Nachdem der Bürgermeister auf die Aufforderung des Landratsamtes reagiert hat und ein Konzept an das Landratsamt geschickt hat, findet nun am 12. November im Landratsamt Kronach ein Gespräch zwischen allen Beteiligten - Vertretern der Gemeindeverwaltung Nordhalben, deren Ingenieurbüro, dem Landrat und dem Wasserwirtschaftsamt als zuständige Prüfstelle - statt.

Das bestätigte der Sprecher des Landrats, Stefan Schneider heute Vormittag auf Nachfrage.
Die Gemeinde Nordhalben habe einige Varianten vorgelegt, wie die Mischwasserentsorgung in Nordhalben geregelt werden könnte. Diese wurden vom Wasserwirtschaftsamt geprüft und sollen nun also am 12.
November diskutiert werden.

Zum Hintergrund: Weil es bei Starkregen an verschiedenen Punkten in der Gemeinde zu Überlastungen im Kanalsystem und letztlich zu unkontrolliertem Abfluss in die Kläranlage kommt, steht seit einigen Jahren der Bau eines Regenüberlaufbeckens in der Diskussion. Mit diesem könnte der Abfluss des Regenwassers in die Kläranlage quasi reguliert werden und damit eine Verbesserung der Situation erreicht werden. Allerdings würden die Kosten von rund 700 000 Euro letztlich auf die Bürger umgelegt werden. Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) möchte dies den Nordhalbenern allerdings ersparen.

Weil dem Landratsamt bis Anfang September kein tragfähiges Konzept vorgelegen hat, wie die Gemeinde das Problem lösen will, und eine unter Auflagen erteilte Genehmigung für die Mischwassereinleitung Ende des Jahres ausläuft, übte die Behörde Druck auf die Gemeinde aus und setzte eine Frist bis 10. September. Bis dahin sollte sie nicht zuletzt wegen der auslaufenden Genehmigung ein tragfähiges Konzept und entsprechende Planungen vorlegen, wie die Mischwasserentsorgung künftig erfolgen soll. Das hat die Gemeinde Nordhalben dann auch getan, das Antwortschreiben aus Nordhalben ging am 3. September im Landratsamt ein. Das Wasserwirtschaftsamt prüfte daraufhin die vorgelegten Varianten.

Landratsamt-Sprecher Stefan Schneider sprach damals sogar von einem ordnungswidrigen Verhalten des Bürgermeisters, wenn "vorsätzlich und fortgesetzt über einen längeren Zeitraum" entsprechend gehandelt wird. Dies scheint der Fall gewesen zu sein, weil die erforderlichen Unterlagen trotz Aufforderung Anfang September noch nicht vorgelegen haben. In einem Schreiben vom 21. August wurde deshalb dem Bürgermeister sogar ein Bußgeld von bis zu 50 000 Euro angedroht.