Eigentlich hätten die Verantwortlichen der Kronacher Traditionsfirma Loewe in der übernächsten Woche den Aktionären bei der Hauptversammlung Rede und Antwort stehen sollen. Doch den ursprünglich geplanten Termin für das Treffen mit den Aktienbesitzern hat der Fernsehhersteller schon vor einigen Wochen abgesagt und verschoben. Zu groß die Wahrscheinlichkeit, dass es dann wenige Tage später erneut zu einer Hauptversammlung kommen würde - zwangsweise. Der Grund: Nach dem extrem verlustreichen Jahr 2012 (-29 Millionen Euro) liefen auch heuer die ersten Monate für Loewe schon wieder miserabel.

So wie es aussieht, ist die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt, was nach Aktiengesetz eine Hauptversammlung nötig macht. Jetzt soll es erst Ende Juli die ordentliche Hauptversammlung geben, ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Loewe kämpft ums Überleben.
Im Vergleich zum Vorjahresquartal ging der Umsatz in den ersten Monaten um 35 Prozent zurück, auf dem Hauptmarkt Deutschland sogar um 44 Prozent. Schon Ende März hatte sich somit ein Verlust in Höhe von beinahe zehn Millionen Euro aufgetan. Und die Marktschwäche hält an.

Jetzt soll nach dem Willen des Vorstands eine Kapitalerhöhung, bei der Millionen neuer Aktien ausgegeben werden könnten, dem angeschlagenen Fernsehhersteller Luft verschaffen.
Alte und neue Geldgeber sollen dann Loewe aus der Patsche helfen. Entscheidend in den nächsten Tagen und Wochen wird sein, ob Loewe einen neuen Investor findet. Die Suche laufe - mehr will man in Kronach dazu nicht sagen. In Branchenkreise ist die Rede, dass es Gespräche mit strategischen Interessenten aus Asien sowie Finanzinvestoren gebe.

Derzeit fährt Loewe die größte Werbekampagne in der 90-jährigen Firmengeschichte, unter anderem teure Fernsehwerbung, die in wenigen Tagen enden soll. Ob es etwas gebracht hat, wird sich im Juli zeigen. Ein schlechtes zweites Quartal und eine erfolglose Investorensuche würden die Lage beinahe aussichtslos werden lassen.