Auf der Zielgeraden nochmals Gas gegeben: Nun setzt sich auch der Eberner CSU-Ortsverband in einer Petition an alle Mitglieder des Kreistages für eine Wiedereinführung der EBN-Altkennzeichen ein. Nach den heftigen Protesten bei der CSU-Mitgliederversammlung vergangene Woche wurde dies in einer eilends anberaumten Sitzung des geschäftsführenden Vorstandes, an der auch Vertreter einiger Nachbarortsverbände teilnahmen, beschlossen.

Mit von der Partie war auch Landratskandidat Wilhelm Schneider, der einen Sinneswandel verriet. "Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass HAS für Haßberge und nicht für Haßfurt steht, aber ich akzeptiere die Meinung vieler Bürger und werde dies bei der Abstimmung im Kreistag am Montag berücksichtigen", signalisierte Schneider Zustimmung. " Die Wünsche vieler Leute haben mich überzeugt."

Ortsvorsitzende Gabi Rögner erkannte darin die Umsetzung des Parteislogans "Näher am Menschen". Gleichzeitig versicherte sie, dass die mögliche Wiedereinführung von EBN- und HOH-Kennzeichen keinesfalls als "Separatismus" interpretiert werden sollte.

Vielmehr wünsche man sich im Eberner Raum die Gleichbehandlung mit umliegenden Landkreisen. "Ich habe sowieso nie verstanden, dass eine Entscheidung, die auf Bundesebene getroffen wurde, bis nach ganz unten delegiert wurde."

Weiter verwies Rögner auf die Ergebnisse einer Studie der Hochschule Heilbronn, wonach mit den Altkennzeichen ein kostenloses Marketing-Instrument zur Verfügung stehe, das auch zu mehr Identifizierung mit den Heimatorten führe.

Interesse bei jungen Leuten
Der Kreisvorsitzende der Jungen Union, Fabian Weber, erinnerte daran, dass die Umfrage-Ergebnisse gezeigt hätten, dass gerade die Altersgruppe der jungen Autofahrer von der Sehnsucht nach diesen Kennzeichen, die sie nur noch von alten Treckern her kennen, getrieben sei. Webers Fazit: "Das ist ein Bürgerwunsch, der schnell umsetzbar ist und nichts kostet."

Rudi Kaspar, ein eifriger Verfechter der EBN-Idee, unterstrich, dass "keiner das alte Kreisgebiet zurück will, aber für die Identifikation wäre das schon eine feine Sache". Kaspar: "Ein bisschen Lokalpatriotismus darf schon sein, zumal ja aufs Schild in jedem Fall die Zulassungsplakette des Landratsamtes Haßberge kommt."

Daher plädierte Kaspar dafür, die "Sache nicht zu verbissen zu sehen". Und weiter: "Man macht den Bürgern eine Freude, wenn's von oben her möglich eröffnet wird und die Leute zahlen ja noch freiwillig dafür. Das ist ein Geschenk für den, der's will."

Positive Aspekte machte Kaspar auch für die Eberner Tourismus- und Werbegemeinschaft aus, während Thomas Limpert den Deutschen Burgenwinkel als Profiteur ausmachte. "Jeder fragt sich doch, wo kommt das EBN-Kennzeichen überhaupt her?"

Druck der Straße?
Gundi Schmitt regte noch an, das anstehende Kasernenfest am Sonntag für eine Unterschriftensammlung zu nutzen. Manfred Fausten unterstrich die Vorgabe der Freiwilligkeit. "Wer kein EBN-Kennzeichen will, kann doch jederzeit sein HAS-Schild behalten."

Seit dem Aufflammen der Debatte haben Fausten "wahnsinnig viele Nachfragen" ereilt und für den Fall einer Ablehnung im Kreistag menetekelte Fausten: "Wenn's schief geht, kommt noch mehr nach", prophezeite er mit Blick auf die anstehenden Wahlen.

Auch der Rentweinsdorfer CSU-Ortsvorsitzende Willi Andres meinte, dass "man nicht aus Prinzip dagegen sein sollte, sondern die Leute getreu unserem Parteimotto mitnehmen sollte".