Die Festung Rosenberg galt einst als uneinnehmbar. Diese Zeiten sind längst vorbei. Wenn es heißt "Die Festung rockt", dann erstürmen zwischen 1000 und 2000 Rockfans den äußeren Wallgraben, dann donnern statt Kanonen Bässe und Schlagzeuge.

In diesem Jahr geht das Festival des Kronacher Jugend- und Kulturtreffs "Struwwelpeter" am Samstag, 30. Mai, über die Bühne. Während die überregionalen Top-Bands zwar noch ein wohl gehütetes Geheimnis, aber ihre Engagement bereits in trockenen Tüchern sind, bleibt eine Frage offen: Welche drei regionalen Kapellen musizieren auf der barocken Festungsanlage?

Geklärt wird sie beim Vorentscheid am Samstag, 31. Januar, ab 19 Uhr im Jugend- und Kulturtreff "Struwwelpeter" in Kronach. Fans aus Nah und Fern sind wieder aufgerufen, nach Kronach zu fahren und für ihre Lieblingsbands abzustimmen.
Die drei Gruppen mit den meisten Stimmen dürfen dann beim Freiluftfestival mitspielen.

Wer erinnert sich noch an das Peestener Open Air vom vergangenen Jahr? Damals sorgte ein zusammengewürfelter Haufen aus dem Jura, der Fränkischen Schweiz und der Oberpfalz, der sich "Cycoside" nennt, für Stimmung. Bassist Jörg Bergmann aus dem Weismainer Ortsteil Fesselsdorf und seine Freunde, Schlagzeuger Frank Bauernschmitt und Gitarrist Andre Müller entfachten einen musikalisch heftigen Hardcore-Orkan, der die Besucher regelrecht mitriss. Im Auge des Rock"n"Roll-Tornados hüpfte Sängerin Nathalie Dombrowski grollenden und zürnend herum.

Auch solo und mit akustischer Gitarre ist Sandro Weich von der Lichtenfelser Formation "Petty Tyrant" eine Wucht. Wie ein Wasserfall rauschen die rhythmisch und melodisch aneinandergereihten Silbenfolgen ohne Wortbedeutung aus seinem Mund. Die Schellen an seinen Schuhen lassen seine Füße zu einem Rhythmusinstrument werden, während eine Loop-Maschine das rhythmische Schlagen seiner Hände auf den Gitarrenkörper aufnimmt und bei Bedarf sein akustisches Gitarrenspiel mit Songs aus eigener und fremder Feder klanglich bereichert.

Bei der Gruppe "Angiz" um den Kronacher Rappoeten Mario Brozek, stimmt alles zwischen Reimen und Riffs. Das wissen die Besucher des Lichtenfelser Jugendzentrums, wo die Combo beim Vorentscheid zu Rock in Oberfranken zwar nicht aufs Siegertreppchen sprang, sich aber in die Herzen so mancher Fans sang.

Mit ihrem coolen Stonerrock setzte sich die Bayreuth-Hofer Formation "Pilgrimage" beim Bayreuther Vorentscheid "Rock in Oberfranken" durch. Sänger Felix Berthold, Bassist Markus Gäßlein, die beiden Gitarrist Bastian Bühling und Ferdinand Pezold sowie Schlagzeuger Aaron Klinger bilden die Coburg-Kronacher Kapelle "The Bitch Joined In", die sich den Stilen Metalcore und Alternative Rock verschrieben haben.

Wer auf Bluesrock, Classic Rock oder Rock"n"Roll steht kommt bei der Coburger Band "Woodrock" auf seine Kosten. In ein ähnliches musikalisches Horn bläst auch das Coburger Ensemble "Stolen Twice", das sich eine Mischung aus Jazz, Rock, Blues und Pop auf ihre Fahnen geschrieben hat. Komplettiert wird das Programm von der Kronacher Kapelle Pyra, die nach eigenen Angaben Rock spielt.

Die Auftrittszeiten

19.40 bis 20 Uhr "Stolen Twice" (Coburg/Jazzrock)
20.10 bis 20.30 Uhr "Woodrock "(Coburg/Rock"n"Roll)
20.40 bis 21 "Uhr Pyra" (Kronach/Rock)
21.10 bis 21.30 Uhr "Cycoside" (Oberfranken und Oberpfalz/Hardcore)
21.40 bis 22 Uhr "The Bitch Joined in" (Kronach und Coburg/Metalcore und Alternative)
22.10 bis 22.30 Uhr "Pilgrimage" (Bayreuth und Hof/Stoner Rock)
22.40 bis 23 Uhr "He Told Me To" (Lichtenfels/Singer/Songwriter und Pop)
23.10 bis 23.30 Uhr "Angiz" (Kronach/Hip Hop/Rock)