Beschlossen hat der Marktgemeinderat noch nichts. Die Vorstellung der Kostensituation, die sich durch die umfangreiche Klärschlammentsorgung sowie die Nachrüstung und Sanierung der Kläranlage ergibt, nahmen die Gemeinderäte in ihrer Sitzung am Mittwoch jedoch mit Sorge zur Kenntnis.
Zu Beginn der Sanierung hatte das Gremium festgelegt, dass 75 Prozent der entstehenden Kosten über Beiträge und der Restbetrag über Gebühren erhoben werden sollen. Dazu haben die Bürger bereits zwei Raten bezahlt.
"Wenn wir es bei den abgeschlossenen Beitragszahlungen belassen, dann liegt der Beitragsanteil bei 61 Prozent und der Restbetrag muss auf den Verbrauch umgelegt werden", machte Bürgermeister Bruno Gamm (UW) deutlich.
Die Ratsrunde war sich in einem Punkt schnell einig: eine Nacherhebung von Beiträgen soll es nicht geben.

Seit Jahren keine Kostendeckung

Das jährliche Abwasseraufkommen bezifferte Gamm mit 55 550 Kubikmetern. Zu den Schätzkosten sei die Anlage abzuschreiben, der kalkulatorische Zins und die Betriebskosten einzurechnen. Hier hatte Gamm einschließlich der Planungskosten 789 000 Euro auf der Ausgabenseite stehen, davon wurden 483 000 Euro durch Beitragszahlungen bereits geleistet. In der weiteren Rechnung werde die bisherige Abwassergebühr von 77 Cent/m³ auf mindestens 1,55 Euro/m³ steigen müssen.
Bürgermeister Bruno Gamm gab zu bedenken, dass die Marktgemeinde schon über Jahre hinweg die vorgeschriebene Kostendeckung nicht erreicht habe. Nun müsse noch zusätzlich eine verzögerte Klärschlammentsorgung berücksichtigt werden. Zehn Jahre war der Klärschlamm gelagert und 2010 für 226 570 Euro entsorgt worden. Müsse dieser Betrag eingerechnet werden, steige die Abwassergebühr sogar auf mindestens 1,95 Euro/m³.
Zunächst will der Bürgermeister rechtlich klären lassen, ob die Kosten für die Klärschlammentsorgung umgelegt werden müssen oder nicht. Denn darin war sich die Ratsrunde in ihrer Sitzung einig: diese zusätzlichen Kosten will niemand den Bürgern zusätzlich zumuten.