Das schlugen die Wellen im Stadtrat hoch. . Grund waren erneut die Planungen, den Kräutergarten für das Arnikaprojekt unterhalb der Schule, auf dem Areal der jetzigen Schulsportanlage, anzulegen.

Eine Bürgerinitiative mit Harald Fehn (SPD) als Sprecher hatte eine Standortverlegung beziehungsweise den Bau eines Ersatz-Hartplatzes mit Weitsprunganlage gefordert. Ansonsten werde ein Bürgerbegehren gestartet. In der Sitzung machte Fehn nun einen Rückzieher - aber nicht, ohne vorher einen verbalen Rundumschlag zu starten.

"Die Merkmale, die den jetzt vorgesehen Platz hervorheben sollen, treffen in gleicher Weise auf für den Platz oberhalb und noch besser für den Platz rechts der Schule zu. Die Schulsportanlagen hätten nicht zum Nachteil unserer Kinder geopfert werden müssen", beharrte er. Nach Abriss der Schulsportanlagen gebe es einen wichtigen Grund weniger, die Grundschule in Teuschnitz zu erhalten.


Aufgrund der von Bürgermeisterin Gabriele Weber (CSU) genannten Schülerzahlen (statt über 80 jetzt 60) werde man das Gefühl nicht los, es wäre manchem lieber, der Schulstandort würde aufgegeben. Manche Mitglieder im Rat, die noch im Wahlkampf die Hinterzimmerpolitik und mangelnde Informationen angeprangert hätten, stimmten jetzt selbiger zu. "Erneut hat der Stadtrat, wie schon bei der ablehnenden Haltung gegen den Wickendorfer Kindergarten, seine Kinder- und familienfeindliche Politik unter Beweis gestellt", erboste er sich.

Sehr befremdlich sei in seinen Augen die Tatsache, dass die Schulleitung nicht für die Interessen ihrer Kinder kämpfe, sondern für die der örtlichen Politik. "Teuschnitz ist wohl die einzige Gemeinde im Land, die ihre Schulsportanlage ohne Not vernichtet. Es ist unverständlich, dass die ökologische Bildungsstätte und die landkreiseigene Wirtschaftsförderung sich gegen unsere Schulsportanlagen festlegen. Auch das Schulamt duldet offensichtlich schweigend den Verlust", empörte sich Harald Fehn.

Obwohl der Großteil der Bevölkerung diese erhalten wolle, hätten viele, besonders die Eltern der Grundschulkinder, eine gewisse Angst vor Repressalien und trauten sich daher nicht, ihren Namen dafür herzugeben.

"Zum Großteil planlos"

Das gesamte Arnikaprojekt sei zum Großteil planlos. Es gebe kein durchdachtes Gesamtkonzept. Arnika-Zentrum und Kräutergarten erst hier, dann da? Wie sehe die Finanzierung von Folgekosten, die Vermarktung, der Unterhalt aus? "Gebaut ist schnell und einfach", regte sich Fehn auf. Das demokratische Recht auf einen Bürgerentscheid werde bestraft, indem Punkte für Wickendorf, wie die Dorferneuerung, abgesetzt würden.

"Die Geburtenzahlen sind traurige Wahrheit. Die Geburtenzahlen kann man sich ausdrucken lassen", verdeutlichte Bürgermeisterin Gabriele Weber. Für die Kinder gebe es in jedem Stadtteil einen schönen Spielplatz. Der Hartplatz werde nur einmal jährlich für die Fahrradprüfung verwendet. Man solle die Kirche im Dorf lassen.

Sehr erzürnt über die Anschuldigung, die Stadträte seien nicht kinderfreundlich, zeigte sich Zweiter Bürgermeister Stephanus Neubauer (FWG). "Ich verbiete mir das. Das ist eine Unverschämtheit, eine Frechheit", erboste er sich. Im Gemeindegebiet, gerade auch in den Vereinen, in denen die Stadträte aktiv seien, werde hervorragende Jugendarbeit geleistet. "Wo warst du, als wir den Wickendorfer Spielplatz eingeweiht haben? Jeder war eingeladen, mitzuhelfen. Und jetzt heißt es, ich wäre kinderfeindlich", meinte Markus Wachter (CSU) aufgebracht.

"Ich kann reden mit wem ich will"

Laut Mario Stingl (SPD) sei ihm seitens der Stadt gedroht worden, wenn er weiter bei Ausübung seiner Arbeit über den Hartplatz rede, seinen Arbeitgeber informieren zu wollen. "Die Leute haben mich angesprochen. Ich kann reden mit wem ich will", echauffierte er sich.

Teuschnitz sei eine sehr kinderfreundliche Gemeinde. So gebe es seit 1990 eine Kinderbetreuung und ein umfassendes Ferienprogramm, das sich sehen lassen könne und von dem sich andere eine Scheibe abschneiden könnten. Die Stadt habe einen Kinderhort, für den man jährlich viel Geld zahle. Und nun werde man als kinderfeindlich dargestellt, zeigte sich Weber fassungslos.