Immer wieder bleibt jemand bei ihnen stehen. Vergisst seinen Hunger für einen Moment. Senkt seinen Blick zum Boden. Hält inne. Blumen in sämtlichen Farben und eine Kerze daneben ziehen in diesen Tagen alle Aufmerksamkeit auf sich, sind nicht zu übersehen. Die Kinder der Frau, die am Samstagabend tot in ihrem Auto auf dem McDonald's-Parkplatz in Marktrodach gefunden wurde, haben sie direkt am Schnellrestaurant niedergelegt. Genau an der Stelle, an der sie ihre Mutter verloren haben. Genau an der Stelle, an der sich für sie für immer alles verändert hat.

Doch nur ein paar Meter weiter, im McDonald's selbst, ist schon wieder alles wie immer: ein Kommen und Gehen an der Eingangstür, zig Bestellungen an der Theke und am McDrive. Normaler Betrieb. Mittendrin ein Auswärtiger, der genüsslich seinen Burger isst. Beim Kauen murmelt er: "Ich hab's im Radio gehört." Besonders betroffen scheint er allerdings nicht davon zu sein, dass genau hier erst vor ein paar Tagen eine Frau getötet wurde. Ganz im Gegensatz zu den Einheimischen, die ebenfalls bei einem Burger von nichts anderem reden können. Das Tötungsdelikt am Samstagabend ist Thema Nummer eins. "Es ist schon ein mulmiges Gefühl, hier zu sein. Früher ist so etwas nur in Amerika passiert, jetzt haben wir es hier bei uns", sagt Heidi Otte aus Kronach.

Beileid für die Familie
Ganz ähnlich sieht das Heike Totzauer aus Wallenfels. Auch sie ist fassungslos, kann gar nicht glauben, was passiert ist. Sie ist das erste Mal wieder im Mc Donald's, seit sich das Drama ereignet hat: "Es ist beklemmend, wenn man sieht, wo das Auto stand. Bei uns rechnet man mit so etwas nicht. Für die Familie tut es mir leid." Auch Christine Damaschke aus Wallenfels ist nach wie vor geschockt: "Das Menschliche lässt nach. Es ist schlimm für die Kinder."
Eine gute Freundin der getöteten hat ein Video zur Erinnerung an die dreifache Mutter auf youtube eingestellt.
Die Videos der Überwachungskameras des Schnellrestaurants werden derzeit laut Alexander Czech, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, ausgewertet. Doch unabhängig davon, was dabei und bei weiteren Ermittlungen heraus kommt, für die Kinder der Getöteten wird nichts mehr wie vorher sein. Die Blumen auf dem Parkplatz sind für sie nicht bloßer Blickfang, sondern vielmehr ein letzter Gruß an ihre Mutter.