Auf Weihnachten zu spielen die Hormone offenbar nicht selten verrückt. Auffällig wird die Beeinträchtigung des normalen Denkvermögens, wenn sich die betreffenden Leute ans Steuer ihres Wagens setzen. Es herrscht Anarchie auf dem Asphalt.

Zum Beispiel: ein ganz normaler Adventstag auf Kulmbachs Konsummeile in der Albert-Ruckdeschel-Straße. Die Schleicher sind unterwegs, die die Langsamkeit des automobilen Seins entdeckt haben. Dann schafft's halt nur ein Auto über die Ampel statt fünf oder sechs. Andere parken ganz locker mitten auf der Linie, die zwei Parkplätze abtrennen sollte. Und dass der Linksabbieger der letzte ist, der fahren darf, interessiert nur noch am Rande.

Aber es geht noch besser. Nachmittags in der Christian-Pertsch-Straße. Rechts stehen Autos, was sie auch dürfen.
Links parken Eltern, die ihren Sprößling vom Caspar-Vischer-Gymnasium abholen, ganz locker, aber verbotenerweise halb auf dem Gehsteig. Im speziellen Fall interessiert es einen Vater einen Sch...dreck, dass sich hinter ihm eine lange Schlange gebildet hat. Der Grund: Wo er parkt, ist es so eng, dass sich eine Frau (kein Hintergedanke!) mit ihrem Mercedes nicht durchzufahren traut. Auf die höfliche Frage, ob er ein Stück zur Seite fahren könnte, schnaubt er Vater los wie ein Vollbluthengst. Er stehe schon zehn Minuten hier, und wenn man eben nicht E-Klasse fahren könne ...

Wie hoch sein Blutdruck ist, wollen wir lieber nicht wissen - bevor er noch zubeißt.