Die Ortsteile der Marktgemeinde wappnen sich - nicht nur für den Anschluss ans schnelle und weltweite Internet, sondern auch für Feste und Gäste. Jedes Dorf soll nach dem Willen des Marktgemeinderates sein eigenes Wappen erhalten. Die entsprechenden Vorschläge stellte Kreisheimatpfleger und Heraldiker Günter Lipp in der Sitzung am Montagabend im Rathaus vor.

Dabei ging Lipp ausführlich auf seine Überlegungen und Vorgehensweise ein. "Ich habe überlegt, was die Eigenarten eines jeden Ortes sind und daraus eine Auswahl getroffen, um diese in heraldische Bilder umzusetzen." Und wie die sein müssen, schob er gleich nach: Einfach, schön, korrekt und einmalig.

Um dies zu erreichen, flössen Anregungen aus dem Ortsnamen, der Geschichte, der Lage und Besonderheiten ein. Die sieben Ortsteile von Rentweinsdorf lieferten dazu Vorgaben, die "recht originelle Ergebnisse", so Lipp über sein Werk, zustanden kommen ließen.

Einsetzen ließen sich Dorfwappen, so seine Erfahrung aus den Eberner Stadtteilen, auf Feuerwehr-Uniformen und -heimen, auf Vereinsabzeichen, Festschriften, Plakaten, Urkunden, Einladungen.
Die Entwürfe, die er vorstellte, seien noch nichts Endgültiges. "Da lässt sich noch viel ändern."

Die Sendelbacher hätten seinem Entwurf dabei schon im Oktober 2015 zugestimmt. Für Losbergsgereuth habe er noch schnell zum Feuerwehr-Jubiläum ein Wappen fertiggestellt. "Das ziert ja auch schon das Feuerwehrhaus."

Die Erklärung lieferte Lipp nun nach: Ein Zelt auf einem Berg mit Harke. "Das Zelt steht für den Aufenthalt der französischen Revolutionsarmee im Bergdorf und das fällt ins Auge."
Selbst nicht ganz sicher war sich Lipp, ob es für Ottneuses eines eigenen Wappens bedarf, oder ob es mit Losbergsgereuth kombiniert werden sollte?

Einen Vorschlag hat er für Ottneuses dennoch ausgearbeitet: Mit Lilie als Symbol für die Marien-Statue im Ort sowie einem nachgeahmten Flachbeil, da so ein Fund aus der Jungsteinzeit belegt ist.


Lindenblätter als Straßensymbol

Lindenblätter dominieren im Entwurf für Lind, die in zwei Reihen angeordnet als Hinweis auf die via regia stehen, die dereinst durchs Dorf führte. Dazu ein Eichenblatt in Erinnerung an die 1979 gefallene uralte Dorfeiche. Ein ortsbild-prägender Baum ziert auch das Wappen für Salmsdorf: die (Gerichts-)Linde mit den umstehenden Säulen.

Für Treinfeld schlug Lipp das Torhaus und ein Mühlrad vor, für Gräfenholz ein Baunach-Symbol samt neun Lilien als Hinweis auf die Grafen von Truhendingen.

Die Skizzen stammen alle aus Lipps Feder, könnten aber von einem Profi in Perfektion ausgearbeitet werden. "Was kostet's?", wollte Willi Andres (CSU) wissen. "Ich verlange 200 Euro, vom Grafiker käme eine extra Rechnung."

Kurt Weißheimer (ÜWG) mochte sich mit dem Ottneuseser Flachbeil nicht anfreunden. "Das ist schlecht zu erkennen. Das sollten Sie um einen Stiel ergänzen." Stefan Horn (CSU) fand das Treinfelder Torhaus fast zu detailliert wiedergegeben.

Auf Helmut Grells Anregung - "wollen wir die Leut' dazu nicht befragen?" - wurde beschlossen, die Wappen in einer Bürgerversammlung vorzustellen. Die soll bald geschehen, denn: "Die neuen Wappen sollen in die neue VG-Broschüre, die im Herbst rauskommt," so Günter Lipp. Bis dahin will er auch Pfarrweisach fertig haben.