Es ist kurz nach 9 Uhr. Die erste Patientin liegt schon auf dem OP-Tisch. Wartet darauf, dass es los geht. Sie ist heute nur eine von vielen. Klaus Königsreuther operiert den ganzen Tag. Fast ohne Pause, im fließenden Übergang. Immer mittwochs steht er im OP der Frankenwaldklinik. Vor einem halben Jahr hat der Augenarzt die Praxisräume von Eckbert Schnitzler in der Adolf-Kolping-Straße übernommen. Seit drei Monaten bietet er außerdem Augen-OPs an. "Es ist schön, wenn man den Patienten helfen kann und sie wieder besser sehen können", sagt der Arzt.

Und dafür nimmt Königsreuther einen weiten Weg auf sich. Fast anderthalb Stunden fährt er von Egloffstein, wo er wohnt, mittwochs in die Frankenwaldklinik sowie donnerstags und freitags in seine Praxis in Kronach. Seit 1998 hat Königsreuther seine Augenarztpraxis in Gräfenberg und Eckental. Jetzt hat er auch in Kronach seinen festen Patientenstamm.
"Meine Frau kommt aus Kronach. Da haben wir gehört, dass Eckbert Schnitzler seine Praxis zumacht", erklärt er. Königsreuther überlegte nicht lange und entschied sich für die Räumlichkeiten. Neue Patienten nimmt er weiterhin auf.

Eine OP dauert 15 bis 20 Minuten

Die lange Fahrt macht ihm nichts aus. Im Gegenteil. Vielmehr möchte er seinen Patienten in Kronach lange Fahrtzeiten ersparen: "Ich biete zwar auch OPs im Ärztehaus in Gräfenberg an, so ist es für die Patienten aber natürlich viel einfacher."

Operiert werden vor allem Patienten mit grauem Star oder Netzhauterkrankungen. Die OPs sind ambulant, die Patienten werden nur örtlich betäubt und können danach nach Hause gehen. Eine OP dauert gerade mal 15 bis 20 Minuten. "Wobei die Vorstellung, am Auge operiert zu werden, für viele seltsam ist. Nach der OP ist die Erleichterung bei den meisten schon sehr groß", erzählt Königsreuther. Für ihn ist eine Augen-OP dagegen pure Routine. Seit fast 20 Jahren operiert er am Auge. Sein wichtigstes Hilfsmittel: das Mikroskop, durch das er während der gesamten Operation durchschaut. Ohne geht nichts. "Mit einem Messer machen wir einen Zwei-Millimeter-Schnitt in die Hornhaut. Mit dem Ultraschall oder dem Laser wird dann die Linse entfernt", erklärt der Augenarzt. Dann wird die Kunstlinse eingesetzt. Das Auge wird dabei die ganze Zeit mit einer Lidsperre offen gehalten.

Für die Kronacher Frankenwaldklinik war es laut Geschäftsführer Marcus Blaschke kein Problem, Königsreuther mittwochs zwei OP-Säle zur Verfügung zu stellen. Und so steht der Augenarzt wieder bis abends im OP. Und schaut seinen Patienten ganz genau in die Augen.