Das Frei- und Hallenbad Crana Mare ist sanierungsbedürftig. In den kommenden Monaten soll geklärt werden, wie das Bad in Zukunft aussehen soll.

"Es besteht dringender Handlungsbedarf", betont der Leiter der Stadtwerke, Jochen Löffler. Aufgrund des langen und warmen Sommers im vergangenen Jahr hätten zwar mehr Bürger als in den Jahren zuvor das Crana Mare aufgesucht. "Rausgerissen aus dem finanziellen Loch hat es uns das aber nicht", betont Löffler und verweist auf ein jährliches Defizit von rund einer Million Euro.

Klickt man derzeit auf die Homepage des Crana Mare, wird schnell deutlich, dass es Probleme gibt. Unter dem Punkt "Aktuelles" ist demnach zu lesen: "Aufgrund einer technischen Störung ist der Whirlpool voraussichtlich bis Mittwoch außer Betrieb!"

"Es ist fast jeden Tag etwas anderes", erzählt Löffler. Mal fallen Pumpen aus, Verdichtungen sind defekt usw. Permanent würden zwar Schönheitsreparaturen wie Austausch von Filtern oder die Erneuerung der Sitzbänke in der Dampfkammer vorgenommen. Aber das reiche nicht aus. Der Verschleiß nehme überhand.

Wie Löffler erklärte, ist der älteste Bereich des Crana Mare rund 50 Jahre alt. Anfang der 90-er Jahre wurde das Bad saniert und erweitert. Derzeit, so erklärt Jochen Löffler, werde der Bestand geprüft. Während die Stadtwerke die Anlagentechnik unter die Lupe nehme, werde die Bausubstanz von einem externen Fachbüro geprüft. Bis Ende Februar sollen Ergebnisse vorliegen. Danach werde man sich die Stadt mit dem Thema intensiver beschäftigen müssen. Dazu gehört auch abzuwägen, was sinnvoller sei, eine Generalsanierung oder eine "große Lösung". Damit meint er einen Neubau der Freizeitanlage.

"Das Crana Mare war eines der schönsten und modernsten Schwimmbäder in Oberfranken - diese Zeiten sind schon lange vorbei", betont CSU-Fraktionsvorsitzender Jonas Geißler. Er sieht dringenden Handlungsbedarf, wobei eine Sanierung auch in mehreren Teilabschnitten vorgenommen werden könnte.

Fakt sei für ihn jedoch, dass das Crana Mare attraktiver gestaltet werden müsse. "Eine Saunalandschaft würde mehr Besucher anziehen", ist er überzeugt. Zwecks Finanzierung der Maßnahmen hofft Geißler auf das staatliche Förderprogramm für Schwimmbäder durch Bund und Land Bayern. Zudem könne er sich vorstellen, dass das Lehrschwimmbecken an der Realschule I, das ebenfalls sanierungsbedürftig ist, an das Crana Mare mit angedockt wird. Dann wäre der Landkreis mit im Boot. Das würde nicht zuletzt auch die Stadt finanziell entlasten.

Zügig handeln

"Wir müssen zügig handeln", ist SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Völkl überzeugt. Als einen der ersten Schritte müssten vertiefende Gespräche mit dem Landkreis wegen des Lehrschwimmbeckens geführt werden, schlägt Völkl in die gleiche Kerbe wie Geißler. Abgesehen von einer Kostenbeteiligung durch den Landkreis hätte dies weitere Vorteile. Völkl spricht in diesem Zusammenhang von einer "Entzerrung" durch ein dann zusätzliches Schwimmbecken. Bisher nutzen Besucher und Vereinsmitglieder, die für Meisterschaften und Wettkämpfe trainieren, gleichzeitig das Freischwimmbecken. Künftig würden diese getrennt sein. Völkl ist überzeugt: "Das Crana Mare wird eines der wichtigsten Projekte für die nächsten Jahre." Er begründet dies mit der Bedeutung des Schwimmbads für Sport, Freizeit und Tourismus.

Peter Witton (Grüne) spricht ebenso von einem Sanierungsbedarf beim Schwimmbad. Er hält es für notwendig, dass das Lehrschwimmbecken beim Sanierungskonzept mit berücksichtigt wird. Priorität habe für ihn aber die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Kronach und die Auszeichnung als fahrradfreundliche Stadt.

Auch Michael Zwingmann (FW) sieht dringenden Handlungsbedarf. Die Frage werde sein, ob eine Generalsanierung oder ein Neubau sinnvoller sei. Zuversichtlich ist er, dass die Kronacher beim Schwimmbad Unterstützung vom Freistaat erhalten.

Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU) spricht vom Crana Mare als einen Ort der Erholung und Entspannung. Andererseits sei diese Einrichtung auch Sportstätte für Schulen und Ausbildungszentrum für Rettungstaucher und Schwimmer. Für die Kreisstadt sei es von zentraler Bedeutung, das Schwimmbad als Attraktivität und aus Ausbildungsangebot zu erhalten. Sie spricht davon, dass nach der Überprüfung der Bausubstanz und einer Datenerhebung die Stadt weitere Schritte planen könne. Für Hofmann ist klar, dass die Stadt so eine gewaltige Investition nicht alleine wird stemmen können und auf Förderungen angewiesen ist. Auch kann sie sich den Landkreis als Kooperationspartner vorstellen.

Und falls es letztendlich zu "einer großen Lösung", also zu einem Neubau kommen würde? Hier sind sich die Befragten mit Blick auf den Standort einig: Ein neues Schwimmbad soll am gleichen Ort entstehen. Eventuell könnte der Parkplatz hinter dem Schwimmbad mit einbezogen werden.

Aber wie ist die Situation in anderen Kommunen?

Mit 20 Millionen Euro pro Jahr wollen die CSU und die Freien Wähler Kommunen unterstützen, die in nächster Zeit ihre Schwimmbäden sanieren müssen. Das ist im Koalitionsvertrag verankert, so der Wallenfelser Bürgermeister Jens Korn (CSU), der allerdings hinzufügt: "Das ist zu wenig."

In seinem Schwimmbad liegt ein Sanierungsstau in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro an. Investiert werden muss in Betriebstechnik und Bausubstanz. Diese Summe könne die Stadt Wallenfels angesichts ihrer Finanzsituation nicht aufbringen, so Korn.

Die Stadt hat sich nun, ebenso wie Ludwigsstadt, für Fördermittel aus dem Programm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen, Sport, Jugend und Kultur im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms (ZIP) des Bundes beworben. Eine Antwort steht noch aus.

1974 zuletzt saniert

Die Ludwigsstädter haben seit 1930 ihr Schwimmbad. Im Jahre 1956 wurde das Schwimmbecken erneuert. Die letzte umfassende Sanierung fand im Jahre 1974 statt, berichtet der geschäftsleitende Beamte Frank Ziener. Investiert werden müsse nun unter anderem in die Betriebstechnik und in die Beseitigung von Schäden am Beckenboden. Rund 4,4 Millionen Euro müssen Berechnungen zufolge aufgebracht werden, um diese einmalige Freizeiteinrichtung der fränkischen Rennsteig-Region attraktiver zu machen beziehungsweise um den aktuellen Erfordernissen anzupassen. Die Stadt hofft nun auf eine 90-prozentige Förderung. Fest steht für Ziener: "Wenn wir keine Förderung erhalten, können wir auch keine Sanierung durchführen."

Kein größerer Sanierungsbedarf besteht beim Naturerlebnisbad in Rothenkirchen. Bürgermeister Hans Pietz (FW) erklärt, dass diese Freizeiteinrichtung erst im Jahre 2002 eingeweiht wurde. Vor rund drei Jahren habe man die Sanitäreinrichtungen erneuert. Diese werden auch von den Nutzern des daneben liegenden Jugendzeltplatzes genutzt .

Seit dem Jahre 2007 hat Nordhalben mit dem Naturerlebnisbad eine besondere Freizeiteinrichtung. Laut dem geschäftsleitenden Beamten Joachim Ranzenberger stehen keine größeren Maßnahmen an. In Steinwiesen dagegen, so geschäftsleitender Beamter Rainer Deuerling, habe sich hingegen ein Sanierungsstau gebildet. In den vergangenen 20 Jahren wurden keine größeren Maßnahmen am und im Schwimmbad durchgeführt. Konkrete Planungen gebe es aber nicht. Katja Wich vom Bauamt Marktrodach spricht davon, dass beim "Rodach Beach" nahezu jedes Jahr Maßnahmen durchgeführt werden, um das Schwimmbad attraktiv zu halten.