Die "Lebensregion Plus" ist die kommunale Allianz der Städte und Gemeinden Knetzgau, Sand, Zeil, Rauhenebrach, Oberaurach, Ebelsbach, Eltmann, Stettfeld, Kirchlauter und Breitbrunn. Sie wurde im Jahr 2007 gegründet und repräsentiert über 30 000 Einwohner. Im vergangenen Jahr fand an zwei Terminen eine Evaluierung statt. Dort haben die beteiligten Kommunen neue Ziele erarbeitet, aber auch eine kritische Bestandsaufnahme des Ist-Zustands vorgenommen. Dabei wurde auch externer Rat eingeholt.

Positiv war, dass interessante Projekte umgesetzt wurden. So wurden Standortbroschüren und Flyer erstellt. Weitere Projekte waren die Themenwege in Kirchlauter, der Bewegungsparcours, das Künstlersymposium, die Erstellung von Wander- und Radkarten, das Abt-Degen-Weintal, das Trekkingerlebnis Steigerwald, der Europäische Kulturweg Fatschenbrunn oder das Leerstandsmanagement. Mit Ulla Schmidt wurde eine Regionalmanagerin eingestellt, die sehr gute Arbeit leistet.

Dennoch gebe es ein großes Manko, sagte Bürgermeister Stefan Paulus (CWG, SPD) während der Knetzgauer Gemeinderatssitzung am Montagabend: Die Versuche, die Bürger sowie die zehn Gemeinde- und Stadtratsgremien stärker einzubinden, seien nicht sehr erfolgreich gewesen. Paulus schlug daher vor, mit Beginn der Wahlperiode ab diesem Jahr aus jeder Mitgliedskommune eine von der Einwohnerzahl abhängige Zahl an Allianzbeauftragten zu benennen, die in regelmäßig tagenden Versammlungen über die laufenden Projekte informiert werden und sich einbringen können. Jeweils drei Bürgermeister sitzen über drei Jahre diesem Gremium vor. Von 2020 bis 2022 sind dies Bernhard Ruß, Matthias Bäuerlein und Stefan Paulus. Kleine Gemeinden entsenden drei Beauftragte in das Gremium, mittelgroße Gemeinden bis 5000 Einwohner vier Beauftragte und große Gemeinden ab 5000 Einwohner fünf Beauftragte. Aus dem Gemeinderat Knetzgau sollen daher fünf Beauftragte in der nächsten Gemeinderatssitzung benannt werden, so Paulus.

Nicht ganz so alt wie die "Lebensregion Plus" ist das Bündnis für Familien und Senioren, das im Januar 2011 von Bürgermeister Paulus ins Leben gerufen wurde. Ziel war und ist es, Bürgern unabhängig von Alter oder Herkunft eine Möglichkeit zu bieten, Projekte in der Gemeinde, die das Zusammenleben verbessern sollen, mit Unterstützung von Kommune und Verwaltung umzusetzen. Hierfür wurde Thomas Zettelmeier eingestellt, dessen Arbeit weit über die Kommune hinaus anerkannt wird.

Regelmäßig besuchen auswärtige Kommunen, Bürgervereine oder soziale Einrichtungen die Gemeinde Knetzgau, um sich von diesem vorbildlichen Engagement ein Bild zu machen, so Paulus. Auch bei Förderanträgen hilft die Tatsache, dass die Bürger das Leben in ihrer Gemeinde mit beeinflussen und gestalten.

Zettelmeier wies in seinem Vortrag darauf hin, dass jährlich über 4000 Bürger den offenen Treff "Zur alten Tankstelle" in Westheim besuchen, um Kaffee zu trinken, die Krabbelgruppe, die Sitzgymnastik, den Strickkurs zu besuchen, das Filzen zu lernen oder am Spieleabend, dem Seniorennachmittag oder an Vorträgen teilzunehmen. Weitere Angebote sind der Computerkurs in Knetzgau, der Bürgerbus sowie der Freundeskreis Asyl. Zahlreiche Veranstaltungen wie der Kinonachmittag, die Müllsammelaktion, der musikalische Nachmittag, Lagerfeuer, die Apfelsammelaktion, Bücherbörse und Mitfahrbänke runden das Angebot ab. Insgesamt wurden circa 435 Veranstaltungen im Rahmen des Bündnisses für Familien und Senioren abgehalten. Das zehnte Jubiläum soll am 6. März kommenden Jahres gefeiert werden.

Bürgermeister Paulus informierte das Gremium über anstehende Reparaturen im Trinkwassernetz Oberschwappach und Westheim. Instandhaltungsarbeiten fallen am Rats- und Kultursaal Knetzgau an, dem alten Rathaus Knetzgau und dem Feuerwehrhaus Knetzgau sowie im Kindergarten Oberschwappach, dem Schloss Oberschwappach und der Kläranlage in Hainert.

Der japanische Staudenknöterich macht sich seit zwei Jahren im Gemarkungsbereich Knetzgau breit. Er verhält sich äußerst aggressiv gegenüber anderen Pflanzenarten, so dass die Gemeinde eine Bekämpfung mit einem Unkrautvernichtungsmittel in Erwägung zieht.