In der Sitzung des Ausschusses für Tourismus und Stadtmarketing der Stadt Kronach stellte die Leiterin des Tourismus- und Veranstaltungsbetriebs, Kerstin Löw, dem Gremium die Aufgaben des Tourismus- und Veranstaltungsbetriebs vor, denn der Ausschuss ist zugleich der Werkausschuss für den Tourismus- und Veranstaltungsbetrieb (TVB) der Lucas-Cranach-Stadt Kronach. Ferner empfahl das Gremium dem Stadtrat Kronach, dem Konzept der Kronacher Weihnacht 2020 zuzustimmen.

Für das neue Konzept des Kronacher Weihnachtsmarktes 2020 gab es Lobeshymnen. Dieser soll auf dem Marienplatz als Kulinarische Weihnacht für Jung und Alt an allen vier Adventswochenenden, jeweils Freitag bis Sonntag stattfinden. Neu wird ein "Wintergarten" mit Lichtobjekten und Illumination im Spitalgarten an allen vier Wochenenden sein. Am ersten Adventswochenende wird darüber hinaus eine Kinderweihnacht mit Schultheater und Ständen von Kindergärten und Schulen in der Kühnlenzpassage angeboten.

Eine Novität wird die "Kulinarische Weihnacht" im Zeughausinnenhof der Festung Rosenberg am dritten Adventswochenende sein. Es handelt sich um ein Herzensprojekt, die Festung Roseberg in den Weihnachtsmarkt einzubeziehen, ein Omnibustransfer wird im 20 Minuten- Takt fahren. Es ist eine Ergänzung zum Markt auf dem Marienplatz unter dem Motto "Mit Kunst und Kulinarik Kronacher Weihnacht leben". Das Konzept wurde vom Verein "Kronach er.leben e.V." ausgearbeitet und von Steffen Marr, Johannes Fehn und Sandra Englich vorgestellt. Der Verein zeichnet auch für Organisation und Durchführung verantwortlich und will mit dem Angebot den Weihnachtsmarkt mit Themenschwerpunkten an spezifischen Orten noch attraktiver für die Besucher machen. Man kann nur hoffen, dass dies das coronabedingte Infektionsgeschehen auch zulässt.

Die Bürgermeisterin lobte die Initiative und das innovative Konzept mit positiven Erneuerungen. Martina Zwosta vermisst einen Pavillon für Auftritte mit Kindern. Einziger Nachteil könnte laut Marina Schmitt der Eintritt von drei Euro pro Besucher sein, das findet sie nicht gut.

Jonas Geissler fand es ein super Konzept. Man komme einem lang gehegten Wunsch nach, die Festung in die Kronacher Weihnacht einzubeziehen. Der Weihnachtsmarkt an den vier Adventswochenenden werde Kronach noch weihnachtlicher werden lassen.

Sabine Groß (SPD) regte an, den Zugang zur Oberen Stadt und in der Oberen Stadt weihnachtlich zu beleuchten und Adventsfenster zu gestalten. Kerstin Löw fand die drei Euro Eintritt auf der Festung günstig, dafür habe man ein super Angebot im Festungsbereich, außerdem werde man die Obere Stadt mit einbeziehen. Matthias Simon dankte für die Einbeziehung der Festung und fand den Eintrittspreis vertretbar. Das Gremium stimmte dem Konzept einstimmig zu und empfahl dem Stadtrat, dem Konzept der Kronacher Weihnacht 2020 zuzustimmen.

Wirtschaftsportal gefällt

Philip Kober vom TVB präsentierte den neuen Internetauftritt, das Wirtschaftsportal www.kronach-city.de, welches großen Zuspruch der Räte erhielt. Allerdings hätten sich Jonas Geissler (CSU) und Marina Schmitt (SPD) in ihrer Lobeseuphorie fast verhakt. Geissler sprach von einem lang gehegten Wunsch, der nun in die Realität umgesetzt wurde, nämlich die Einkaufsangebote des Kronacher Einzelhandels auf einer übersichtlichen, gut gegliederten Internetplattform darzustellen. Marina Schmitt begann ihr Plädoyer mit "gut gemacht", gab aber auch zu bedenken, dass die Stadt damit eine große Serviceleistung für die Einzelhändler erbringe, die dadurch viel an Kosten einsparen. Sie sei aber für dieses Wirtschaftsportal und hätte sich noch eine Rubrik Immobilien und Wohnungen gewünscht.

Geissler erwiderte darauf, dass die Plattform nicht aus Barmherzigkeit dem Einzelhandel gegenüber erstellt wurde, sondern es sei Pflicht und Schuldigkeit, die Geschäfte in der Stadt aktiv zu fördern und zu unterstützen, ohne sie hätte Kronach keine Besucher und bald keine Einwohner mehr.

Marina Schmitt rechtfertigte ihre Aussage, sie sei in keinster Weise gegen die Unterstützung der Geschäfte, sondern im Gegenteil. Der Einzelhandel dürfe stolz auf die Förderung durch die Stadt sein. Bürgermeisterin Angela Hofmann dankte Philip Kober und der Verwaltung für die Erstellung der Homepage. Das Wirtschaftsportal sei sicher auf Wunsch auch erweiterbar. Natürlich habe man dem Einzelhandel gewisse Arbeit abgenommen, aber man solle darüber nachdenken, welch schwierige Zeit der Einzelhandel in der Stadt zu überstehen hat.

Martina Zwosta (FL) meinte, "besser kann es nicht gehen, es ist eine gute Unterstützung unserer Geschäfte und eine übersichtliche Darstellung des Angebotes für potenzielle Kunden für unsere Einzelhändler in der Stadt". Matthias Simon (FW) konnte sich dem nur anschließen, es sei eine total gelungene Verknüpfung und Präsentation im Internet.

Kronachs "Zugpferd": die Festung

Die Leiterin des Tourismus- und Veranstaltungsbetriebs (TVB), Kerstin Löw, informierte ausführlich über die vielfältigen Aufgaben des 1994 als Eigenbetrieb gegründeten TVB. Zwar sollte der Eigenbetrieb auch gewinnorientiert arbeiten, aber mit der Festung Rosenberg habe man eine große historische Sehenswürdigkeit mit Museen, deren Unterhalt viel Geld verschlingt. Vom Tourismus profitierten auch Gastronomie, Dienstleistungsbetriebe und Einzelhandel. So lasse ein Gast am Tag im Durchschnitt 16 Euro am Ort und bei Hotelübernachtung sind das sogar 121 Euro am Tag.

Geteilter Meinung war man wieder einmal über die "Erbschaft" Festung Rosenberg. Während Heinz Hausmann es als gute Entscheidung der Vorfahren sieht, dass die Festung Rosenberg 1888 in den Besitz der Stadt Kronach überging, sprach Marina Schmitt von einem schweren Erbe, das uns viel Geld koste, doch heute komme man aus der Nummer nicht mehr heraus. Die Rathauschefin meinte dagegen, es sei ein Glücksgriff gewesen und die Stadt Kronach könne stolz sein, im Besitz einer solchen Sehenswürdigkeit zu sein. Natürlich koste es auch viele Anstrengungen, um sie wirtschaftlich zu betreiben.

Heinz Hausmann dankte dem TVB für die "wahnsinnig vielen Aktivitäten und Ideen". Martin Panzer ZKc) sah ein riesiges Potenzial an Sehenswürdigkeiten in Kronach. Er regte an, Geschenkgutscheine für Festungsbesuche und Abonnements anzubieten. Martin Bittruf fragte, ob es denn auch Schwächen gibt. Als hätte die Betriebsleiterin darauf gewartet, antwortete sie schlagfertig: "Na ja, ich bräuchte mehr Geld!" Die Vorsitzende Angela Hofmann fasste zusammen, es sei schon viel geschafft worden. "Wir sind auf einem guten Weg", blickte sie optimistisch in die Zukunft und sieht die Festung Rosenberg weiter als Zugpferd für den Tourismus in Kronach.