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst erhalten.


Verdiente "Dauerbrenner"

Oberbürgermeister Henry Schramm würdigt die Verdienste der drei engagierten Floriansjünger: "Sie sind echte Leistungsträger in unserer Gesellschaft. Sie sind echte ,Dauerbrenner' für unsere Stadt Kulmbach und ihre Bürger." Schramm nutzte die Gelegenheit zu einem allgemeinen Plädoyer für die Bedeutung der Feuerwehr. Ausgehend von dem Werbeslogan der Freiwilligen Feuerwehren "Stell dir vor es brennt - und keiner kommt" gelangte er zu der Erkenntnis, dass ohne die Wehr, die überall anpacke, wo es im wahrsten Sinne des Wortes brenne, die oft lebenswichtige Hilfe nicht mehr rechtzeitig ankäme. "Im Kulmbacher Stadtgebiet wird sie von 490 Personen geleistet. Sie alle haben in diesem Jahr rund 5000 Einsatzstunden abgeleistet und das alles unentgeltlich", sagte Schramm.

Landrat Klaus Peter Söllner zog den Hut vor der "großartigen Leistung" der Feuerwehrleute. Ebenso wie Schramm hob auch er das gute Miteinander zwischen Stadt und Landkreis in Sachen Brandschutz hervor. Lobende Worte für die Geehrten fanden Kreisbrandrat Stefan Härtlein und der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Kulmbach, Heinrich Poperl.