Die Landwirte wollten am Freitag ein Zeichen setzen - gegen einen Nationalpark im Frankenwald, aber auch generell gegen einen dritten Nationalpark in Bayern. Von der Zecherhalle bewegte sich ein Demonstrationszug zur Veranstaltung mit Ministerin Scharf.

BBV-Kreisobmann Erwin Schwarz fand, dass in der Diskussion nicht mit offenen Karten gespielt werde. Kritische Organisationen würden gegeneinander ausgespielt. "Jeder bekommt ein Zuckerl hingeschmissen." Es würden Zusagen getroffen, deren Einhaltbarkeit bei ihm starke Zweifel wecken. "Denn wenn ein Nationalpark kommt, dann bestimmt Bayern gar nicht mehr darüber", verweist er auf die IUCN-Organisation, die seiner Ansicht nach die Fäden in die Hand nehme.

Die Bauern in der Debatte immer als die Bösen abzustempeln, sei zudem nicht fair. In der Vergangenheit hätten sie oft genug gezeigt, dass sie dem Naturschutz aufgeschlossen sind. Doch den wirtschaftlichsten Wald stillzulegen, dabei könnten sie nicht tatenlos zuschauen. Und man wolle die Ministerin nicht mit dem Eindruck nach München fahren lassen: "Im Frankenwald gibt es keinen Widerstand, da machen wir's."

Erwin Schwarz verlässt die CSU

Austritt: Wie Erwin Schwarz bestätigte, hat er sich zum Austritt aus der CSU entschlossen. CSU-Kreisvorsitzender Jürgen Baumgärtner bedauerte diesen Schritt und versicherte, dass für Schwarz die Türen zum Dialog um den Nationalpark ebenso wie zur CSU offen bleiben.

Begründung: Schwarz versicherte, dass er Baumgärtner sehr schätze, dieser aber beim Thema "Nationalpark" übers Ziel hinaus geschossen sei. Nach kritischen Äußerungen zu diesem Vorhaben sei Schwarz auch angerufen und gerügt worden. Ein Druck, den er sich nicht auferlegen lassen mag. Generell hält er die Politik seiner (bisherigen) Partei im Freistaat wie auch im Landkreis nicht mehr für sehr christlich. Seiner Ansicht nach polemische Äußerungen über die Bauern bei Baumgärtners Gespräch mit Forstdienstleistenden in Steinwiesen hätten ihn in seiner Haltung bestätigt.

Abwesenheit: Beim Besuch der Ministerin blieb er bei den Demonstranten, da er dafür Sorge tragen wollte, dass der Dialog nicht gestört wird. mrm