Den Klimawandel könne man allein in Mitwitz leider nicht aufhalten, bedauerte Bürgermeister Oliver Plewa (CSU) an der letzten Gemeinderatssitzung, aber einen sinnvollen Beitrag dazu wolle man auf jeden Fall leisten. Impulse dazu kommen schon jetzt vor allem auch aus Richtung der LBV- (Landesbund für Vogelschutz)-Kreisgruppe Steinachtal/Kronach. Vorsitzender Ulrich Münch fasste ein paar Maßnahmen für die Räte zusammen.

"Zurück zur alten Bewirtschaftung." Was er damit meinte, war unter anderem das Mähen von Flächen zweimal pro Jahr mit Sensen und Balkenmäher, die Entfernung des Schnittgutes und den Rückschnitt von Gehölzstrukturen. So geschehen zum Beispiel am "Alten Bahndamm" Horb an der Steinach-Leutendorf. Ziel dieses Pilotprojektes sei es, die Artenvielfalt auf ausgewählten Flächen zu erhöhen und gleichzeitig den Pflegeaufwand der Kommunen zu verringern. Seine Vision: "Ein Lehrpfad mit Schautafeln und die Schaffung eines Biotopverbundes an den Fahrradwegen."

Aber das Projekt solle auch dazu dienen, Interesse zu wecken, vor allem für den Artenschutz. Es solle im besten Fall Menschen zum Umdenken bewegen und Ideen für den eigenen Garten liefern. Münch: "Man sollte Strukturen erhalten und lernen, dass auch mal was stehen bleibt, denn Tiere brauchen Rückzugsorte für die Überwinterung."

Bürgermeister Oliver Plewa bescheinigte der Gemeinde Mitwitz in Richtung Artenvielfalt "ein Riesen-Potenzial". Und das stecke vor allem auch im "Grünen Band", das ja gerade wieder in aller Munde sei. "Da sind wir unmittelbar dran." Plewa sprach von einem Prozess, der es möglich mache, entsprechende Flächen ökologisch zu bewirtschaften, einen Biotopverbund zu schaffen und einen "sanften Tourismus" zu entwickeln. "Aber es geht auch um Akzeptanz. Wir müssen das große Ganze im Auge behalten, denn all das muss letztendlich auch wirtschaftlich sein."

Am Ende forderte Ulrich Münch das Gremium dazu auf, genau das in die Öffentlichkeit zu tragen. "Diese Projekte sind vielleicht auch erklärungsbedürftig. Die Menschen müssen verstehen, was wir tun, warum wir es tun und was wir damit erreichen wollen."

Kosten liefen aus dem Ruder

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war die Planung der Wasserversorgung im Zuge der Sanierung der Kreisstraße KC 14. "Jetzt gibt es einen neuen Anlauf", versprach Plewa, denn das Thema sei ja nicht brandaktuell. Bereits 2019 habe man sich damit befasst, doch zu diesem Zeitpunkt seien die Kosten völlig aus dem Ruder gelaufen, deshalb habe man die Maßnahme erst einmal zurückgestellt. Jetzt müsse man als Gemeinde die anstehende Aufgabe erledigen. Dazu zähle vor allem die Sanierung von gemeindlichen Leitungen für Wasser, Abwasser und Regenwasser, aber auch sonstige Versorgungsleitungen.

Alte Wasserleitungen

Plewa hatte dazu Claudia Stephan vom Ingenieurbüro SRP eingeladen. Die kam auch ziemlich schnell auf den Punkt: Eine neue Wasserleitung soll auf etwa 800 Metern parallel zur alten gelegt werden. "Dabei bleibt die alte Leitung erhalten. Dort, wo das nicht möglich ist, würden wir eine Notleitung legen." Warum man nicht nur "punktuell" sanieren sollte, erklärte sie im Anschluss: "Weil es Förderungen auf Leitungssanierungen gibt. Aber dann muss man das halt in einem Stück machen." Und genau das mache auch Sinn, bestätigte Plewa, denn man spreche hier teilweise von Leitungen aus den 60er Jahren.

Einen kleinen Aufreger gab es am Ende dieses Tagesordnungspunktes, denn Jürgen Kern (SPD) setzte sich vehement dafür ein, dass auch die Telekom ihre Leitung erneuern sollte. Negativbeispiele gebe es ja genug. "Da wird eine Straße saniert und zwei Wochen später kommt die Telekom und reißt alles wieder auf. Das darf hier nicht passieren." Claudia Stephan hatte durchaus Verständnis für diese Argumentation, aber sie wies auch gleichzeitig darauf hin, dass man darauf so gut wie keinen Einfluss nehmen könne. "Das Thema ist schwierig, das gebe ich zu. Man findet oft ja nicht einmal einen geeigneten Ansprechpartner."

Am Ende der Sitzung wurde unter anderem einem Bauantrag auf 14 Garagen mit Anbau in der Gebrüder-Dötschel-Straße in Mitwitz stattgegeben.

Bürgermeister Oliver Plewa informierte eingangs über den Stand der unterschiedlichsten Projekte. Diesmal waren es sogar 18 Punkte auf seiner Agenda. Beim Thema "Kronacher Straße 3" verwies er auf den vom Ingenieurbüro Ruppert & Felder erstellten Schadstoffuntersuchungsbericht. "Das Leistungsverzeichnis für den Rückbau wird uns im Laufe dieser Woche zugesendet. Das Landschaftsarchitekturbüro Freiraumpioniere hat die Arbeit aufgenommen, um das Umfeld zu planen. Als nächstes wird ein Gespräch mit allen Anliegern stattfinden."

Kein feierliches Richtfest werde es aufgrund der Corona-Situation beim Kinderhort geben. Im "kleinen Kreis" wolle man es aber am 2. November feiern.

In Bezug auf den Radweg-Neubau Kaltenbrunn-Müß versprach er, dass man sich das erarbeitete Radwegkonzept des Landkreises rings um Mitwitz während einer der kommenden Sitzungen vorstellen lasse.

Zugestimmt habe der Bauausschuss einer Aufwertung des Vorbereiches des ehemaligen Pachtershofes zur Neundorfer Straße. Hierfür hole man gerade Angebote bei Landschaftsarchitekten ein. "Die Planungen sollen gemeinsam mit dem Eigentümer des Geländes erfolgen und auch brandschutzrechtliche Gesichtspunkte berücksichtigen. Eine Maßnahme könnte durch die Städtebauförderung bezuschusst werden."

Eine Nachfrage der CSU-Fraktion zur Temporeduzierung auf 30 km/h in allen Ortsteilen befinde sich in der Bearbeitung der Bauverwaltung. Betreffen wird dies die Ortschaften Burgstall, Kaltenbrunn, Schwärzdorf, Horb a. d. Steinach und Hof a. d. Steinach. "Bei allen anderen Ortsdurchfahrten handelt es sich um Kreis- oder Staatsstraßen, die sich unserem Zuständigkeitsbereich entziehen."

Aus dem Gemeinderat

Markt Ein neuer Markt soll künftig das Ortsbild bereichern. Derzeit sei Mitarbeiterin Claudia Schwämmlein damit beschäftigt, die Organisation voranzutreiben, so der Bürgermeister. Der Markt setze vor allem auf landwirtschaftliche Erzeugnisse und auf Lebensmittel. Stattfinden soll er künftig zweimal pro Monat und das jeweils an einem Donnerstag. Einen Starttermin könne man noch nicht nennen.

Außenauftritt Ziemlich genau dagegen konnte Plewa den Zeitpunkt für den Beginn des neuen Außenauftrittes der Gemeinde Mitwitz beziffern, nämlich den 12. November 2020. Dann wolle man im Rahmen der geltenden Corona-Beschränkungen eine Ideenwerkstatt veranstalten, falls es die Situation zulasse. Hier wolle man die Bürger in Form von Vertretern der unterschiedlichen Interessengruppen einbinden. Der Fahrplan sehe so aus: "Den bestehenden Auftritt analysieren und reflektieren, danach kommt die Vorstellung erster Entwurfsvarianten und schließlich die Vorstellung des neuen Auftrittes im Frühling 2021."

Wasser Zum Thema "Wasserversorgung Kaltenbrunn - Burgstall" verwies er darauf, dass man auch weiter in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt stehe. "Die Verunreinigung, die durch den Anschluss der Rohrleitungen an die Mitwitzer Wasserversorgung entstand, ist leider sehr hartnäckig. Allerdings haben sich die Werte bereits verbessert. Prophylaktisch wird trotzdem Chlor zugesetzt, um gesundheitliche Gefährdungen auszuschließen. Das, was hier passiert, ist nichts Alltägliches, deshalb gibt es auch keine Universallösung." Man arbeite mit Hochdruck an einer befriedigenden Lösung. Ausdrücklich lobte Plewa die Bemühungen von Wasserwart Nils Konradi.

Feldgeschworene Plewa erinnerte daran, dass man noch Personen suche, die sich als Feldgeschworene engagieren.

Verschiebung Die feierliche Verabschiedung des Altbürgermeisters Hans-Peter Laschka habe man aufgrund der Entwicklung der Corona-Pandemie auf einen späteren Zeitpunkt verschieben müssen.