Die Förderoffensive Nordostbayern könnte einen Investitionsschub nach Nordhalben bringen, erhoffen sich die Marktgemeinderäte einhellig. Denn aus diesem Fördertopf könnten Mittel in Höhe von bis zu 90 Prozent für nötige Investitionen fließen. "Der Leerstand soll ein anderes Gesicht bekommen", wünschte sich Horst Wolf (genannt Schmidt).
In der Junisitzung, die in den letzten Maitagen stattfand, genehmigten die Marktgemeinderäte vier konkrete Projekte.


"Projekt über mehrere Jahre"

Eines der ortsbildprägenden Häuser ist das Anwesen der Metzgerei Lautenschläger in der Lobensteiner Straße. "Wir wollen konkrete Ideen entwickeln, was man aus dem Sandsteingebäude machen könnte", erklärte Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW). Nicht nur die Gemeinderäte sollen in die Entscheidungsfindung eingebunden werden, sondern auch die Bürger sollen Vorschläge ausarbeiten können. "Das ist sicherlich ein Projekt, das sich über mehrere Jahre hinziehen wird", erklärte der Bürgermeister.


Neue Bauplätze?

Auch das Haus in der Roseninsel 30, das schon sehr verwittert ist, soll zurückgebaut werden. Eventuell kann der Platz mit Grün gestaltet werden, Parkplätze könnten angelegt werden. Außerdem wurden Fördermittel für den Rückbau der Häuser in der Schloßbergstraße 24 und 26 und für die ehemalige Werkstatt in der Neuen Gasse 46 gestellt werden. Der Markt möchte die Anwesen zum Preis, den ein Gutachter ermittelt, erwerben und die "Schandflecken" dann beseitigen. Bürgermeister Michael Pöhnlein stellte klar, dass in der Schlossbergstraße möglicherweise neue Bauplätze geschaffen werden können. Bislang wurde über alle Projekte in Nordhalben, die in Angriff genommen werden sollen, nur nichtöffentlich beraten. Manfred Köstner (CSU) machte sich dafür stark, die Bevölkerung nun einzubinden und über den Sachstand zu informieren. Auch Horst Wolf (genannt Schmidt, FW) befürwortete dies. "Das sind Maßnahmen, die das Gesicht Nordhalbens verändern werden. Das muss mit den Bürgern besprochen werden", so Wolf.


Haushalt einmal mehr ohne Neuverschuldung


Die Haushaltssituation im Markt Nordhalben ist alles andere als rosig. Denn Nordhalben ist weiterhin Konsolidierungsgemeinde, muss weiter einen strengen Sparkurs fahren. Trotzdem herrschte bei der Verabschiedung des Zahlenwerkes eitel Sonnenschein.


917 000 Euro aus Rücklagen

Der Verwaltungshaushalt hat ein Volumen in Höhe von 3,056 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt ein Volumen von 2,587 Millionen Euro. Aus dem letzten Jahr, legte Bernd Daum (FW) offen, fließen 917 000 Euro aus Rücklagen in den aktuellen Haushalt.
Die größten Ausgaben sind in diesem Jahr das Regenüberlaufbecken (653 000 Euro), die Realisierung des Projektes Nordhalben-Village für Selbständige zur beruflichen Expansion (427 000 Euro), für Förderprojekte im Rahmen der Förderoffensive Nordostbayern (369 000 Euro) und für den Breitbandausbau (266 000 Euro). "Allein unsere Investitionen belaufen sich auf zwei Millionen Euro", so Daum. Keine Investitionen allerdings sind für die Straßensanierungen berücksichtigt. "Aber 2018 kommt wieder Schwung in den Straßenbau", kündigte der Zweite Bürgermeister Ludwig Pötzinger (FW) an, nachdem Manfred Köstner (CSU) bemängelt hatte, dass schon 2016 keine Gelder für Straßensanierungen bereit gestellt worden sind. "Wir müssen jetzt die Vorbereitungen treffen, dass nächstes Jahr wieder in die Straßensanierung investiert werden kann", so Köstner.


"Sehr viel Positives"

Der Zweite Bürgermeister betonte, dass der Haushalt 2017 "sehr viel Positives" habe. "Die Situation ist nicht einfach, aber wir sind auf einem guten Weg. Auch wenn der Weg steinig ist, die Richtung stimmt", so Pötzinger. Schon zum zweiten Mal in Folge kommt der Markt Nordhalben ohne Neuverschuldung aus, trotzdem können Investitionen getätigt werden. Auch Horst Wolf (genannt Schmidt) zeigte sich mit dem Zahlenwerk zufrieden. "Wir liegen zum ersten Mal seit 1994 mit unseren gesamten Schulden wieder unter der Drei-Millionen-Grenze", erklärte Wolf.


Kämmerer war im Urlaub

Schließlich beantragte der Zweite Bürgermeister die in der Haushaltssatzung vorgesehene Verpflichtungsermächtigung zu streichen. Auch in den vergangenen Jahren war diese nicht vorhanden. Pötzinger hat sich bei der Kommunalaufsicht erkundigt, dass der Haushalt genehmigungsfrei sei, wenn keine Verpflichtungsermächtigung vorhanden ist.
Schließlich verabschiedeten alle Marktgemeinderäte aus Nordhalben einhellig die Haushaltssatzung (ohne Verpflichtungsermächtigung) und brachten den Finanzplan 2016 bis 2020 auf den Weg. Der Kämmerer war bei der Verabschiedung nicht zugegen, sondern weilt im Urlaub.


Gemeinderat in Kürze


Veranstaltungstafel Die Veranstaltungstafel am südlichen Ortsausgang Norhalbens soll neu gestaltet werden, erklärte Horst Wolf (genannt Schmidt) und stellte Planungen vor, die er gemeinsam mit Albert Färber (FW) ausgearbeitet hat. Diese Planungen sollen jetzt weiter konkretisiert werden.

Beach Party Der Betreiber des Cafés Kitsch - Markus Welsch - möchte am 5. August im Naturbad Nordhalben eine Beach Party veranstalten. Die Party soll um 20 Uhr beginnen, bis etwa 3 Uhr dauern. Partylustige sollen die Möglichkeit haben, anschließend auf einer nahegelegenen Wiese zu zelten. Toiletten sollen es allerdings nicht geben, erklärte Welsch auf Nachfrage. "Für die Nacht gibt es dann nur Natur", erklärte Welsch.Welsch konzipiert die Veranstaltung für rund 400 Besucher, organisiert auch eine "Security" (pro 100 Besucher ist ein Security-Bediensteter erforderlich). Die Marktgemeinderäte befürworteten die Veranstaltung einhellig.

Vertrag Wegen des Radwegebaus vom Langenrain zum Kreisel schloss der Markt Nordhalben mit dem Freistaat Bayern einen Vertrag. Die Maßnahme soll vom Staatlichen Bauamt Kronach durchgeführt werden. Das Staatliche Bauamt soll auch für die Installation einer Laterne zur besseren Ausleuchtung des Kreisels sorgen, der Markt Nordhalben trägt dafür die Kosten. ad
ad