Nach zweijähriger Pause ist der ASV Kleintettau zurück in der Bezirksliga. Ab dem Sommer wird sich die Mannschaft dann mit dem SV Friesen und dem FC Mitwitz darum streiten, wer die Nummer 1 im Landkreis Kronach ist. Wenn sie an die Leistung anknüpfen kann, die sie über weite Strecken der abgelaufenen Kreisliga-Saison gezeigt hat, ist ihr eine gute Rolle in der Bezirksliga durchaus zuzutrauen.
Dass der Meistertitel so souverän erspielt wurde, hat auch Christian Ruß überrascht. "Klar wollten wir oben mitspielen, aber das wollten vier oder fünf andere richtig starke Mannschaften auch", sagt der Vorsitzende. "Dass es von Anfang an so bombastisch für uns läuft, hätte ich nicht für möglich gehalten."


Auch glückliche Siege

Teilweise habe die Mannschaft überragend gespielt, aber teilweise habe es auch glückliche Siege gegeben, erinnert sich der
Vorsitzende. "In den vielen knappen Spielen hat uns unsere Kaltschnäuzigkeit ausgezeichnet. Da waren wir in den entscheidenden Momenten etwas cleverer als unsere Gegner und haben deren Fehler gnadenlos ausgenutzt."
Bis zum 28. Spieltag sah es so aus, als könnten die "Glasmacher" sogar die Serie ohne Niederlage beenden. Dann mussten sie sich aber beim SV Wolfers-/ Neuengrün erstmals geschlagen geben (0:2), und zum Abschluss setzte es gegen den ebenfalls abstiegsgefährdeten TSV Steinberg mit 1:4 die einzige Heimniederlage. "Am Schluss war bei den Spielern die Luft raus und die Anspannung weg. Da verlierst du dann schon einmal gegen einen Gegner, der mit aller Macht gegen den Abstieg kämpft und entsprechend zu Werke geht", sagt Christian Ruß.
Maßgeblich für den deutlichen Vorsprung, der am Ende wieder etwas zusammen geschrumpft ist, war, dass die direkten Vergleiche gegen die Konkurrenz mit einer Ausnahme gewonnen wurden. Gegen Marktzeuln und Ludwigsstadt holte der ASV je vier Punkte, gegen den SCW Obermain und den SV Friesen II je zwei Siege ohne Gegentor. Nur gegen den FC Stockheim (zwei Remis) und gegen die "Wölfe" (ein Remis, eine Niederlage) gelang kein Sieg.
Maßgeblichen Anteil am Erfolg hat nach Überzeugung von Christian Ruß der neue Trainer Christian Häusler, der seit Beginn der Saison 2015/16 offiziell im Amt ist. "Seine Verpflichtung war für uns ein absoluter Glücksgriff. Er ist ein Fachmann und lebt für den Fußball", schwärmt der Vorsitzende. Von der Trainingsarbeit Häuslers hat ganz offensichtlich auch die zweite Mannschaft profitiert. Die ASV-Reserve wurde Vizemeister in der A-Klasse 6 und hat nun gute Chancen, über die Relegation in die Kreisklasse aufzusteigen. Sie trifft am kommenden Dienstag in Windheim auf den SV Buchbach.
Große Veränderungen zur neuen Saison erwartet Christian Ruß nicht. "Wir wollen uns schon etwas verstärken, aber spruchreif ist noch nichts", sagt er. Abgänge sind auch nicht zu erwarten. Dass die Vorfreude im Kleintettauer Lager auf die neue Bezirksliga-Saison groß ist, versteht sich von selbst, obwohl noch offen ist, in welcher Staffel der ASV spielen wird. Das dürfte erst nach Ablauf der Relegation klar sein.