Am 26. November geht es los auf dem Náměstí Jiřího z Poděbrad – dem zentralen Stadtplatz in Cheb.  25 Stände stehen um den großen Christbaum sowie ein Glockenspiel - und bieten eine Menge Leckereien und weihnachtliche Kleinigkeiten an.

"Die Stände mieten sich die jeweiligen Händler – und die meisten kommen schon regelmäßig zu uns. Das Angebot ist groß: Leckereien, Essen, Weihnachtsartikel, Handarbeiten, Schmuck und traditionelle Weihnachtsspeisen", sagt Simona Liptáková, sie ist Pressesprecherin der Stadt Cheb. Warum lohnt sich aber gerade für Besucher aus Franken ein Abstecher in die tschechische Nachbargemeinde? Für Simona Liptáková ist die Sache klar: „Unsere deutschen Freunde kommen vor allem wegen der weihnachtlichen Atmosphäre, die in ganz Cheb gelebt wird.“

Böhmische Weihnachten - In Cheb wird Tradition großgeschrieben

Das heißt: Böhmische Wurstwaren und deftige Leckereien, Plätzchen und natürlich Glühwein und Met warten auf die Besucher. Und wer noch ein Weihnachtsgeschenk oder Schmuck für den Weihnachtsbaum sucht, ist hier ebenso richtig. An vielen Ständen geht es auch um den guten Zweck, so sind gemeinnützige Verbände mit ihrem Angebot traditionell gut vertreten. Vor allem aber ein bestimmtes Souvenir legt Simona Liptáková den Besuchern ans Herz: "Auf jeden Fall die sehr gefragten und beliebten Weihnachts-Tassen. Und die haben in diesem Jahr ein neues Design. Wir als Stadt haben seit kurzem ein neues Logo und eine neue visuelle Identität – und die bringen wir gerade in das alltägliche Stadtleben ein. So haben auch unsere Weihnachts-Tassen ein neues Motiv mit dem überarbeiteten Stadt-Logo. Das wird den Leuten sicher gefallen!"

Noch ein Grund, warum sich der Weihnachtsmarktbesuch in Cheb lohnt: Traditionell ist er im Vergleich zum fränkischen Christkindlesmarkt-Bummel recht günstig. Natürlich erwartet auch Simona Liptáková einen Preisanstieg in diesem Inflationsjahr. Der dürfte laut der Pressesprecherin aber recht moderat ausfallen, vor allem weil wie jedes Jahr der Fokus auf Familien liegt: "Wenn der Glühwein im vergangenen Jahr 40 Kronen gekostet hat, wird er diesmal sicher keine 80 Kronen kosten. Unserer Erfahrung nach ist es so, dass sich eine Familie mit Kindern immer Wurst, Baumstriezel, Glühwein oder Met kauft." Der Preis entspricht übrigens 1,65 Euro, beziehungsweise 3,30 Euro.

Insgesamt waren die gestiegenen Kosten bei der Planung des Weihnachtsmarktes ein Thema. "Wir wollen den Leuten die Weihnachts-Stimmung nicht verderben, und deshalb müssen wir auch mit einem Preisanstieg bei der Energie rechnen. Natürlich werden wir diese Mehrkosten später wieder reinholen." erläutert Simona Liptáková. Man hat sich schließlich darauf geeinigt, die weihnachtliche Beleuchtung in diesem Jahr auf das Marktgelände und Teile der Fußgängerzone Stadtzentrum zu begrenzen. Laut der Pressesprecherin bewegen sich die Ausgaben bisher im Rahmen der vergangenen Jahre, die Rechnungen würden aber erst nach Abschluss feststehen.

Familien im Fokus - An der Weihnachtsatmosphäre wird nicht gespart

Die glimpfliche Finanzplanung hat auch eine traditionelle Attraktion ermöglicht, auf die in vielen fränkischen Städten in diesem Jahr verzichtet wird: Eine Eislaufbahn. Und, die läuft in diesem Jahr sogar eine Woche länger, bis zum tschechischen Ferienende am 2. Januar. "Wenn der Weihnachtsmarkt vorbei ist, bauen wir die Eisfläche nicht sofort ab. Das Eis schmilzt ja auch nicht sofort. Insgesamt ist die Eisfläche keine so große Belastung im Budget, mit der wir eigentlich gerechnet hatten", erläutert Simona Liptáková. Übrigens ist das Eislaufen für Kinder kostenlos.

Neben dem kulinarischen Programm begeistert der Weihnachtsmarkt in Cheb von Beginn an mit Musik. Auf der großen Bühne werden zahlreiche Acts erwartet. In diesem Jahr ist es aber ein bisschen anders als sonst, denn bisher waren nur traditionelle Klänge zu hören. "Das Wochenend-Programm ist immer für alle Altersgruppen ausgelegt. Es werden Bands aus der ganzen Republik auftreten und es gibt einen Mix aus vielen verschiedenen Musikrichtungen." Bei den jüngeren Besuchern findet das laut Liptáková einen positiven Anklang, die Älteren würden mit dem Konzept aber noch ein bisschen hadern. Aber auch die Traditionalisten kommen voll auf ihre Kosten. "Die Lokalzeitung 'Chebský deník' veranstaltet immer einen Weihnachtslieder-Wettbewerb und daran beteiligen wir uns auch. Am 7. Dezember singt immer ein Mensch auf der Hauptbühne ein traditionelles Weihnachtslied und alle Zuschauer können mit einstimmen. Das ist eine langjährige Tradition bei uns und die Leute freuen sich immer darauf. Natürlich gibt es auch wieder Auftritte unserer Grundschüler und der Musikschulen – bei denen hat nun auch alles mit Weihnachten zu tun."

Ein praktischer Hinweis zum Schluss: Die Parksituation ist für die Besucher laut Simona Liptáková recht entspannt, obwohl natürlich der Hauptplatz für den Verkehr gesperrt ist. "In der Komenský-Straße ist ein Ausweich-Parkplatz eingerichtet, auf dem unsere Gäste ihre Autos abstellen können. Ansonsten empfiehlt es sich, sein Auto in den Parkhäusern der Einkaufszentren im Umkreis zu parken. Die sind alle in Gehweite zum Weihnachtsmarkt." Besucher sollten aber darauf achten, dass das Parken in den blau gekennzeichneten Zonen im Stadtzentrum eingeschränkt oder im besten Fall kostenpflichtig ist. Natürlich ist Cheb aber auch mit dem Zug gut zu erreichen aus den angrenzenden fränkischen Regionen. Das empfiehlt sich vor allem dann, wenn man den ein oder anderen Glühwein trinken will – in Tschechien gilt nämlich eine 0,0-Promille-Grenze am Steuer.  

Übrigens: Alle Weihnachtsmärkte in Franken gibt es hier im Überblick! 

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