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Wallenfels
Gemeinderat

Das Ärztehaus soll in Wallenfels kommen

Wallenfels hat den Umbau des ehemaligen Bankgebäudes am Marktplatz beschlossen. Jetzt muss noch die Hürde der Förderung genommen werden. Auch für die frühere Bäckerei nebenan gibt es eine Entscheidung.
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Die Stadt Wallenfels will über die Förderinitiative Nordostbayern die ehemalige SchmidtBank in ein Ärztehaus umbauen. Rechts daneben soll die frühere Bäckerei Stumpf abgerissen werden.  Foto: Rainer Glissnik
Die Stadt Wallenfels will über die Förderinitiative Nordostbayern die ehemalige SchmidtBank in ein Ärztehaus umbauen. Rechts daneben soll die frühere Bäckerei Stumpf abgerissen werden. Foto: Rainer Glissnik
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"Wir haben eine einmalige Chance", setzt der Wallenfelser Bürgermeister Jens Korn (CSU) große Hoffnung darauf, dass zwei wichtige Vorhaben staatlich gefördert werden: Die frühere SchmidtBank soll zu einem Ärztehaus umgestaltet werden und die Gebäude der danebenliegenden ehemaligen Bäckerei Stumpf abgerissen werden. Der Wallenfelser Stadtrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig, für beide Vorhaben Förderanträge und Planungsunterlagen einzureichen.

Bereits 2008 gab es unter dem damaligen Bürgermeister Peter Hänel Überlegungen, die ehemaligen SchmidtBank-Gebäude für ein Ärztehaus zu nutzen. Damals gaben die Bedingungen der Städtebauförderung eine Fördermöglichkeit nicht her. Mittlerweile haben sich die Grundlagen geändert und 2018 wurde mit einer Mehrfachbeauftragung eine Überplanung gestartet.

"Wir haben nun die Chance, die Sanierung der SchmidtBank-Gebäude über die Förderoffensive Nordostbayern mit 90 Prozent gefördert zu bekommen", erklärte Korn. Normal sind 60 Prozent an Städtebauförderung zu erhalten. "Wir wollen die Gunst der Stunde nutzen und die Gebäude sanieren." Das Stadtoberhaupt sieht darin einen wesentlichen Schritt zur Wiederbelebung des Marktplatzes. Wallenfels will nicht, wie oft bei solchen Maßnahmen, ein Heimatmuseum oder Gemeinschaftsräume schaffen, sondern etwas, wo Menschen den Platz beleben.

Der Erwerb des Gebäudes war ein längerer Prozess. Die Landarztpraxis und die Hautarztpraxis waren entscheidende Bausteine. Unbedingt sind für ein Ärztehaus zwei Ärzte nötig, beide stehen dahinter. Beide Praxen stoßen derzeit an ihre Kapazitätsgrenzen und wollen mit ins Ärztehaus.

Architekt Kersten Schöttner erläuterte die Situation und die Planungen. Die SchmidtBank bestehe aus zwei verbundenen Gebäuden mit zwei nie fertiggestellten Wohnungen. Die Grundstückssituation gestalte sich schwierig, zumal meist Grenzbebauung vorhanden sei. Der Zustand des nun lange Jahre leer stehenden Gebäudes sei nicht berauschend. Die Planungen wurden mit den Medizinern Ulrich Voit von der kommunalen Landarztpraxis und Hautärztin Anca-Gabriela Pincotan abgesprochen.

Ein gemeinsamer Eingang und ein Aufzug sind vorgesehen. Eine barrierefreie Toilette wird eingebaut. Unten ist die Landarztpraxis mit 133 Quadratmetern geplant. Dazu 22 Quadratmeter für einen Hörgeräteakustiker. Die Hautarztpraxis im Obergeschoss habe 147 Quadratmeter. Im Dach befinden sich 57 Quadratmeter Abstellräume. Der Keller soll verfüllt werden, so dass die Praxisräume die erforderliche Zimmerhöhe bekommen.

Das Gebäude soll entkernt und in einen Rohbauzustand versetzt werden, ein neues Dach und Wärmedämmung erhalten. Die berechneten Kosten liegen bei 1 475 000 Euro.

"Dieses Projekt wird Wallenfels sehr nach vorne bringen", ist Bernd Stöcker (CSU) überzeugt. Hingegen hat Dominik Stumpf (FW) Zweifel: "Ich bin überhaupt nicht dafür, in ein altes Gebäude 1,5 Millionen reinzustecken." Er schlug vor, neben dem künftigen Feuerwehrhaus ein Ärztehaus neu zu bauen.

Doch auch er ließ sich vom Bürgermeister überzeugen: Für einen Neubau gebe es keine Förderung. Erfolge dieser am Marktplatz, kämen noch die Abrisskosten dazu. Die Stadt könne den Neubau eines Ärztehauses nicht finanzieren. Noch wichtiger ist dem Stadtoberhaupt aber die Belebung des Marktplatzes. "Es gibt nur einen realistischen Weg, in Wallenfels ein Ärztehaus auf den Weg zu bekommen: über die Förderung, die einen Leerstand beseitigt."

Sanierung der Bäckerei zu teuer

Anders sieht die Situation beim benachbarten Anwesen Marktplatz 8 (ehemalige Bäckerei Stumpf) aus. "Eine Sanierung rechtfertigt keinen Aufwand", habe man inzwischen erkannt, wie der Rathauschef erläuterte. Eine Sanierung würde mindestens 900 000 Euro kosten. So beschloss der Stadtrat einstimmig, im Rahmen des Programms "Innen statt Außen" die Förderung für einen Abbruch und die Wiederherstellung des Geländes zu stellen. Die Kosten werden auf 100 000 Euro angesetzt, vielleicht gibt es auch hier 90 Prozent Zuschuss.

Neuer Schulverband

Der Wallenfelser Stadtrat stimmte für den Abschluss eines öffentlich-rechtlichen Vertrags mit dem Schulverband Kronach III. Dies ist nach der Auflösung des Schulverbands Oberes Rodachtal zum Schuljahresende notwendig. "Die schulische Zukunft im Bereich der Mittelschule liegt in Kronach an der Gottfried-Neukam-Schule. Ich glaube, dass unsere Kinder dort sehr gut aufgehoben sind. Diese zeigt unseren Kindern sehr gute Perspektiven auf", erläuterte Korn.

Die Kronacher Mittelschule besuchen derzeit 265 Schüler, davon 26 aus Wallenfels. Derzeit haben die Stadt Kronach vier und Wilhelmsthal zwei Verbandsräte. Eine Regelung über Gastschulbeiträge gebe den vier Rodachtalgemeinden zwar keine Mitbestimmung als Verbandsräte, aber geringere und klare Kosten. "Die Schule ist hervorragend", betonte Marco Fischer (FW) aus seiner Erfahrung als Vater.

Neue Bauplätze in der "Siedlung"

Vier Bauplätze werden im Baugebiet "Siedlung" innerorts geschaffen. Dabei bleiben den Bauwilligen sehr viele Freiheiten. "Wir wollen vorrangig den Ortskern wiederbeleben", betonte Korn. Drei größere und eine kleinere Bauparzelle ergaben sich, erläuterte Planer Norbert Köhler (IVS). Alle profitieren von einem Ringschluss der Erschließungsstraße. Zur Wilden Rodach ist ein Wartungsweg vorgesehen.

Auch bei Wasser und Kanal erfolgt ein Ringschluss. 40 Prozent des Grundstücks dürfen bebaut werden. Zwei Vollgeschosse mit 8,50 Metern Gesamthöhe werden festgelegt. Pro Grundstück muss mindestens ein Bäumchen gepflanzt werden. Alles dürfte nach bayerischer Bauordnung gebaut werden, was sehr viel Freiraum bedeutet.

Dominik Stumpf regte an, nicht bei den Grundstücksbegrenzungen reinzureden. Hier waren 1,20 Meter Höhe vorgesehen. "Es gibt wenig Regeln", erläuterte der Bürgermeister. "Aber wie stellen wir uns den Charakter dieses Wohngebiets vor?" Er möchte keine 2,50 Meter hohen Mauern, deshalb möchte er hier eine Begrenzung. "Bei 1,20 Metern Höhe kann jeder in den Garten schauen, das möchte nicht jeder", gab Tina Müller-Gei (CSU) zu bedenken. Stöcker plädierte für 1,50 Maximalhöhe, Stumpf für keine Höhenbegrenzung, eventuell eine Begrenzung von geschlossenen Begrenzungen und Mauern. Mit 8:7 Stimmen wurde beschlossen, diese Einschränkung wegzulassen. Die Pläne werden demnächst ausliegen und im Internet einzusehen sein.

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