Wie der JU-Kreisvorsitzende, Markus Oesterlein, bei einem Pressegespräch am Freitagnachmittag erklärte, sei das Ziel, dass die Jugend mehr Gehör im Kreistag findet. Weiterhin will die Junge Union junge Menschen für die Politik begeistern und den Altersdurchschnitt im Kreistag senken. Bisher sei die Jugend in diesem Gremium nicht so stark vertreten.

Bei den vergangenen Kommunalwahlen waren die Mitglieder der Jungen Union mit zehn Kandidaten auf der CSU-Liste vertreten. Das ist zu wenig, finden die Mitglieder des Vorstands. Jetzt, mit einer eigenen Kreistagsliste, werden 50 junge Menschen für ein Mandat auf Kreisebene kandidieren.

Gezielte Werbeaktionen

Er habe schon feste Zusagen, sagt Oesterlein. Die restlichen 30 Plätze will die JU in den nächsten Wochen mit gezielten Werbeaktionen belegen. Er weist dabei darauf hin, dass ein Kandidat nicht unbedingt Mitglied in der Jungen Union sein müsse. Oesterlein ist erfreut, dass auch junge Menschen, die derzeit außerhalb des Landkreises studieren und später mal ihren Lebensmittelpunkt wieder in den Frankenwald verlegen wollen, Interesse für eine Kandidatur zeigen. "Das zeigt, dass diese Leute ihre Heimat wertschätzen und diese auch mit gestalten wollen".

Nur zehn Prozent der Abiturienten verbleiben nach dem Erhalt der Hochschulreife im Landkreis, erklärt er. 90 Prozent nehmen außerhalb der Region eine Berufsausbildung beziehungsweise ein Studium wahr. Wenn es gelingen würde, die Hälfte von denen in die Heimat zurückzuholen, wäre das eine Supersache.

Oesterlein und sein Team sind zuversichtlich, dass die Junge Union im nächsten Kreistag eine eigene Fraktion stellen kann. Laut Geschäftsordnung sind drei Kreisräte dafür erforderlich. Sie sind zudem überzeugt, dass mit einer eigenen JU-Kreistagsliste auch die Wahlbeteiligung gegenüber der letzten Wahl (damals waren es knapp 65 Prozent) steigen wird.

Obwohl viele JU-Mitglieder gleichzeitig auch das Parteibuch der CSU haben, gebe es einige Punkte, die seine Partei im Kreistag verstärkt angehen möchte, sagt Oesterlin. Beispielsweise sei es das Ziel, dass der Landkreis Kronach der mobilste innerhalb Bayerns wird. Als notwendig wird auch der Beitritt zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN). Aufgrund dessen, dass dadurch Pendler zu relativ günstigen Preisen an ihrem Arbeitsplatz in dieser Metropole kämen, würde auch die Heimatregion ein Stück attraktiver. Erfreut sei er deshalb, dass der Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr und JU-Landesvorsitzende, Hans Reichhardt, seine Unterstützung versprochen habe.

Kostenloser Schulweg

Weiterhin will sich der Politnachwuchs dafür einsetzen, dass die Fahrtkosten für Schüler der elften und zwölften Klassen vom Landkreis übernommen werden. Die jetzige Regelung, wonach die Eltern ab der elften Klasse selbst für die Fahrtkosten ihrer Kinder aufkommen müssen, sehen sie als Benachteiligung gegenüber den Eltern, die in der Kreisstadt wohnen.

An den Ausführungen der jungen Menschen wurde deutlich, dass der Jungen Union an einem attraktiven Gesamtbild gelegen ist. Dazu gehören neben der passenden Infrastruktur, die Digitalisierung, die Natur, das Handwerk, die Hochschulregion, der Tourismus, das Ehrenamt und die medizinische Versorgung. Tobias Wicklein beispielsweise sprach den gezielten Waldumbau und die Schaffung eines Waldkompetenzzentrums an. Für Susanne Heinlein ist bezahlbarer Wohnraum ein Schwerpunkt. Die ehemalige Bierkönigin Tina-Christin Rüger hat sich das Thema Tourismus auf die Fahne geschrieben. Marie Therese Wunder sprach vom Erhalt der Dorfbilder und Nahversorgung.

Rückendeckung von Baumgärtner

Und wie steht nun der Chef der Frankenwald-CSU den Plänen einer eigenen JU-Kreistagsliste gegenüber? "Baumgärtner reagierte anders, als wir erwartet haben", sagte Markus Oesterlein. Demnach soll der Landtagsabgeordnete das Vorhaben der JU als eine "super Sache" bezeichnet und Rückendeckung versprochen haben.

Markus Oesterlein meinte: "Also, ein Parteiausschlussverfahren gegen CSU-Mitglieder, die auf der JU-Kreistagsliste kandidieren, wird es nicht geben".