Bereits ein Jahr vor Inkrafttreten der Spielkreisreform des Bayerischen Fußball-Verbandes hatte der damalige Kreisspielleiter auf die Folgen hingewiesen: "Es ist gut möglich, dass die bisher starren lokalen Grenzen zwischen Kronach und Coburg/Lichtenfels aufgelöst werden", hatte der vor einem Jahr verstorbene Helmut Dinkel bei einer Zusammenkunft der Kreisligisten im April 2011 gesagt und hinzugefügt: "Vereine an den geographischen Schnittstellen können bei der Neuordnung dann variabel eingeteilt werden."
Diese Folgen sind mittlerweile vor allem in der Kreisliga offensichtlich: Bis zur Saison 2011/12 spielte diese in der Regel mit 15 Mannschaften, und alle kamen aus dem Landkreis Kronach.
Künftig sind es deren nur noch elf.
Mit der Spielkreisreform, die zur Saison 2012/13 eingeführt wurde, wurde die Zahl der Kreisligisten auf Wunsch der Vereine auf 16 erhöht, und bereits da wurden erstmals mit der SG Roth-Main und dem FC Burgkunstadt II zwei Mannschaften von außerhalb des Landkreises in der Kronacher Spielklasse eingeteilt.
Ein Jahr später kam mit dem SCW Obermain eine dritte hinzu. Und wären nicht im Frühsommer 2014 zwei Meister aus den vier Kreisklassen aus dem Landkreis Kronach gekommen (FC Wallenfels und TSF Theisenort) und hätte nicht auch der FC Burggrub den Aufstieg geschafft, wäre die Zahl der Kronacher Kreisligisten schon vor dieser Saison weiter gesunken.

So wenige wie nie zuvor

Dies ist nun mit einem Jahr Verzögerung zur neuen Saison verstärkt eingetreten: Erstmals stellt der Landkreis Kronach nur noch elf Kreisligisten, so wenige wie noch nie zuvor. Mit dem FC Marktgraitz und dem TSV Marktzeuln sind im Gegenzug zwei weitere Teams aus dem Landkreis Lichtenfels hinzugekommen.
Der Grund ist ganz einfach: Seit der Spielkreisreform sind nur hiesige Mannschaften aus der Kreisliga Kronach abgestiegen; es waren mindestens drei, teilweise sogar vier. Obwohl auch immer wieder Vereine aus der Bezirksliga aufgenommen werden mussten, konnte dies durch heimische Aufsteiger aus der Kreisklasse nicht ausgeglichen werden. Die Zahl der Kronacher Kreisligisten wurde immer geringer.
Konnten nämlich bis dahin nahezu jedes Jahr die Vizemeister der Kreisklasse Kronach den Aufstieg feiern, oft auch die Drittplatzierten und manchmal gar die Tabellenvierten, so ist dies mittlerweile nicht mehr möglich. Jetzt kann nur noch der Vizemeister den Aufstieg schaffen, und dies in der Regel nur über die Relegation. Im Spielkreis 2 Coburg/Kronach müssen nämlich alle vier Vizemeister der Kreisklassen die gleiche Chance haben, und deshalb muss die Relegation mit allen Mannschaften durchgeführt werden. Den Vorteil, den der Kronacher "Zweite" gegenüber den Vizemeistern aus Coburg, Lichtenfels und dem Itzgrund hatte, gibt es nicht mehr.
Ist mit künftig fünf Teams aus dem Raum Lichtenfels in der Kreisliga Kronach das Ende der Fahnenstange erreicht? So lange nur immer Vereine aus dem Frankenwald absteigen und auch den Meister stellen, wird das wohl nicht der Fall sein. Eine Kreisliga mit jeweils acht Vereinen aus den Kreisen Kronach und Lichtenfels in einigen Jahren ist also durchaus denkbar.
Im gleichen Zug wie die Zahl der heimischen Kreisligisten geringer wird, steigt diejenige der Kronacher Kreisklassisten. 21 sind es künftig wieder, wie schon einmal in der Serie 2013/14, und sie sind in drei verschiedene Klassen aufgeteilt. Ohne die Spielkreisreform würden Vereine wie der SV Fischbach, Wacker Haig, SV Gifting, TSV Küps oder SSV Oberlangenstadt womöglich in der Kreisliga auf Punktejagd gehen.