Das Forschungsprojekt "Shuttle-Modellregion Oberfranken" geht in die nächste Runde: Mit autonom fahrenden Shuttles soll der öffentliche Personennahverkehr ausgebaut werden. Wie die Stadt Hof mitteilt, geht es für das innovative ÖPNV-Projekt mit der Eröffnung des Leitwartenbüros in der Hofer Ludwigstraße 75 nun in die nächste Runde.

Mit selbstständig fahrenden Shuttles sollen die letzten Lücken im ÖPNV in Nordbayern gestopft werden. In den Städten Hof, Kronach und Rehau soll das Projekt den Betrieb der Shuttles als Ergänzung zum ÖPNV wissenschaftlich erproben. 15,3 Millionen Euro wurden investiert, ein Großteil vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Akzeptanz der Bevölkerung - Bürgerbefragungen zu selbstfahrenden Shuttles

Das Projekt soll bis Ende 2021 laufen. Indes werden zahlreiche Aspekte bearbeitet, die die Sensorik der Shuttles, die Interaktion zwischen Mensch und Shuttle sowie mögliche Geschäftsmodelle für den Betrieb umfassen. Im Mittelpunkt steht die Akzeptanz der Bevölkerung, weshalb die Verantwortlichen im Herbst Bürgerbefragungen in den drei Städten durchführen werden.

"Mit dem Forschungsprojekt setzen sich die beteiligten Gebietskörperschaften mit ihren Forschungspartnern bundesweit an die Spitze im Bereich innovativer ÖPNV", sagt die Hofer Oberbürgermeisterin Eva Döhla. Oliver Bär, Landrat des Landkreises Hof, unterstreicht: "Wir wollen öffentliche Mobilität neu gestalten. Dadurch werden sich gerade für ländliche Räume neue Möglichkeiten ergeben und die Menschen vor Ort profitieren."

"Um gleichwertige Lebensverhältnisse wie in den urbanen Räumen sicherstellen zu können, müssen die Zukunftsfragen der Mobilität gelöst werden", erläutert Michael Abraham, Bürgermeister von Rehau. Dort werden zunächst die Betriebsstandorte der Rehau AG + Co. untereinander verbunden werden. In Kronach steht die touristische Anbindung, in Hof die Verbindung zur Innenstadt im Mittelpunkt.

Erste Testphase für selbstfahrende Shuttles im Herbst

Das Leitwartenbüro in der Hofer Ludwigstraße 75 ist für Bürger und alle Interessierten geöffnet. Das Büro ist gut erkennbar: Abbildungen der Shuttles in ihrem künftigen Design hängen in den Schaufenstern aus. Seit Ende April 2020 sind dort Ingenieure am Werk, die den Start der teilautomatisiert fahrenden Shuttles vorbereiten, damit im Herbst die erste Testphase starten kann.

Derzeit werden die Streckenauswahl und deren Vermessung sowie die Garagen und Auflademöglichkeiten erforscht. Außerdem wird über die Designauswahl gesprochen. Im Herbst wird das Büro noch eine technische Leitwarteneinrichtung erhalten, um die Kommunikation zu den Shuttles in der Testphase sicherzustellen.

Die Projektpartner des Forschungsprojektes Shuttle-Modellregion Oberfranken reichen von Stadt und Landkreis Hof über den Landkreis Kronach und die Stadt Rehau als Gebietskörperschaften. Valeo Schalter als Konsortialführer und Sensoren GmbH am Standort Kronach unterstützen das Projekt ebenfalls.

Außerdem beteiligen sich die Rehau AG + Co. und die Deutsche Bahn sowie die Hochschulen für angewandte Wissenschaften Coburg und Hof, die Logistik Agentur Oberfranken e.V. und die Technische Universität Chemnitz.

Jugendliche aufgepasst: Auch in Bayern ist der Moped-Führerschein bald ab einem Alter von 15 Jahren möglich.Dafür gibt es allerdings Bedingungen.