Genau zehn Jahre ist es her, dass sich Helmut Barthel und Caterina Eder zum ersten Mal begegneten. Beide feierten damals zufällig zur gleichen Zeit auf dem Hüttenheimer Kirchenburgweinfest. Am Freitag feierten sie nicht nur Weinfest in der Kirchenburg, sondern Hochzeit im historischen Rathaus.

Zufällig kennen gelernt


Es war ein familiärer Bezug, der Helmut Barthel vor zehn Jahren nach Hüttenheim führte. "Der Bruder meines Vaters war von 1937 bis 1953 Pfarrer in Hüttenheim", erinnert sich Barthel an seine Besuche in der Kinderzeit. Damals habe das alte, von Weinreben umrankte Pfarrhaus noch gestanden. Mit der Zeit gerieten die Kindertage beim Onkel in Vergessenheit - bis der heute 68-jährige Bräutigam über das Weinparadies und den Weinort Hüttenheim las. Alte Erinnerungen wurden wach und der Ortsname war plötzlich nicht mehr völlig fremd. Der frühere Industriekaufmann stieg in sein Wohnmobil und reiste zum Kirchenburgweinfest.

Caterina Eder stammt auch nicht aus dem Landkreis Kitzingen, hat aber einige Freundinnen in Nenzenheim, mit denen sie damals das Weinfest besuchte. "Im Laufe des Abends saßen sich dann fünf Männer und fünf Frauen gegenüber, darunter Caterina", blickt Helmut Barthel mit strahlenden Augen zurück. Die beiden fanden sich auf Anhieb sympathisch und es ergab sich allmählich eine lockere Bindung zwischen den beiden Alleinstehenden, die sich immer mehr verfestigte.

Heute ist das Paar in Dachau zuhause und war schon öfter wieder in Hüttenheim. Als eines Tages die Frage nach einer möglichen Hochzeit diskutiert wurde und schließlich das Wo und Wann festzulegen war, mussten sie nicht lange überlegen: Hüttenheim als Ort des Kennenlernens sollte es sein, zumal hier zwischen Blumen, Rathaus und Hochzeitsessen alles für eine größere Familienfeier zu finden war. Und auch der Termin war nicht schwer festzulegen: das nächste Kirchenburgweinfest wurde auserkoren.

Die 53-jährige Sozialpädagogin hat drei Kinder, der 68-jährige Rentner einen Sohn, hinzu kommt derzeit je ein Enkel.

"Eine Hochzeitsreise ist vorläufig nicht geplant", erzählt Bräutigam Helmut Barthel. Selbstverständlich aber ist, dass nach Hochzeitsessen, Kaffee und Kuchen der Festtag auf dem romantischen Kirchenburgweinfest verbracht wurde. Dann allerdings nicht mehr in Anzug und Brautkostüm. Dann ist legere Kleidung angesagt, so wie damals vor zehn Jahren.