Der Hotelbau am Kitzinger Mainufer lässt sich auch durch Corona nicht aufhalten. Investor Wolfgang Rosentritt (Würzburg) stellte am Dienstagabend im Kitzinger Stadtrat seinen überarbeiteten Entwurf vor und bekam dafür die Zustimmung der Mehrheit. Bis Jahresende soll der Bau beginnen.

Zuvor schilderte Bauamtsleiter Oliver Graumann die Ausgangslage: Das geplante Hotel soll auf den Grundstücken Schrannenstraße 29 bis 35 entstehen. Die Gebäude 29 und 31 werden abgerissen, um ein hochwasserfestes Erdgeschoss bauen zu können. Die Häuser 33 und 35 (Bürgerzentrum) will Rosentritt in Abstimmung mit dem Denkmalschutz und dem Stadtheimatpfleger umbauen. Alles in allem soll damit ein Komplex mit 56 Zimmern und Restaurant zur Mainseite entstehen, der historische Lagerhaus-Teile eines Balthasar-Neumann-Baus und Reste der Stadtmauer erhält, zugleich aber den Anforderungen an einen modernen Hotel-Betrieb gerecht wird.

Streit um die Gestaltung

Wolfgang Rosentritt betonte, dass er seit drei Jahren an dem Projekt arbeite und es trotz der akutellen Krise nicht aufgeben werde. Bei der Vorlage seiner neuen Entwürfe sprach er davon, dass es gerade beim Dach schwierig sei, "eine gute und wirtschaftliche Lösung hinzubekommen". Die Dachgestaltung und auch die Aneinanderreihung der Komplexteile stießen im Stadtrat auf ein geteiltes Echo. Elvira Kahnt (SPD) nannte die Neubauten "unheimliche Klötze". Sie hätte sich gewünscht, das Hotel besser in die umgebende Bebauung einzupassen. Speziell die Ansicht vom Main aus empfand sie als "entsetzlich". 

Hans Schardt (ProKT) befand dagegen: "Balthasar Neumann würde sich freuen, dass Leben in die Bude kommt" und sprach von einer gelungenen "Symbiose von alter und neuer Architektur". Klaus Christof (KIK) widersprach: "Balthasar Neumann würde sich im Grab umdrehen." Der Komplex sei "einfallslos" und würde "alle Prinzipien der Architektur auf den Kopf stellen". Außerdem kritisierte er: Die Stadt stehe im Wort, dem Bürgerzentrum als Ersatz ein vergleichbares Domizil zur Verfügung zu stellen. 

Müller: Hotel bringt die Stadt voran

Oberbürgermeister Siegfried Müller (UsW) wies es strikt zurück, "dass wir fürs Bürgerzentrum nichts getan hätten". Auch seien von Beginn der Planung an alle Informationen über das Projekt geflossen. Der OB begrüßte es, dass Rosentritt trotz der Krise die Investition durchziehe. "Das Hotel wird die Stadt nach Corona voranbringen", ist Müller überzeugt.

Auch Andreas Moser (CSU) sprang Rosentritt bei und kritisierte Äußerungen im Stadtrat, die kein gutes Bild nach außen abgäben. Das Projekt "muss man begrüßen, und über Geschmack lässt sich streiten" sagte Moser. 

Stadt wird BZ-Gelände verkaufen

Thomas Steinruck (KIK) sah in dem Projekt nicht Geschmacksfragen berührt, sondern beklagte fehlende Proportionen. Sein hartes Urteil: Der Umbau sei eine "Vergewaltigung des Gebäudes". Ein Abriss des Bürgerzentrums wäre ehrlicher gewesen. 

Graumann hielt dagegen, dass der Hotelbau "nicht das einfachste Projekt" sei und auch nicht auf der Grünen Wiese entstehe. Es sei eine große Herausforderung, mehrere Gebäude und einen historischen Bestand in die Planung einzubeziehen und dabei die Anforderungen des Hoteliers zu berücksichtigen. Der Bauamtsleiter resümierte: "Das ist in hervorragender Weise gelungen." Die Stadtverwaltung stehe "voll dahinter" und er glaube, dass auch für den Denkmalschutz und den Stadtheimatpfleger sagen zu dürfen.

Am Ende erhielt Rosentritts Projekt mit 21:7 eine klare Zustimmung im Rat. In Kürze ist zu erwarten, dass die Stadt ihr Bürgerzentrum-Gelände an Rosentritt verkauft. Im Gegenzug muss er dafür den bislang nicht genannten Hotelbetreiber vorstellen.