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Kronach
Werkausschuss

Corona trifft auch die Stadtwerke Kronach

In einigen Betriebszweigen wie den Bädern und dem Parkdeck sind die Auswirkungen der Pandemie deutlich spürbar.
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Saniert wird gerade ein Teilstück der "Alten Heeresstraße" im Stadtteil Vogtendorf. K.-H. Hofmann
Saniert wird gerade ein Teilstück der "Alten Heeresstraße" im Stadtteil Vogtendorf. K.-H. Hofmann

Die erste Werkausschusssitzung in dieser Wahlperiode 2020/2026 wurde am Montag im Rathaus von Zweitem Bürgermeister Michael Zwingmann geleitet. Joachim Löffler (Werkleiter Stadtwerke) und Johannes Meitner (Kaufmännischer Leiter) nutzten die Gelegenheit, um vor allem neuen Ausschussmitgliedern des Stadtrates die Stadtwerke näher vorzustellen. Aber auch der Halbjahresbericht und ausführliche Informationen über den Sachstand laufender Baumaßnahmen standen im Blickpunkt.

Zum Halbjahresbericht wurde darauf hingewiesen, dass die Corona-Pandemie die wirtschaftliche Entwicklung prägt. Auch die Stadtwerke Kronach sind in einigen Betriebszweigen deutlich von den Auswirkungen betroffen. Die Ansätze des Wirtschaftsplanes konnten aber bisher durch eine entsprechende Planung und Steuerung eingehalten werden. Die Rohwasserförderung liegt mit 523 119 Kubikmetern zum 30. Juni unter dem Niveau des Vorjahres (572 166 cbm), dennoch werde man wohl den der Kalkulation zugrunde liegenden Wert für den Wasserverkauf erreichen.

Die Corona-Pandemie hatte erheblichen Einfluss auf die Nutzerzahlen des Parkdecks. Der Tiefpunkt war im April bei 1231 Nutzern gegenüber 5170 Nutzern im April des Vorjahres. Dennoch liegt das Gesamtergebnis des Betriebszweiges mit gut 6000 Euro im Rahmen des Wirtschaftsplanes.

Besonders das Crana Mare wurde hart von Corona-Auswirkungen getroffen. Am 13. März musste das Hallenbad schließen. Auch das Freibad konnte nicht wie gewohnt Mitte Mai öffnen, sondern erst ab 8. Juni und dies mit entsprechenden Hygienevorschriften, man verzeichnet doch nur mäßige Besucherzahlen bei erhöhtem Personalaufwand. Die Erlöse liegen dementsprechend deutlich unter den Werten der Vorjahre, allerdings auf Niveau der Planung, da Corona-Auswirkungen im Plan bereits soweit möglich, berücksichtigt wurden.

Die Umsatzerlöse bei Abwasser liegen mit rund 1,07 Millionen Euro etwas unter dem Vorjahres-Niveau. Im ersten Halbjahr 2020 liegt man in Summe mit 169 072,60 Euro im Minus.

Dagegen können im Bauhof die Vorgaben des Wirtschaftsplanes eingehalten werden. Die Gesamtkosten (ohne Abschreibungen) betragen im ersten Halbjahr 2020 1,6 Millionen Euro, es wurden 1,8 Millionen eingeplant.

Im Ausblick stellt der kaufmännische Leiter heraus, dass der Fokus abseits der Finanzdaten zudem auf einer Erfüllung der umfangreichen Investitionen in allen Betriebszweigen gelegt wird. Es sei zudem darauf hinzuweisen, dass sich durch die Rückkehr der Betriebszweige Bauhof und Friedhof zur Stadt Kronach die Rahmenbedingungen und das Zahlenwerk für die Stadtwerke verändern werden.

Etliche Baumaßnahmen

Ferner wurden in der Sitzung die bisher in diesem Jahr schon ausgeführten, noch laufenden und noch geplanten Maßnahmen im Bereich Straßenbau, Rad- und Gehwege, Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung und Crana Mare mit einem Bericht des Bauhofes angesprochen. Größere Projekte für den Bauhof sind die Sanierung der Frankenstraße und des Mittelweges in Neuses (circa eine Million Euro Kosten), eines Teilstücks der "Alten Heeresstraße" in Vogtendorf (250 000 Euro), Sanierung der Gehwege inklusive barrierefreier Übergänge an der B 85 in Gundelsdorf (310 000 Euro) und noch etliche Straßenunterhaltsmaßnahmen sind geplant, wie zum Beispiel Urnenwiesengräber im Friedhof Neuses und Friesen, Aufwertung und neue Spielgeräte der Spielplätze Gundelsdorf und Glosberg, Erneuerung Steg im Freizeitgelände Fischbach und mehr.

Zweiter Bürgermeister Michael Zwingmann lobte die beachtlichen Leistungen durch die Stadtwerke. "Es bewegt sich und tut sich viel, wenn auch manchmal der Eindruck vorherrscht, es werde nichts gemacht. Aber mehr geht kaum noch", sagte Zwingmann und dankte für die stete Einsatzbereitschaft der Stadtwerke mit ihren Betriebszweigen.

Peter Witton (Grüne/FL) stellte einen Antrag auf Einführung neuer Müllbehälter an den Bushaltestellen. Hierüber will man sich Gedanken machen und zu gegebener Zeit den Vorschlag aufnehmen, sagte Werkleiter Löffler. Marina Schmitt (SPD) sprach den schlechten Zustand der Schwedenstraße an. Die Schwedenstraße müsse in der Priorität ganz vorne mit stehen. Sie dankte andererseits, dass nun in Friesen die Wassermischung läuft, was sich in den Haushalten auch an weniger Entkalkungsaufwand bemerkbar mache.

Daniel Götz (ZKC) fragte nach, warum man bei Rohrbrüchen, wenn die Straße aufgerissen werden muss, nicht gleich ein ganzes Straßenstück saniere oder mit neuer Asphaltdecke versehe. Darauf antwortete Markus Wich (CSU), dass dies schon lange ein Thema im Stadtrat war und man bei der letzten Kalkulationserstellung erhebliche Finanzmittel für den Straßenbau wie für Leitungsnetzreparaturen angesetzt hat. Dennoch würden die Mittel nicht reichen, weil man nicht vorhersehen kann, wie viele Rohrbrüche es geben wird, und ob jede Straße dann saniert werden müsse, sollten die Fachleute vom Bauhof entscheiden können. Überhaupt müsse man erwähnen, dass sich trotz der schwierigen Corona-Pandemie viel tut und die Stadtwerke hervorragende Arbeit leisten.

Die Stadtwerke

Dienstleister Die Stadtwerke Kronach sehen sich als modernes Dienstleistungsunternehmen für die Bürger und Gäste der Stadt Kronach. 84 Mitarbeiter sorgen für Rundum-Versorgung und sind zuständig für Wasserver- und Wasserentsorgung, den Betrieb des Erlebnisbades Crana Mare, des Parkdecks (236 Stellplätze), des kommunalen Bauhofes, für die Friedhofsverwaltung von sechs Friedhöfen und Photovoltaik- Stromenergie.

Wasser Für die Wasserversorgung stehen sieben Tiefbrunnen, neun Hochbehälter, eine zentrale Aufbereitungsanlage, sowie 160 Kilometer Leitungsnetz für circa 5000 Abnehmer zur Verfügung. Geliefert werden pro Jahr circa 1,1 Millionen Kubikmeter Wasser.

Kanal Das Kanalnetz für Abwasser ist 130 Kilometer lang, es stehen diverse Pumpwerke zur Verfügung und eine Kläranlage für 28 000 Einwohner.

Bäder Das Erlebnisbad Crana Mare fasst 4000 Kubikmeter Wasserfläche und zählt jährlich 90 000 bis 100 000 Besucher im Hallenbad, wozu noch circa 50 000 bis 60 000 Besucher des Freibades kommen.