"Schön, dass wir auch in Ebern die Kunst der hohen Bamberger Musiker genießen können", begrüßte Pater Rudolf Theiler das Publikum am Dreikönigstag in der Stadtpfarrkirche St. Laurentius. Zuhauf kamen die Menschen, die an diesem kalten Winterabend die Musik von Lutz Randow, dem Solotrompeter der Bamberger Symphoniker, und Dekanatskirchenmusiker Wolfgang Schneider hören wollten.

Das Duo von Orgel und Trompete hatte sich nicht rein zufällig zusammengefunden und die Stadtpfarrkirche in Ebern als Plattform genutzt. Bereits Ende des vergangenen Jahres haben die beiden in der Konzertreihe "klangkunst" eine festliche Silvestergala in der Kirche in Grafenrheinfeld gestaltet.
"Lutz Randow war sofort dabei", meinte Wolfgang Schneider, "als ich ihn fragte, ob er denn auch in Ebern auftreten würde." Denn Lutz Randow liebt Live-Konzerte: "Da kann man einfach jeden Moment hören und spüren."

Für einen guten Zweck

Zusammen spielten die beiden Profis an diesem Abend nicht nur Werke von Johann Sebastian Bach und Gabriel Fauré für den Nachwuchs. Denn: Der Solotrompeter Randow und der Dekanatsmusiker Schneider verzichteten auf ihre Gage und veranstalteten ein Benefizkonzert für junge Leute, die in der Kirchengemeinde derzeit in musikalischer Ausbildung sind.

Randow hatte mehr als nur die Konzerttrompete im Gepäck, bei der er "eigentlich zuhause ist". Mit der Barocktrompete und einer Sonate von Georg Philipp Telemann eröffnete er in Begleitung von Wolfgang Schneider das Festkonzert. Der volle und warme Ton seines Corno da caccia, was aus dem italienischen übersetzt auch "Jagdhorn" bedeutet, breitete sich unaufhaltsam mit der Bachkantate "Komm Jesu, komm zu deiner Kirche" unter dem Sternenhimmel der Kirchendecke aus.

Mit Liebe zum Adagio

Organist Schneider sagte einst, er sei ein Mensch, "für den die Adagios in der Musik nie enden müssten". Er liebt die ruhige Musik. Doch bei dem Dreikönigskonzert in der Stadtpfarrkirche am Dienstag bestand er nicht auf seinem persönlichen Geschmack, sondern zog wirklich alle Register der Königin der Instrumente. Die Kompositionen bewegten sich in einem Wechselbad der Gefühle zwischen einem Fortissimo und einem Pianissimo. Hervorzuheben ist hierbei besonders der solistische Auftritt von Schneider mit der "Rhapsodie sur des Noels" von Eugène Gigout.

Nicht wenige Klassiker bescherte das Duo von Lutz Randow und Wolfgang Schneider dem Publikum bei dem Konzert in Ebern. Einer sei aber besonders hervorzuheben: "Pavane" op. 50 von Gabriel Fauré. Die Musik der kleinen Formen war der Schwerpunkt des französischen Komponisten, der erst 1924 verstorben ist. Sehr schnell gewann das Stück einst an Popularität. In der Szene wird diese leicht anklagende und geheimnisvolle Melodie, meisterhaft vorgetragen von Lutz Randow in Begleitung von Wolfgang Schneider auch als "Ohrwurm" bezeichnet.