Seit gut sechseinhalb Jahren steht Nico Karger in Diensten des TSV 1860 München. In den vergangenen Monaten hat die Karriere des gerade 23 Jahre alt gewordenen Fußballers einen Schub erhalten, der selbst für ihn etwas überraschend gekommen ist, denn seit Ende November gehört er dem Profikader des Zweitligisten an.
"Nach dem letzten Regionalliga-Spiel unserer U21 gegen Memmingen dachte ich eigentlich, dass für mich die Winterpause beginnt. Doch dann wurde mir gesagt, dass ich ab sofort mit den Profis trainieren solle", blickt Nico Karger zurück. Bei den Trainingseinheiten blieb es allerdings nicht, denn schon eine Woche später stand er im Aufgebot gegen den FSV Frankfurt und konnte sogar sein Zweitliga-Debüt feiern, denn er wurde in der 63. Minute eingewechselt.

Allerdings konnte der 23-jährige Angreifer die schmerzliche 0:1-Heimniederlage nicht verhindern, ebenso wenig einige Tage später das Pokal-Aus gegen den VfL Bochum, als er in der letzten Viertelstunde ebenfalls zum Einsatz kam. Im letzten Punktspiel vor der Winterpause, beim 0:3 in Freiburg, stand er erneut im Aufgebot, kam jedoch nicht zum Einsatz.


Konkurrenz ist größer geworden

Auch in der Vorbereitung und beim Trainingslager in Spanien war Nico Karger fester Bestandteil des Profikaders und hinterließ im Trainerstab einen guten Eindruck. Dass er am Samstag in der Münchner Allianz-Arena im Derby gegen den 1. FC Nürnberg dabei sein würde, war allerdings nicht unbedingt zu erwarten. Schließlich haben sich die abstiegsgefährdeten "Löwen" in der Winterpause mit namhaften Akteuren verstärkt, und die Konkurrenz um einen Platz in der Mannschaft ist deutlich größer geworden.
Da liegt es auf der Hand, dass Benno Möhlmann zum Wiederauftakt normalerweise zunächst auf erfahrene Spieler wie Maximilian Beister (Mainz 05), Levent Aycicek (Werder Bremen), Jan Mauersberger (Karlsruher SC) oder Sascha Mölders (FC Augsburg) setzt. Der weitere Neuzugang Goran Sukalo (Greuther Fürth) fällt dagegen verletzt aus.
Als der Trainer nach dem Abschlusstraining am Freitag das Aufgebot bekannt gab, hatte Nico Karger dennoch Grund zur Freude, denn er sitzt heute zumindest auf der Bank. Und natürlich fiebert er dem Derby gegen den "Club" entgegen, nicht nur wegen der Kulisse von über 50 000 Zuschauern, die erwartet werden. "Das wird ein schweres Spiel, aber ich denke, dass wir mit 2:1 gewinnen", sagt der 23-Jährige, der auch im Abstiegskampf optimistisch ist. "Es schaut zwar derzeit nicht gerade gut aus, aber wir werden es schaffen!"
Auch bei seinem Heimatverein FC Kronach wird die positive Entwicklung Kargers, die er seit der Verpflichtung von Benno Möhlmann genommen hat, mit großem Interesse verfolgt. Schließlich spielte er über ein Jahrzehnt lang in den verschiedenen Jugendmannschaften des FCK, ehe er zunächst zur SpVgg Bayreuth und dann zum TSV 1860 München wechselte. Im April 2018 feiert der FC Kronach sein 110-jähriges Bestehen, und da haben Vorsitzender Franz Bauer und sportlicher Leiter Frank Gareis eine Idee: "1860 München als Zugpferd und Nico Karger in der Startelf - das wäre was!", wünschen sich die beiden.