In den letzten Monaten sind bayernweit grüne Oasen gesucht worden, die voller Leben sind. Das Ziel der Aktivitäten: die Naturgarten-Zertifizierung. Auch im Frankenwald hat der naturnahe Garten erfreulicherweise bei vielen Hobbygärtnern in den letzten Jahren wieder einen hohen Stellenwert eingenommen. "Naturgärten sind vielfältig, bunt, artenreich und ein Gewinn für Mensch und Natur", so die Argumente der Experten. Im "Café im Alten Haus" in Neundorf konnte den erfolgreichen Gartenbesitzern Urkunde und Plakette überreicht werden.

Zu finden sind die zertifizierten Gärten jeweils einer in Ludwigsstadt, Steinbach am Wald und Nordhalben, je zwei in Kronach, Marktrodach, Weißenbrunn und Küps, drei in Mitwitz und sogar fünf in Stockheim.

Die Auszeichnungen nahmen Gartenbaukreisvorsitzender Fritz Pohl aus Theisenort sowie Kreisfachberaterin Beate Singhartinger vor. Die Kreisfachberaterin sowie Gartenbauingenieurin Melanie Hohner hatten mit großem Zeitaufwand die Zertifizierung durchgeführt. Unterstützt wurden sie außerdem von Christine Bender aus Veitshöchheim. Die begrüßenswerte Aktion steht unter dem Motto "Bayern blüht - Naturgarten". Die bayernweit durchgeführte Naturgartenzertifizierung ist von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim organisiert worden. Nur wessen Garten der strengen Prüfung standhält, wird mit Plakette und Urkunde ausgezeichnet und darf seinen Garten als "Zertifizierter Naturgarten" betiteln.

Insgesamt hatten sich 2020, im ersten Jahr, in dem die Bewertung im Landkreis Kronach angeboten wurde, 24 engagierte Gartenbesitzer für eine Zertifizierung angemeldet. Auch die, die heuer ohne Auszeichnung blieben, können im nächsten Jahr einen erneuten Versuch starten, denn die Kampagne wird auch 2021 fortgesetzt.

Für 2021 anmelden

Beate Singhartinger: "Interessierte Gartenbesitzer können sich ab Frühjahr 2021 bei der Kreisfachberatung im Wasserschloß Mitwitz anmelden. Für die Auszeichnung müssen eine ganze Reihe von Bedingungen erfüllt sein, damit das Prädikat erteilt werden kann. Daher ist es zu empfehlen, sich vorab auf den Internetseiten des Bayerische Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege oder des Kreisverbandes Kronach über die genauen Modalitäten und konkreten Bewertungskriterien zu informieren. Unter die Muss-Kriterien fällt dabei: Verzicht auf chemischen Dünger und Pflanzenschutzmittel sowie Torf und eine hohe Biodiversität."

Bei den "Kann-Kriterien" gehe es um den Einsatz heimischer Pflanzen, das Vorhandensein von Wiesenelementen und Wildkräutern, um die Anwendung von Mischkulturen, die Existenz von Komposthaufen sowie das Einbringen naturnaher Materialien und die Verwendung von Regenwasser.

Kreisvorsitzender Pohl würdigte das Engagement von Beate Singhartinger und Melanie Hohner. Ziel der Zertifizierung sei es, so Fritz Pohl, mit biologisch vielfältigen Gärten ein Zeichen zu setzen und einen Gegentrend zur Monotonie des englischen Rasens oder der leider immer häufiger zu sehenden Schottergärten aufzubauen. "Mit der Natur leben", so Fritz Pohl. Nach der Verleihung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, den zertifizierten Garten der Familie Wagner in Burgstall zu besichtigen.

Die ausgezeichneten Naturgärtner

Folgende Familien erhielten Urkunde und Plakette: Ruth und Klaus Birkner, Burggrub, Manfred Drechsler, Stockheim, Christiane Exner, Seelabach, Elisabeth und Gerd Fleischmann, Stockheim, Armin Hanke, Kronach, Ernst Knobloch, Neukenroth, Sabine Konrad-Schwämmlein, Leutendorf, Jürgen Kotschenreuther, Windheim, Familie Pezold; Marktrodach, Sandra Schedel, Weißenbrunn, Karl Schmidt, Theisenort, Kerstin Schmidt-Müller, Theisenort, Hella und Franz Schuberth, Weißenbrunn, Christa Steiger, Marktrodach, Ulrike Wagner, Burgstall, sowie Christina Zehnter, Neukenroth.