Die vergangenen Wochen haben Spuren bei Alexander Dürbeck, dem Vorsitzenden des FC Augsfeld, hinterlassen. In seiner Stimme klingt Trauer mit: Die Entscheidung, die erste Mannschaft seines FC Augsfeld aus der Landesliga Nordwest abzumelden, fiel ihm alles andere als leicht. "Wir haben uns vereinsintern Gedanken gemacht, und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir den finanziellen und personellen Aufwand für die Landesliga nicht mehr stemmen können", sagt Dürbeck.

Vor knapp zwei Wochen gab es ein Gespräch mit dem damaligen Trainer Dieter Schlereth. Die Vereinsspitze teilte ihm die Entscheidung mit, dass sie die erste Mannschaft zum Saisonende aus der Landesliga zurückziehen wolle. Mit dieser sportlichen Perspektive war Schlereth nicht einverstanden und erklärte einen Tag später seinen Rücktritt. "Dann kam etwas ins Rollen", sagt Dürbeck. Zahlreiche Spieler waren durch die Aussicht demotiviert und folgten dem Beispiel ihres Übungsleiters. "Insgesamt haben bereits zwölf Spieler den Verein verlassen. Manche sind zu ihrem Heimatverein zurückgekehrt, andere sind noch vereinslos", erklärt Dürbeck. Da nun keine komplette Mannschaft mehr zur Verfügung steht, musste der Verein das Team bereits vor dem Start der Rückrunde abmelden.

Aus sportlicher Sicht könne er verstehen, dass viele Aktive gehen wollten, sagt Dürbeck. Aber: "Es tut mir im Herzen weh, dass einige Spieler diese Entscheidung getroffen haben." Die Situation sei trotz allem harmonisch und freundschaftlich gewesen, weshalb er nicht nachvollziehen könne, warum zwölf Mann den Verein im Stich lassen. Trotz allem habe man den Spielern "keine Steine in den Weg gelegt".

Die finanzielle Situation sei indes nicht optimal, aber gefestigt. Für die Landesliga fehlten aber auf lange Sicht die Mittel. Kosten für Schiedsrichter, Verband, Busfahrten, Gehälter und Transfers seien zu hoch für einen kleinen Verein. Um den Aufwand zu decken, sind viele kleine Veranstaltungen nötig, wie etwa der FC-Brunch, das Oktoberfest oder das Weinfest. "Dafür braucht man natürlich viele Helfer - und bei wenigen Mitgliedern kommen viele oft an die Reihe", erklärt Dürbeck. Das sei nun nicht länger zumutbar gewesen. Hinzu komme, dass zahlreiche Mitglieder mit dem Weg des Vereins in den vergangenen Jahren nicht einverstanden waren und sich abwandten. Viele von ihnen seien aber offenbar bereit, bei einem Neuanfang mitzuwirken.

Neustart in der Kreisliga

In der kommenden Saison startet der FC Augsfeld also in der Liga, in der seine zweite Mannschaft kickt. Im Moment spielt die Reserve in der Kreisliga, steckt allerdings im Abstiegskampf. "Wenn wir die Klasse halten, dann geht es in der Kreisliga los, wenn nicht, dann starten wir eben in der Kreisklasse", sagt Dürbeck.

Geplant war, dass die Mitglieder bei der Versammlung am kommenden Samstag, 1. Februar, über die Zukunft des Vereins mitentscheiden können. Nachdem sich aber viele Spieler bereits abgemeldet haben, steht der Entschluss fest - die erforderlichen Anträge liegen dem Bayerischen Fußball-Verband bereits vor. Durch den Rückzug des FCA wird die Tabelle der Landesliga bereinigt - der FC Sand verliert somit sechs Punkte und rutscht auf Rang 6.