Investitionen in die Zukunft nahm der Kleinlangheimer Gemeinderat am Donnerstagabend in Augenschein. Unterwegs waren Bürgermeisterin Gerlinde Stier, Tobias Schramm vom Ingenieurbüro Glückert und die meisten Ratsmitglieder im Schleifweg, in der Bahnhofstraße und im Ortsteil Atzhausen.

"Die Hauptarbeiten sind gemacht", sagte die Bürgermeister bei der ersten Station, als es um den Fortgang der Arbeiten im Schleifweg ging. Zu fertigen ist noch der Gehweg auf der Nordseite der Straße, der gepflastert werden soll, wie sich das Gremium einig war. Mit Bezug auf die aktuelle Regenwassersituation berichtete die Bürgermeisterin, dass das letzte Hochwasser wesentlich besser über die Bühne ging, da der Regenwasserkanal schon angeschlossen war, "es hat am 9. Juli niemand angerufen und es hat alles gut funktioniert".

Tobias Schramm zeigte sich überzeugt, dass das Regenwasser kontrolliert abgeführt werden kann, wenn das Baugebiet "Am Graben" fertig ist. Er zeigte an Ort und Stelle, dass am tiefsten Punkt im Schleifweg jetzt Straße und Bordstein tiefer sind als der benachbarte Hof. Die Bürgermeisterin freute sich auch darüber, dass durch den doppelten Regenwasserkanal und das Trennsystem das Fremdwasserproblem behoben werde.

Zum Stand der Arbeiten erklärte Schramm, dass die Pflasterarbeiten noch nicht fertig seien, da die Firma überlastet sei, "die Leute kommen nach dem Betriebsurlaub am 16. August wieder". Als weiteren Vorteil hob Schramm den leichten Anstieg des Gehsteigs im Schleifweg zu den Anwesen hin, den muldenförmig vorgesehenen Verbindungsweg vom Schleifweg zum Baugebiet und den geplanten Entwässerungsgraben entlang des Baugebiets hervor.

In der Bahnhofstraße wird für den neuen Kanal tief gebaggert

Zweite Station war in der Bahnhofstraße, wo derzeit für den neuen Kanal tief gebaggert wird. Einige Diskussionen gab es zum künftigen Standort für den Verteilerkasten zur Glasfaserversorgung. Die Informationen dazu gab Willi Köhler, der auch ankündigte, dass die Glasfaserverlegung im Zuge der Leitungswasserversorgung zur Pfarrgasse über die Bühne gehen wird. Über den endgültigen Standort des Verteilerkastens soll in der Ratssitzung am Dienstagabend (20. Juli) entschieden werden.

Zu sehen waren im Kanalschacht alte Spundwände vom Kanalbau im Jahr 1964, die jetzt Probleme bereiten, da sie entfernt werden müssen und mit einem schmalen Löffelt gebaggert werden muss, was die Arbeiten verzögert. Aufgrund des anstehenden Grundwassers und der dicken Sandschicht ist auch eine Rohrgrabenstabilisierung notwendig, "es ist eine schwierige Stelle, da muss sorgfältig gearbeitet werden und beim Abzweig in Richtung Pfarrgasse sind wir etwa fünf Meter tief", so Schramm. Er riet dazu, die Hausanschlüsse nach Möglichkeit zu entflechten, was mittels eines Zweitanschlusses geschehen könnte. Dabei gebe es auch die Chance, dass sich zwei Anwesen einen Zweitanschluss teilen könnten.

Der Dachbereich der ehemaligen Schule ist marode

Dritte Station war in Atzhausen, wo vor allem der marode Dachbereich der ehemaligen Schule angeschaut wurde. Zu sehen war, dass aus dem Erker schon ein großer Steinbrocken heraus gebrochen war und das Holz morsch ist. "Da muss etwas gemacht werden", meinte Hans Braun, was auch die Haltung der übrigen Ratsmitglieder war, da direkt neben dem Gebäude der Kinderspielplatz ist. Olaf Gärtner schlug vor, das Dach im Zuge der Dorferneuerung neu einzudecken, aber zunächst erst einmal einen Dachdecker zwecks Begutachtung zu beauftragen und dann eine Entscheidung zu treffen.

Man war sich im Gremium einig, dass auch eine Information an die zuständige Dorferneuerungsstelle erfolgen soll, dass Gefahr im Verzug sei. Bei der Diskussion zur künftigen Verwendung der ehemaligen Schule, zu deren Sanierung ein Zuschuss der Dorferneuerung in Aussicht steht, konnte sich die Bürgermeisterin "eine Art Bürgerhaus mit Ausschank" vorstellen, da es in Atzhausen kein Gasthaus mehr gibt.