Längste Hängebrücke der Welt soll in Oberfranken gebaut werden: Die Planungen für den Bau der umstrittenen Frankenwaldbrücke durch das Höllental im Landkreis Hof gehen weiter, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und die Regierung von Oberfranken berichten.

Am Dienstag (11. August 2020) erteilte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) bei einem Besuch in Lichtenberg eine Ausnahmegenehmigung. "Die Frankenwaldbrücke soll ein Vorzeigeprojekt für Oberfranken werden. Sie soll einen unverstellten Blick auf einen grünen Ozean aus Bäumen bieten", kündigte der Politiker bei seinem Besuch an. 

Umweltschützer reagieren entsetzt auf Entscheidung

Erst im Mai 2020 hatte sich der Naturschutzbeirat bei der Regierung Oberfranken aus verschiedenen Gründen mehrheitlich gegen den geplanten Bau einer Hängebrücke im Naturschutzgebiet ausgesprochen und den Bau abgelehnt. Die Brücke mit einer Länge von mehr als 1000 Metern soll mitten durch ein Naturschutzgebiet führen. Die Regierung Oberfrankens steht dem Vorhaben positiv gegenüber und schaltete das Umweltministerium ein, das nun grünes Licht für den Bau gab. 

"Das Projekt bringt Umweltschutz und Tourismus in verantwortbarer Weise in Einklang", kommentierte Wirtschafts- und Tourismusminister Hubert Aiwanger laut dpa-Bericht. Umweltverbände hingegen reagierten entsetzt auf die Entscheidung der Bezirksregierung. Sie befürchten schwerwiegende Eingriffe in das Ökosystem. "So wird wunderbare Natur degradiert zu einer billigen Kulisse für Gaudi-Tourismus", kritisierte Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz. Gerade wandernde Arten wie Uhu und Wanderfalke seien dann erheblich beeinträchtigt, wird Schäffer im dpa-Bericht zitiert.

Richard Mergner, Landesvorsitzender beim Bund Naturschutz, halte die Genehmigung der Höllentalbrücke für ein falsches Signal. Auch die Grünen kritisieren das Projekt. Die Regierung von Oberfranken hingegen hält das Projekt aus naturschutzfachlicher Sicht geeignet. Nachhaltiger Schutz der Tier- und Pflanzenwelt sei gewährleistet. Durch das benachbarte Lohbachtal soll ebenfalls eine Brücke mit einer Länge von 387 Metern führen. Beide Brücken werden als Frankenwaldbrücken bezeichnet. Insgesamt soll das Projekt rund 22 Millionen Euro kosten.

Hof, Kronau und Rehau testen autonom fahrende Busse: Das Forschungsprojekt "Shuttle-Modellregion Oberfranken" geht mit der Eröffnung des Leitwartenbüros weiter voran. Selbstständig fahrende Shuttles sollen in Zukunft den ÖPNV ergänzen - die Testphase beginnt im Herbst.