Nach der Diskussion im Kreisausschuss vergangene Woche und den Vorwürfen, die dabei gegenüber dem Eberner Stadtrat erhoben wurden, ist für Stimmung gesorgt. Was zunächst ein statisches Problem war, ist mittlerweile zum politischen Konflikt ausgeufert - zum Disput zwischen Parteien und regionalen Eifersüchteleien.

Die Welle der Empörung schwappte nicht nur bei Eberns Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) hoch, als er lesen musste, der Kreisausschuss solle dem Stadtrat "befehlen", endlich eine Standortentscheidung zu treffen.
Denn: Die gibt es längst. Im Januar 2012 legte sich der Stadtrat auf den bisherigen Standort fest und verband damit auch die Pläne, den vorhandenen Bahndamm abzutragen, um Freiraum zu schaffen. Der Entscheidung für den alten Platz ging ein Abwägungsprozess voran, in dessen Verlauf auch Alternativ-Standorte auf ihre Tauglichkeit abgeklopft worden waren.

Letztlich folgte Eberns Stadtrat den Wünschen der befragten Schulleiter und Vereinsvorsitzenden, die sich in einer Umfrage eindeutig für den Bereich zwischen Real- und Grundschule ausgesprochen hatten. In der Folge hatten Stadtverwaltung und -rat sämtliche Planungen darauf abgestellt, die über die Städtebauförderung bis zur Regierung von Unterfranken reichen.

Einen Grundsatzbeschluss fasste der Stadtrat auch zur Frage, wer die Mehrkosten für Sonderausstattungen, die über die reine Schulnutzung hinaus gehen, übernimmt: Bezahlt wird der Komfort aus dem Stadtsäckel. Dazu gibt es sogar schon einen Vereinbarungsentwurf, der zwischen Landrat Rudolf Handwerker (CSU) und Bürgermeister Herrmann abgestimmt wurde.

Zeitplan hat sich überholt

Der ursprüngliche Zeitplan, den Handwerker verkündet hatte und der mit einem Kopfsprung ins Becken an seinem letzten Amtstag (30. April 2014) hätte enden sollen, war dabei längst überholt. Erst zog sich die Zuschusszusage der Regierung von Unterfranken für einen Neubau in die Länge, dann tauchte die Notwendigkeit zur europaweiten Ausschreibung wegen des Investitionsvolumens auf.

Ein auch schon angedachter, früherer Abrisstermin in den Ferien ließ sich schon deshalb nicht einhalten, weil nicht bedacht worden war, dass sich auch die Heizung für die Realschule im Hallenbadgebäude befindet.

Das war der Sachstand bis zur Jahreswende. Dann ließ Wilhelm Schneider (CSU) als Kreisrat anklingen, dass das gewünschte - und abgestimmte - Raumprogramm für den Hallenbad-Neubau am angestammten Platz möglicherweise nicht umsetzbar ist, was im Kreisbauamt vorher bejaht worden war.

Neu kamen nun auch Expansionsgelüste der Realschule hinzu, weswegen erneut die Fläche an der Coburger Straße ins Blickfeld rückte, und auch das Gelände des Tennisclubs ins Gespräch gebracht wurde.
Weitere Aufschlüsse erhoffen sich die Verantwortlichen in Landratsamt und Rathaus von den Entwürfen der drei Planungsbüros, die im Rahmen eines Wettbewerbes ihre Vorschläge unterbreiten sollen, die am 20.März fertig sein müssen.

Abgesehen davon, dass beim Zuschlag für die Fläche an der Coburger Straße das DFB-Minispielfeld weichen müsste, sollten die Planer auch den Angerbach nicht aus dem Blickfeld verlieren, der die ausgeguckten Flächen in Rohren und im Untergrund durchströmt. Denn wie sagte Kreisrat Wilhelm Schneider jüngst: "Ein Hallenbad kann man nicht auf zwei Etagen bauen."

In seltener Eintracht suchen daher Bürgermeister Robert Herrmann und SPD-Stadtratssprecher Jürgen Hennemann den Schulterschluss, finden Ebern "stiefmütterlich behandelt".

Hennemann, Eberns einziger Vertreter im Kreisausschuss, war bei der Sitzung in der letzten Woche aufgrund anderer Verpflichtungen verhindert, sonst hätte es die aktuellen Irritationen sicher nicht gegeben, auch wenn die SPD-Kreistagsfraktion erst wenige Tage vorher die Lage bei einem Ortstermin an der Eberner Hallenbad-Ruine sondiert hatte.

Eberns Bürgermeister drohte in einer ungewohnt emotionalen ersten Reaktion mit einem "Übertritt in den Landkreis Bamberg", was sicher nicht ernst gemeint war, weil kommunalrechtlich gar nicht möglich: Das Eberner Stadtgebiet grenzt in nicht einem Punkt an den Kreis Bamberg an und die Zeit der Exklaven ist längst vorbei.

"Versammelte Inkompetenz"

Die Bemerkung von der "versammelten Inkompetenz" dürfte da schon nachdrücklicher gemeint sein vom Mann, der sonst eher die Nachhaltigkeit preist.

Dennoch bietet Herrmann, wie auch die Stadtratsmehrheit, eine weiterhin kooperative Zusammenarbeit mit den Kreisgremien an, wenn sich durch den Architektenwettbewerb bis zum 20. März herausstellen sollte, dass eine Machbarkeit am alten Standort nicht möglich ist und der Hallenbad-Neubau an anderer Stelle umgesetzt werden muss.