Erneut hat sich der FC Sand gegen eine Spitzenmannschaft der Fußball-Bayernliga Nord achtbar aus der Affäre gezogen, stand am Ende aber ohne etwas Zählbares da. Die Sander unterlagen im heimischen Seestadion in einer bis zum Ende spannenden Partie dem Tabellenzweiten Viktoria Aschaffenburg mit 2:3. Gästetrainer Jochen Seitz jubelte nach dem Schlusspfiff: "Ich bin überglücklich, dass wir hier in Sand gewonnen haben."

Fußballerisch stand die spannungsgeladene Begegnung auf einem hohen Niveau. Spielerisch war der Gast, bei dem Björn Schnitzer eine herausragende Rolle spielte, dem FC in einigen Punkten voraus. Doch der Sander Trainer Uwe Ernst hatte seine Mannschaft gut eingestellt, die kämpferisch dagegenhielt und sich aufgrund ihrer Tormöglichkeiten mindestens einen Zähler hätte sichern können. Das Spiel begann mit einem Paukenschlag, denn bereits in der 4. Minute ging der FC Sand in Führung. Nach einem schönen Spielzug, ausgehend von Florian Gundelsheim über Tevin McCullough und einer Eingabe von Dominik Schmitt, hielt Gundelsheimer den Fuß hin und traf zum 1:0. Wenige Minuten später hatten die Hausherren nach einem Freistoß von Dominik Leim durch Danny Schlereth eine weitere Kopfballchance.

Sehr unglücklich, weil nicht unhaltbar, musste die Heimelf in der 15. Minute das 1:1 hinnehmen. Schnitzer schoss einen Freistoß von der rechen Seite ins kurze Eck. In der Folge spielte die Viktoria sehr stark nach vorne. Die Gäste, bei denen fast alles über den herausragenden Schnitzer lief, hatten einige Möglichkeiten zu weiteren Treffern. Insgesamt stand die Sander Defensive jedoch gut, und Sebastian Wagner sowie Danny Schlereth hatten ebenfalls Gelegenheiten zum Torabschluss.


Viele Sander Chancen

Ärgerlich für Sand kam Aschaffenburg in der 50. Minute zum 1:2. Ein Freistoß von Schnitzer wurde zu ihm zurück abgewehrt. Bei seinem zweiten Versuch wurde der Ball von Andre Schmitt abgefälscht, berührte noch den Pfosten und trudelte ins Netz. Sand antwortete mit starkem Offensivdruck. Ein Weitschuss von Dominik Schmitt (53.) verfehlte sein Ziel knapp. Nach einem Steilpass zögerte Tevin McCullough einen Moment zu lange (55.), und ein Kopfball von Gundelsheimer (60.) ging vorbei. Statt dessen erhöhten die "Ascheberger" in der 61. Minute unter dem Jubel ihres lautstarken Anhangs auf 1:3. Ausgangspunkt war ein Eckstoß für Sand, den der Gast abfing. In abseitsverdächtiger Position kam Aydin an den Ball, überlupfte einschließlich des aus seinem Tor geeilten Schlussmanns Stober drei Sander und schob ins leere Tor ein.

Respekt verdiente die Sander Mannschaft, dass sie auch nach diesem Rückstand nicht aufsteckte und durch Stefan Nöth-ling (75.), den eingewechselten Christopher Gonnert (78.) und Dominik Leim (80.) erstklassige Gelegenheiten besaß. Als Gonnert nach einer Ecke von Wagner in der 83. Min. aus kurzer Distanz der 2:3-Anschlusstreffer gelang, hatte Aschaffenburg nochmals bange Minuten zu überstehen. Wie sehr die Gäste unter Druck standen, zeigte ihr übertriebenes Zeitspiel. Schiedsrichter Grimmeißen ließ dennoch keine Minute nachspielen, sondern pfiff unter lautstarkem Protest der Zuschauer noch innerhalb der regulären Spielzeit ab, bevor die Sander einen Freistoß ausführen konnten.

FC-Trainer Uwe Ernst sagte: "Viktoria Aschaffenburg war der erwartet schwere Gegner. Trotzdem hatten wir unsere Chancen. Oft fehlte nur ein Schritt, oder der Torwart parierte stark. Für den enormen Aufwand, den wir betrieben haben, hätten wir einen Zähler verdient. Dem 1:3 ging aus meiner Sicht ein klares Abseits voraus, der 2:3-Anschlusstreffer kam etwas zu spät. Zur Schiedsrichterleistung sage ich nichts."