"Raus aus den Schuhen, rein ins Vergnügen". Der Naturlehrpfad "Millionenstraße" zwischen Tettau und Kleintettau wurde um eine weitere Attraktion bereichert. Mit dem Sinnespfad kann man den Wald neu erleben, er dient auch als Naturarznei. Mit geschlossenen Augen und barfuß kann man auf einem Parcours auf 32 Meter Länge verschiedene Waldbodenbeläge wie Sand, Moos oder Zapfen hautnah erfühlen.

Lob für Initiator Bernd Heinz

Peter Hagemann, Betriebsleiter des Forstbetriebes Rothenkirchen von den Bayerischen Staatsforsten; informierte über die Maßnahme und stellte sie mit Hintergründen ihrer Entstehung einer Reihe von Gästen vor. Ideengeber sei wieder einmal das rührige und aktive Mitglied des Frankenwaldvereins, Bernd Heinz, gewesen. Heinz ist auch fleißig für die Naturschutzwacht des Landkreises Kronach im Einsatz und kümmert sich auch um den vor einigen Jahren entstandenen Naturlehrpfad "Millionenstraße" und den Trekkingplatz "Kobach".

Bernd Heinz selbst sah seine Aktivitäten als Beitrag für das Wohlbefinden im Wald. Die Menschen merken gerade in der Zeit der Corona-Pandemie, wie wertvoll die Natur ist. Sie bietet auch in Krisensituationen wie dieser die Gelegenheit, sich mit Abstand außerhalb der eigenen vier Wände zu bewegen. Gemeinsam mit der Frankenwaldverein-Ortsgruppe Kleintettau, mit dem Forstbetrieb Rothenkirchen der Bayerischen Staatsforsten und dem Revierleiter Tettau, Christian Goldammer, habe man einen weiteren positiven Beitrag für das Wohlbefinden der Naturliebhaber und der Tierwelt kreiert und realisiert.

So wurden an der "Millionenstraße" eine überdachte Sitzgruppe sowie ein Barfußbad, auf dem besondere Sinneseindrücke und die damit verbundene Entspannung erlebt werden können, errichtet. Entlang des Naturlehrpfades wurden 40 Quartiere für Fledermäuse und verschiedene Vogelarten angefertigt und aufgehängt. Diese Wohnräume für Vogelarten und Fledermäuse wurden alle in Sichtweite angebracht, um Beobachtungen zu ermöglichen.

Bernd Heinz freut sich sehr über die positive Einstellung des Forstbetriebes Rothenkirchen zu derartigen Vorhaben. Er ist der Meinung, dass derartige Veränderungen und Lehrpfade wesentlich gegen das "Waldvergessen" und für ein besseres Miteinander von Menschen und Natur betragen können.

Als Erholungsort immer wichtiger

Forstbetriebsleiter Hagemann führte dazu aus, dass der Wald immer mehr an Bedeutung gewinnt, sei es als Urlaubs- und Entspannungs- oder Erholungsort. Das gelte besonders für den Frankenwald, der mit immer mehr attraktiven Wanderrouten, Radwegen und Freizeitangeboten auf sich aufmerksam macht.

Der Forstbetrieb Rothenkirchen der Bayerischen Staatsforsten hat dazu seit vielen Jahren mit zahlreichen Angeboten im Staatswald beigetragen. Besonders seit der Verleihung des Titels "Waldgebiet des Jahres", mit dem der Frankenwald 2017 ausgezeichnet wurde, hat sich das Interesse für die Region noch einmal deutlich gesteigert. Die Förster der Bayerischen Staatsforsten arbeiten bei der Unterhaltung der vielen Sanderwege und Erholungseinrichtungen oder der Errichtung neuer Angebote wie den Trekkingplätzen oder Ferienwohnungen im Forsthaus Nordhalben eng mit den örtlichen Stellen des Frankenwaldtourismus, des Naturparks und des Frankenwaldvereins zusammen.

Größere Projekte werden vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach aus Mitteln der "Besonderen Gemeinwohlleistungen" des Freistaates Bayern für den Staatswald gefördert. Für den Sinnespfad gab es Zuschuss in Höhe von 4500 Euro auf die Gesamtinvestition von 5000 Euro. An der Errichtung wirkten auch zwei Tettauer Firmen mit.

"Eine wunderbare Ergänzung"

Der Tettauer Bürgermeister Peter Ebertsch zeigte sich sehr erfreut über dieses neue Angebot für alle Sinne, an dem nicht nur Kinder ihre Freude und Spaß haben werden. Er dankte allen Beteiligten, die an der Errichtung dieser weiteren Bereicherung des Freizeit- und Lehrangebotes im Tettauer Raummit gewirkt haben. Der Sinnespfad sei eine wunderbare Ergänzung zu den bereits bestehenden Dichterpfad, Waldlehrpfad und "Grünes Klassenzimmer".

Auch der Altbürgermeister und Obmann des Frankenwaldvereins, Alfred Schaden, hob die gute Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb Rothenkirchen und besonders mit Peter Hagemann und Christian Goldammer hervor.