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Kronach
Kunst

Buchveröffentlichung in Kronach: Geldgeber will anonym bleiben

Ingo Cesaro stellt einen Band mit Lucas-Cranach-Portraits vor. Ein Kronacher Geschäftsmann, der geheim bleiben möchte, machte die Publikation erst möglich.
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Ingo Cesaro hat das Buch "Lucas-Cranach-Portrait-Variationen" 200 Mal drucken lassen.  Fotos: Ronald Heck
Ingo Cesaro hat das Buch "Lucas-Cranach-Portrait-Variationen" 200 Mal drucken lassen. Fotos: Ronald Heck
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"Was kann man tun, damit man mitbekommt, dass wir in der Lucas-Cranach-Stadt leben?" - mit dieser Frage habe alles angefangen, sagt Ingo Cesaro. In seinem Wohnzimmer sitzen Künstler und Sponsoren zusammen. Am Mittwoch hat Cesaro die Buchveröffentlichung "Lucas-Cranach-Portrait-Variationen" vorgestellt. Der Sammelband ist das Ergebnis seines langjährigen Engagements in der Kronacher Kunstszene.


220 einzigartige Portraits

2010 schrieb er befreundete Künstlerinnen und Künstler an, die Aufgabe lautete: Ein stilisiertes Portrait des bekannten Renaissance-Malers im Din A3-Format herstellen. Die Künstler wiederum gaben diesen Wunsch an andere befreundete Künstler weiter. Circa 120 Maler beteiligten sich an dem Kunstprojekt, bei dem etwa 220 Portraits entstanden.


Kunst in Schaufensterns

Die Werke wurden 2011 bei der Aktion "Kunst in Kronacher Schaufenstern" ausgestellt. Bei rund 50 Geschäften waren sie in beinahe 100 Schaufenstern zu sehen. Zeitgleich fand die Ausstellung zum internationalen Lucas-Cranach-Preis auf der Festung Rosenberg statt. "Mir ging es darum, in der Stadt auf ihren berühmten Sohn Lucas Cranach den Älteren hinzuweisen und eine Brücke zur Austellung auf der Festung zu bauen", sagt Cesaro.

Eine Schau aller Portraits konnten Kunstliebhaber 2015 in der Kronacher Synagoge sehen. Jeder Maler war mit einer für ihn typischen Arbeit vertreten. "Hier konnte ein guter Gesamt-Überblick über das internationale Kunstprojekt gezeigt werden", so der Kronacher Künstler. Die "Variationen" waren dann noch bis Ende Januar 2016 in der Hauptstelle der Sparkasse in Kronach ausgestellt. Seitdem lagerten die Werke in der Privatwohnung von Ingo Cesaro.


Geschäftsmann als Sponsor

Ein Geschäftsmann aus Kronach sei eines Tages auf ihn zugekommen und wollte wissen, was aus den Portraits, die er in der Stadt gesehen hat, geworden sei. "Er war der Meinung, dass man diese einmalige internationale Kunstaktion nicht ohne Buch-Dokumentation lassen könne", erinnert sich Cesaro.

Daraufhin habe der Mann über 4000 Euro für eine Veröffentlichung bereitgestellt. Der Sponsor, der jedoch nicht genannt werden möchte, hat die Kosten für das professionelle Digitalisieren der Kunstwerke übernommen. Den Rest hat der Verein "Regionale Kunstförderung Kronach" gezahlt.


Auslieferung lässt auf sich warten

200 Exemplare hat Cesaro bei einerm Kulmbacher Verlag bestellt. Die Bücher sind bis jetzt jedoch nicht eingetroffen, denn es gebe Probleme bei der Auslieferung. "Die Bücher sind nicht auffindbar", sagt er. Er ist sich aber sicher, dass die bestellten Bücher kommen werden und freut sich, bald jedem beteiligten Künstler ein Exemplar übergeben zu können.