Zuletzt wurde in der Duden-Redaktion angeblich verschärft darüber nachgedacht, die Redewendung „in vollen Zügen“ ersatzlos abzuschaffen. Aus Mangel an Zügen. Aber das hat sich ja erübrigt. Auf Schlichter beim Bahnstreik zurückzugreifen – darauf hätte man wirklich schon sechs oder sieben Streiks vorher kommen können.

Am allerbesten aber ist, dass wir nicht mehr die dämliche Floskel hören müssen, dass der Streik „wieder Fahrt aufnimmt“ – wo doch in Wirklichkeit alles steht.

Ganz viel nachgedacht wird auch in Kitzingen. Und zwar über die US-Hinterlassenschaften. Was passiert mit den Marshall Heights? Wann kommen die ersten Flüchtlinge in den zur Gemeinschaftsunterkunft umgebauten Corlette Circle?

In diesem Zusammenhang regt sich Widerstand, was die englischen Bezeichnungen anbelangt. Sollten die nicht abgeschafft und durch deutsche Namen ersetzt werden? Ein Leserbriefschreiber aus Buchbrunn kam jedenfalls zu der Erkenntnis, dass es keinen ersichtlichen Grund gibt, amerikanische Kriegshelden zu verewigen.

Die Diskussion ist eröffnet. Zumal es in Kitzingen etwa 27,5 Schreibweisen für die Marshall Heights gibt – von Masal Heiths bis Marschall Heits.

Aber Obacht: Umbenennungen können nach hinten losgehen, wie das unrühmliche Beispiel Max Brose in Coburg beweist.

Noch etwas war diese Woche in der Diskussion: In der einen oder anderen Stadt wird überlegt, gleichgeschlechtliche Ampelpärchen einzuführen. Um nicht zu diskriminieren. In Kitzingen macht das wenig Sinn – weil sowieso immer alles rot ist und wir dann die nächste Diskriminierung hätten, weil die grünen Paare nie zu sehen sind.

Zum Schluss noch eine halbgute Nachricht aus Kitzinger Landen: Wir werden immer älter. Diese Woche gab es eine 102-Jährige zu feiern.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres weist die Statistik neun Einwohner aus, die 100 Jahre oder älter sind bzw. werden. Um genau zu sein: fünfmal 100, zweimal 101 sowie je einmal 102 und 103.

Das lässt sich bestimmt für die Vermarktung nutzen: Nach Wein-, Wander- und Kultur- nun auch Methusalem-Landkreis.

Unter den Ü-100 sind übrigens – und jetzt wird klar, warum die Nachricht nur halbgut ist – acht Frauen und ein Mann.

Unabhängig von der himmelschreienden Ungerechtigkeit sind die betagten Herrschafen der lebende Beweis, dass es in Kitzingen tatsächlich ein Leben vor den Marshall Heights, den Masal Heiths und auch den Marschall Heits gab.

Die Woche blickt samstags zurück, was unseren Autoren in den vergangenen sieben Tagen aufgefallen ist.