Saure Drops statt Knöllchen sowie Smile und Dank für Autofahrer gab es am Dienstag an der Grundschule Reitsch. Nach den Sommerferien hat die Schule wieder begonnen. Damit der Weg dorthin sicher bleibt, hat die Polizei zusammen mit Kindern der Grundschule Reitsch Geschwindigkeitsmessungen in Höhe des Schulgebäudes Reitsch durchgeführt. Hier befindet sich eine 30 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung.

Binnen einer Stunde wurde bei circa 35 Fahrzeugen die Geschwindigkeit gemessen. Dabei mussten um die Mittagszeit rund sieben bis acht rote Kärtchen verteilt werden, informiert Hauptkommissar Heiko Sesselmann. Es gab drei Beanstandungen, davon zwei Anzeigen für Geschwindigkeiten von 55 und 56 km/h bei erlaubten 30.

Gefahrenschwerpunkt Schule: Sensibilisierung der Autofahrer

Sinn der Aktion sei ausschließlich die Sensibilisierung der Autofahrer auf Gefahrenstellen wie Schulen. Oftmals ärgern sich Autofahrer über Geschwindigkeitskontrollen, bezeichnen dies gar als "Geldmacherei". Anders sehen dies die Rektorin der Grundschule Stockheim, Astrid Kestel, und Förderlehrer und Verkehrserzieher Siegbert Jakob an der Grundschule Stockheim. Sie sind der Polizeiinspektion Kronach mit ihren Beamten Thomas Graf, Heiko Sesselmann, Matthias Stöcker und Stefan Volk sehr dankbar, dass sie sich über eine Stunde Zeit genommen haben, um an der Gemeindestraße "Am Hainbach" Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen. Dafür hatten die Schulkinder "kleine Geschenke" vorbereitet.

Die Autofahrer, die vorbildlich die Geschwindigkeit eingehalten haben, erhielten einen smile mit der Aufschrift "Danke, dass Sie an uns gedacht haben" und eine kleine Süßigkeit, die Raser hingegen mussten sich mit sauren Drops und einem "Schade, haben Sie nicht an uns gedacht?!"

Überraschte Autofahrer

Die Autofahrer zeigten sich schon sehr überrascht von dieser Aktion und vor allem von den Schulkindern, die sie mit der Frage, warum haben Sie nicht an uns gedacht, konfrontierten. Oder aber sich bei den vorbildlich verhaltenen Autofahrern bedankten.

Insgesamt konnte man sich zufrieden zeigen mit dem Verhalten der Autofahrer. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, dass weitere Kontrollen durchgeführt werden, denn die Gefahr für die Kinder ist groß. Siegbert Jakob, der auch ehrenamtlich in der Kreisverkehrswacht engagiert ist, gibt zu bedenken, dass der normale Anhalteweg bei gefahrenen 30 km/h 18 Meter und bei 50 km/h sage und schreibe schon 40 Meter beträgt. Eine unglaubliche Distanz, wenn man berücksichtigt, dass Kinder eben nicht die Geschwindigkeit eines Autos berechnen, wenn sie aus irgendeinem Grund die Straße überqueren. Die Aktion war hervorragend, man konnte aber auch feststellen, dass es nicht nur Raser gibt, wie manchmal der Eindruck erweckt wird. Die Polizei als "Freund und Helfer" hatte auch für geringfügig zu schnelle Autofahrer freundliche Worte und zog nicht gleich den Verwarnungsblock, sondern ermutigte, gerade im Schul- und Kindergartenbereich weiter besonders achtsam zu sein.