Die Eisenbahnfreunde Rodachtalbahn Nordhalben stehen mit ihrem Vorsitzenden Ralf Ellinger vor großen Herausforderungen: Die 130 Mitglieder zählende Interessengemeinschaft, die in den letzten Jahren geradezu Spektakuläres im Bereich der Eisenbahnhistorie geleistet hat, muss zwischen Mauthaus und Dürrenwaid eine Eisenbahnbrücke sanieren. Zudem steht die turnusmäßige Hauptuntersuchung der beiden Museumsfahrzeuge an.

Das im Volksmund auch als Goldbachbrücke bekannte Brückenbauwerk wurde zuletzt Mitte der 1930er Jahre erneuert und muss aufgrund von Schäden saniert werden. Eigentlich war der Wiedereinbau laut Ellinger bereits vor Aufnahme der Saison im April geplant. Allerdings hat die Bezuschussung über einen bestimmten Fördertopf nicht geklappt und die Absage kam erst Mitte Juli. Nachdem aufgrund der Pandemie der Museumsbahnbetrieb in diesem Jahr nicht aufgenommen werden konnte, fehlen dem Verein die notwendigen Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf und der Durchführung von Sonderfahrten.

Zusätzlich steht in diesem Winter die turnusmäßige Hauptuntersuchung der beiden historischen Schienenfahrzeuge aus dem Jahr 1959 an. Die Frist für die Berechtigung, Personenverkehr durchzuführen, läuft zwar erst Ende Mai nächsten Jahres ab. Die notwendigen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten dauern erfahrungsgemäß jedoch mehrere Monate, so dass die beiden Schienenbusse bereits im Lauf des Oktobers in die Werkstatt überführt werden müssen, damit zu Ostern 2021 der Betrieb wiederaufgenommen werden kann. Nach Abschluss der Arbeiten dürfen die Fahrzeuge wieder bis zu acht Jahre eingesetzt werden.

Ziel: Erlebnisbahnhof

Ferner hat der Verein im vergangenen Jahr auch noch den denkmalgeschützten Bahnhof Nordhalben erworben, um darin als Ergänzung zur bestehenden Museumsbahn einen Erlebnisbahnhof im Stil der 1960er Jahre einzurichten. Die Sanierung wird jedoch aufgrund der vorrangigen Investitionen an der Strecke und den Fahrzeugen noch einige Jahre dauern.

Dringlichste Maßnahme ist hier die Sicherung des Nebengebäudes, in welchem zu Zeiten des regulären Bahnbetriebes die Toiletten, eine Waschküche und eine Holzlege untergebracht waren. Da das Dach bereits einsturzgefährdet ist, muss der Verein zumindest eine Notsicherung durchführen, damit die Schäden nicht noch größer werden.

Die Kosten für die Brückensanierung sowie die Arbeiten an den Fahrzeugen schlagen laut der Kostenvoranschläge mit circa 170 000 Euro netto zu Buche. Dazu kommen noch die Ausgaben für das im schlechten Zustand befindliche Nebengebäude. Da dem Verein die erforderlichen Eigenmittel zur Finanzierung der Investitionen fehlen, hat sich der Vorstand entschieden, über das Crowdfunding die erforderlichen Gelder einzusammeln. Über den Link www.startnext.com/rodachtalbahn-in-not kann jeder, der den Verein bei der Fortführung der touristischen Attraktion unterstützen möchte, einen fínanziellen Beitrag leisten. Je nach Zuwendung erhalten Spender ein Dankeschön. Bedingung für die Auszahlung der Zuwendungen ist jedoch, dass die vom Verein benötigte Summe auch tatsächlich erreicht wird.

Spenden erbeten

"Auf der Homepage des Vereins sind unter www.rodachtalbahn.de weitere Informationen über das Projekt eingestellt. Hierüber können auch reguläre Spenden gegen eine Spendenbescheinigung geleistet werden", so Vorsitzender Ralf Ellinger.

Seit der Wiedereröffnung der verbliebenen elf Kilometer langen Teilstrecke zwischen Steinwiesen und dem Endbahnhof Nordhalben mit der Schienenbusgarnitur - besser bekannt als der "Rote Brummer" - haben seit September 2007 an die 130 000 Besucher dieses außergewöhnliche Angebot genutzt. Fakt ist: Bis dato ist das nostalgische Eisenbahnangebot im Tal der Rodach zu einer Erfolgsgeschichte geworden.

In den letzten Jahren haben sich die Mitglieder dafür mächtig ins Zeug gelegt. So konnte 2017 der denkmalgeschützte Bahnhof Dürrenwaid mit großem finanziellen Aufwand saniert werden. Ein weiterer Kraftakt war im letzten Jahr die Erneuerung des Bahnübergangs an der Teichmühle bei Steinwiesen. Allerdings sind die weiteren Vorhaben durch die Corona-Pandemie ganz erheblich erschwert worden. Der Grund: Es fehlen die Einnahmen aus dem Bahnbetrieb mit dem "Roten Brummer".