Die Finanzierbarkeit der Sanierung des Kreiskulturraums rückt immer näher. Wie CSU-Kreisvorsitzender Jürgen Baumgärtner am Dienstag mitteilte, erhielt er von Staatssekretärin Melanie Huml auf seine Anfrage hin folgende Nachricht: "Du kannst zuversichtlich sein, dass das Kabinett der Einbeziehung von kommunalen Kulturzentren in die Förderung durch den Kulturfonds Bayern zustimmen wird." Genau das war bislang das Problem, sahen doch die bestehenden Richtlinien eine Förderung von multifunktional genutzten Räumen nicht vor.
Laut Huml wird sich die neue Förderung von Investitionen bei multifunktionalen Kulturzentren auf Kommunen beschränken, die im Bericht "Aufbruch Bayern - Aktionsplan demografischer Wandel" als Raum mit besonderem Handlungsbedarf definiert wurden. "Dazu zählt auch der Landkreis Kronach", schreibt Huml an Baumgärtner.

Dass sich das Kabinett noch anders entscheiden könnte, schließt CSU-Kreisvorsitzender Baumgärtner aus. "Das Thema ist durch", spricht er auch ein Telefonat mit Finanzminister Markus Söder an, der ihm ebenfalls das Vorhaben bestätigt hat. Baumgärtner geht davon aus, dass spätestens für 2014 die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen. "Ich schließe aber auch nicht aus, dass das bereits im Herbst der Fall sein könnte."
Diese Nachricht wertet der Kreisvorsitzende als weiteren großen Erfolg für die Region und lobte in diesem Zusammenhang auch Landrat Oswald Marr für die gemeinsam investierte Kraft. "Wir haben Hinz und Kunz verrückt gemacht", betont Baumgärtner. Dies zeige, was möglich sei, wenn CSU und SPD an einem Strang ziehen.

Landrat Oswald Marr begrüßte die Nachricht außerordentlich und stieß ins gleiche Horn: "Das ist ein Beispiel der guten Zusammenarbeit vor Ort." Marr sprach um die zehn Absagen an, die alleine er auf Bitten nach einer Förderung erhalten habe. "Wir haben aber nicht auf halber Strecke nachgelassen und unsere Anfragen immer gut begründet", spricht er beispielsweise ein von der Verwaltung ausgearbeitetes Exposé als einen Grund für den Erfolg an.

Nun ist es laut Landrat aber wichtig, Zusagen für die Bereitstellung der erforderlichen Mittel ebenso zu erhalten wie grünes Licht für einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn. "Bislang existiert nur eine Studie. Eine detaillierte Planung liegt noch nicht vor", spricht der Landrat beispielsweise Fragen der Bestuhlung oder der Technik an, die es zu beantworten gilt. Auch müsse dringend ein Bauzeitenplan erstellt werden, um zu ermitteln, wann der Kreiskulturraum für eine Nutzung nicht zur Verfügung steht. Dies sei insofern wichtig, da schon heuer Verträge für die nächste Spielzeit des Kreiskulturrings geschlossen werden müssten.
Sollte der Landkreis eine Geldzusage innerhalb des nächsten Vierteljahres erhalten, geht Marr davon aus, dass 2014 Maßnahmenbeginn sein könnte.

Was die Bereitstellung der Mittel betrifft, meldet Kreiskämmerer Günther Daum zumindest leichte Zweifel an. Er verweist auf den Kulturfonds Bayern, der für dieses Jahr mit 7,7 Millionen Euro ausgestattet ist - möglicherweise zu wenig, um zusätzlich noch das nun neu hinzukommende Förderfeld abdecken zu können. Alleine für die Maßnahme in Kronach liegt eine Kostenschätzung über rund 4,5 Millionen Euro vor. Vom Freistaat erhofft sich der Landkreis laut Daum eine 50-prozentige Förderung. Hinzu sollen noch Mittel aus der Oberfrankenstiftung kommen.

Der Landrat ist dennoch optimistisch: "Ich bin guter Dinge, dass wir es zu einem guten Ende bringen können."