Einen Vorwurf muss sich die Kreisstadt immer wieder gefallen lassen: Bei euch ist nichts los, da werden am Abend die Gehsteige hochgeklappt!

Das stimmt zwar nicht ganz, aber es ärgert die Haßfurter, und es könnte sich bald ändern. Die Café Kölsch GmbH, die im benachbarten Schweinfurt bereits eine Event-Gaststätte mitten in der Stadt sowie den Stadtstrand betreibt, möchte die alte Güterhalle am Haßfurter Bahnhof in eine Event-Gastronomie umbauen. 400 000 Euro sollen investiert werden, kündigten Ramon Hümmer und Leonid Rosa, beide von der Café Kölsch GmbH, am gestrigen Freitag an. Sie stellten zusammen mit dem Bürgermeister Günther Werner (FW) das Projekt vor.

Die alte Güterhalle ist ein dominierendes Gebäude am Bahnhof. Sie wurde zuletzt als Verteilzentrum von einem Versand genutzt. Das Gebäude gehört der Stadt, und die Café Kölsch GmbH hat jetzt in Erbbaupacht die Nutzungsrechte übernommen, wie Hümmer schildert.

Bürgermeister Günther Werner war schon immer klar: "Aus der Güterhalle muss etwas gemacht werden." Es gab Überlegungen, die Fühler wurden ausgestreckt und schließlich der Kontakt mit der Café Kölsch GmbH hergestellt. Und das war erfolgreich. Das Unternehmen will in Haßfurt einsteigen und eine Event-Gastronomie etablieren. Im großen Hauptgebäude ist der knapp 200 Quadratmeter große Gastraum geplant, im kleinen Anbau (in Richtung Bahnhof) wird ein Büro vorgesehen und in der an das Hauptgebäude angebauten Halle (in Richtung "Schwarze Brücke") ist ein Lager mit Kühlraum angedacht. Ramon Hümmer versichert: "Wir werden den Charakter bewahren." Das heißt, die Güterhalle soll in ihrer äußeren Form erhalten werden.

Natürlich muss aber vor allem innen einiges eingebaut, installiert und modernisiert werden, damit die Güterhalle zu einem Betrieb wird, in den gerne Gäste kommen. Und Fenster sollen Licht in die bislang dunkle Halle bringen. Auch für die Sicherheit muss etwas getan werden. Nahe an der Güterhalle liegen die Gleise der Bahnlinie Bamberg-Schweinfurt. Damit nichts passieren kann, "hat die Bahn Vorgaben gemacht", erläutert der Bürgermeister. Konkret bedeutet das: Es muss wohl ein Zaum errichtet werden.

Die Betreiber möchten die zukünftige Gaststätte an den Freitagen und Samstagen öffnen sowie an den Tagen vor Feiertagen. Um den Betrieb in Haßfurt zu ermöglichen, will die Café Kölsch GmbH ihr Stammpersonal von drei auf vier Mitarbeiter aufstocken. Zusätzlich sollen 20 bis 30 Aushilfskräfte (450-Euro-Basis) eingestellt werden. Der Startschuss fällt im Oktober.

Ramon Hümmer und Leonid Rosa können sich vorstellen, ihre Räume auch für Musikkonzerte, Kinovorstellungen oder eine Lesung sowie für private Feiern (Hochzeiten) bereitzustellen. In Haßfurt dürfte in naher Zukunft auf jeden Fall bald mehr los sein. Die Stadt kann's vertragen - das meint sogar der Bürgermeister.