Ein halbes Jahr musste das Symphonische Blasorchester der Stadt Volkach (SBO) wegen der Corona-Pandemie pausieren. Am vergangenen Wochenende beendeten die 61 Musikerinnen und Musiker mit ihrem Dirigenten Manuel Scheuring nach nur dreiwöchiger Vorbereitung die livemusikfreie Zeit. Beim Musik-Herbst auf dem Weinfestgelände glänzte Volkachs Musikerelite vor 250 Zuhörern mit euphorischen Bläserfanfaren und bekannten Melodien. Am Sonntagabend ließen Barbara Hölzer und fünf Freunde vor etwa 100 Gästen Gitarren und Trompete kooperieren.

Eigentlich sollte das SBO an Pfingsten zur Serenade auflaufen, die wegen gesetzlicher Corona-Auflagen aber ausfallen musste. Dank eines von Tourismuschef Marco Maiberger erstellten Hygienekonzepts, mit dem man bereits beim Sommer-Kabarett gute Erfahrungen gemacht hatte, konnten die Musiker jetzt unter freiem Himmel eine Kostprobe ihres Könnens abgeben. Dirigiert wurden sie vom zweiten Dirigenten Manuel Scheuring, der diesmal den etatmäßigen Orchesterchef, Bundesdirigent Ernst Oestreicher, am Taktstock in bester Manier vertrat.

Beinahe majestätisch starteten die Blechbläser das zweistündige Potpourri. Von Beginn an wurde es dem Auditorium bei kühlen elf Grad Celsius unter mitgebrachten Decken kuschelig warm. Den Orchestermitgliedern und ihren Instrumenten setzten die herbstlichen Temperaturen wenig zu. Mit schnellen Taktartwechseln und hämmernden Schlaginstrumenten begaben sie sich auf eine abwechslungsreiche Tour durch die Welt der Musik. "At the break of Gondwana" lautete der Aufruf, um musikalisch einem einmaligen Naturspektakel von einst zu lauschen, als Kontinente auseinander drifteten.

Der Wilde Westen samt Goldgräberstimmung beherrschte die nächsten Songs. Bei der bezaubernden Filmmusik für Italo-Western von Ennio Morricone konnten die Zuhörer die Augen schließen und den prickelnden Orchestersound genießen. Nach der Pause stand zunächst die Marschmusik im Blickpunkt, ehe mit "Der König der Löwen" ein Musical-Dauerbrenner ertönte. Stücke von Mozart, Udo Jürgens und Boney M. machten deutlich, welch musikalische Vielfalt das SBO in schier perfekter Harmonie trotz der wenigen Proben in der Schulturnhalle beherrscht.

Nach zwei Zugaben mit der Europahymne und dem Frankenlied meinte Heiko Bäuerlein "Thank you for the music". Volkachs Bürgermeister lobte das Engagement von Orchester und Dirigent mit Blick auf die Pop-Gruppe Abba. Weinprinzessin Katharina Schmitt zeigte sich glücklich, nach dem ausgefallenen Fränkischen Weinfest Mitte August mit den Gästen auf dem Festplatz doch noch ein Glas Wein erheben zu können. Moderator Marco Maiberger freute sich, dass das Publikum die Corona-Regeln einhielt. Wer seinen Platz verließ, trug einen Mund-Nasenschutz.

Das galt auch am Sonntagabend, als Gitarren und Trompete "vielsaitig" aufspielten. Im Blickpunkt des konzertanten Geschehens standen die Gitarristen Barbara Hölzer, Maximilian Nitsche, Niklas Rauchenberger Johannes Teubler (Trio MaNiJo) und Tina Wirsching sowie Trompeter Manuel Scheuring. Die außergewöhnliche Klangkombination reichte von jazziger Gute-Laune Musik über fränkische Volksmusik bis zu südamerikanischen Tangorhythmen. Melancholische Klänge begleiteten Tina Wirschings Gesangsparts. Das begeisterte Auditorium "erklatschte" sich eine Zugabe von den Künstlern, die nach der langen Corona-Pause endlich wieder einmal vor Publikum auftreten durften.