Die AfD zieht aus dem Stand in den Landtag ein. Mit rund 10,3 Prozent erreichte die Alternative für Deutschland am Wahlabend auf Landesebene. Eigentlich ein Jubelabend für die neue Partei im Landtag - eigentlich.

"Es gibt keinen Grund zum Feiern. Mit dem Gesamtergebnis können wir nicht ganz zufrieden sein", sagt Detlef Rauh, Direktkandidat der AfD im Stimmkreis Kronach/Lichtenfels. Hoffnung auf ein besseres Abschneiden hatte das Ergebnis der Bundestagswahl 2017 gegeben: damals holte die AfD in Bayern 12,4 Prozent der Zweitstimmen. Bei der Landtagswahl liegt die Zweitstimme nach aktuellen Hochrechnungen bei rund 10,3 Prozent.

Die Partei könne froh sein, es mit einem zweistelligen Ergebnis in den Landtag geschafft zu haben. Auch dass man an der SPD vorbeigezogen ist, sei ein Erfolg. Doch damit hört es für den Weißenbrunner auch schon auf."Persönlich hätte ich mir ein besseres Ergebnis gewünscht", sagt der 65-jährige Rauh.

Auf Platz zwei der AfD-Oberfrankenliste ist er ins Rennen um die aktuell 22 Sitze der AfD im Landtag gegangen. Die Chancen, dass er in das Münchner Maximilianeum einzieht, standen nach den Wahlprognosen gut. Doch jetzt muss er bangen.

Es wird knapp für Rauh

11,16 Prozent der Erststimmen konnte Rauh für sich gewinnen. Damit liegt er auf Platz vier der Direktkandidaten im Stimmkreis. Insgesamt konnte die AfD im Stimmkreis Kronach/Lichtenfels 11,20 Prozent (8280 Stimmen) der Zweitstimmen einfahren. Mit 17 Prozent konnte Rauh in Tschirn die meisten Erststimmen holen. "Ich nehme es, wie es kommt. Morgen geht die Arbeit normal weiter", sagt Rauh. Ob es für ihn für den Einzug in den Landtag reicht, ist für den 65-Jährigen am Wahlabend fraglich. "So, wie es ausschaut, wird es nicht reichen. Ich habe keine große Hoffnung auf den Landtag." In Bayern gebe es andere Bezirke, die stärker seien.

Besonders überrascht habe Rauh das starke Abschneiden der Freien Wähler. Ihnen käme in Bayern vor allem ihr konstantes Wählerpotenzial zugute. Themen wie die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung hätten die Freien Wähler vorangebracht. Ebenso sei der Aufschwung der Grünen unerwartet gekommen.

Keine weiteren Ambitionen

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Sollte es Rauh nicht in den Landtag schaffen, werde er weiterhin Parteimitglied bleiben. Für Aufgaben in der Öffentlichkeit, etwa den Kreisvorsitz, wird er sich aber nicht zur Verfügung stellen. "Ich habe lange überlegt, ob ich mich überhaupt zur Verfügung stelle", sagt der 65-Jährige. Am Montag nach der Landtagswahl will sich Rauh erst einmal wieder auf seine Arbeit konzentrieren.