Eine breite Palette an historischen Themen greift die Bezirksgruppe Kronach des Colloquium Historicum Wirsbergense (CHW) in ihrem Jahresprogramm 2020/21 auf. Aktuell zählt der Geschichtsverein über 1700 Mitglieder, der in 17 Gruppen organisiert ist. Alljährlich bemühen sich die Verantwortlichen um ein attraktives Angebot. Die Bezirksgruppe Kronach mit ihren 130 Interessenten leitet seit mittlerweile 25 Jahren engagiert Diplomhistoriker Rudolf Pfadenhauer aus Küps. Wie in der Vergangenheit, so ist es auch diesmal gelungen, fachkundige Referenten zu gewinnen, die ihren Zuhörern ein facettenreiches Bild der Geschichte - örtlich oder regional - näher bringen. Die Vorträge finden im Vortragsraum der Kreisbibliothek Kronach, Am Schulzentrum 1, jeweils an einem Samstag ab 15 Uhr statt.

Hochinteressant ist gleich der Auftakt am Samstag, 17. Oktober, mit Dr. Natalie Gutgesell aus Bad Staffelstein. Sie wird über die Bamberger Malerin Maximiliana Herd, geboren 1812, berichten. Sie gehörte zu der ersten Generation von 49 Frauen, die zwischen 1813 und 1839 an der Königlichen Akademie der Künste in München studieren durfte.

Ortsnamen im Frankenwald

Und das sind die weiteren Themen beim Kronacher CHW: Am 7. November wird Dr. Joachim Andraschke, Bamberg, über die Ortsnamen des Frankenwaldes sozusagen als Leitfossilien der Geschichte referieren. Am 28. November folgt der Vortrag von Adrian Roßner, Zell i. F."Teufelsapfel und Gottesgeschenk, wie die Kartoffel zu uns kam."

Am Samstag, 16. Januar, hält Professor Dr. Klaus Eickels aus Bamberg den Vortrag "Seuchen in der Geschichte". Und am, 6. Februar, befasst sich der Stockheimer Hobbyarchäologe Gregor Förtsch mit dem vieldiskutierten Thema "Kronach von seinem Ursprung bis zur Stadtgründung." Die von ihm aufgespürten salierzeitlichen Türme am Eichelsbach zwischen Friesen und Birkach geben immer noch Rätsel auf. Bei den archäologischen Ausgrabungen seit 1998 sind interessante Erkenntnisse gewonnen worden, die unter anderem die Kronacher Stadtgeschichte in ihren Anfängen berühren. So lassen sich vom 9. bis zum 14. Jahrhundert die Spuren intensiver Siedlungstätigkeit zwischen Friesen und Birkach anhand teils sensationeller Funde zurückverfolgen.

Am 27. Februar ist Toni Eckert aus Ebermannstadt in Kronach zu Gast, der über "Die Burgen der Fränkischen Schweiz" berichten wird. Ein weiterer interessanter Vortrag steht am Samstag, 20. März, mit Dr. Johannes Staudenmaier aus Bamberg" auf dem Programm. Sein Thema lautet: "Grenzziehung und Grenzkonflikte. Die Landesaufnahme des Hochstifts Bamberg unter Kartograf Petrus Zweidler", 1570 in Teuschnitz geboren.

Geschichte seit fast 100 Jahren

Das CHW, im Jahre 1924 gegründet, zählt zu den großen fränkischen Geschichtsvereinen. Sitz ist Lichtenfels und als Vorsitzender fungiert Bezirksheimatpfleger Dr. Günter Dippold. Neben Vorträgen, Exkursionen und Seminaren ist das CHW durch seine Schriften bekannt geworden. Die vielbändige Reihe "Geschichte am Obermain" ist eine Fundgrube für alle Geschichtsinteressierten. Eine Schatzkammer ist aber auch die umfangreiche CHW-Bücherei, die in der Kreisbibliothek Kronach zu finden ist. An 30 Orten veranstaltet der Geschichtsverein alljährlich über einhundert Vorträge und Exkursionen. Vor allem will das CHW das Gespräch zwischen allen fördern, denen die regionale Geschichte etwas bedeutet. Allerdings erschwert aktuell Covid-19 den Dialog.