Christiane ReutherDer Internationale Museumstag hat am Sonntag viele Interessenten zu den Ausstellungen im Landkreis Haßberge gezogen. Der internationale Museumstag gewährte unter dem Motto: "Spurensuche. Mut zur Verantwortung" einen kostenfreien Zutritt zu 17 Museen und Sammlungen im Landkreis. Beispiele dafür sind das Heimatmuseum in Eltmann oder die Ausstellungen im Schloss Oberschwappach.
Gut besucht war das Heimatmuseum Eltmann an seinem ersten Öffnungstag. Immer mit dem Internationalen Museumstag startet das Heimatmuseum mit einem kleinen Fest in die neue Saison. Die Mitglieder des Trägervereins haben in den vergangenen Wochen den üblichen Frühjahrsputz gemacht, ein bisschen umgeräumt und konnten den Besuchern am Sonntag manches Schätzchen präsentieren, das vom Alltag früherer Zeiten erlebt.
Im Heimatmuseum können die Besucher hautnah erleben, wie aufwendig es früher war, Wäsche zu waschen, Lebensmittel zu produzieren, zu verarbeiten und haltbar zu machen - und wie findig die Menschen waren, sich alle diese Dinge zu erleichtern. Viele interessante Geschichten wissen die Vereinsmitglieder zu erzählen, ob aus der Landwirtschaft oder den Steinbrüchen - und natürlich aus der Schulstube, die im Museum so original erhalten ist.
Wer das Heimatmuseum besuchen möchte, kann Museumsleiter Willi Lediger telefonisch kontaktieren unter 09522/1000. Näheres gibt es auch unter www.heimatmuseum-eltmann.byseum.de.


Geschichte im Fokus

Szenenwechsel. Nun geht's ins Schloss Oberschwappach: "Es ist interessant", kommentiert Holger Füglein beim Anblick von drei antiken Schachfiguren. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Maria besuchte der Humprechtshäuser am Sonntagnachmittag das Museum Schloss Oberschwappach.
Auch wenn jedes Museum ein lohnendes Ziel ist, haben sich Maria und Holger Füglein das Museum im Schloss Oberschwappach auserkoren, um sich über die Fakten der Geschichte mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu informieren.
"Sich Zeit nehmen für ein Museum", war das Ziel der Eheleute, die sich tief beeindruckt zeigten von dem breit gefächerten Spektrum der Museumsarbeit mit all den Zeugnissen eines kulturellen Erbes in den verschiedenen Räumen des Schlosses.


Führungen zum Nulltarif

Mit zwei kostenfreien Führungen verwies Elisabeth Ambros, Mitglied im Verein Museum Schloss Oberschwappach, zunächst im Gewölbekeller des Schlosses auf die umfangreiche archäologische Sammlung. Unter den prähistorischen Funden sticht ein altes Schachspiel ins Auge. Drei Schachfiguren, ein Läufer, Bauer und Springer sowie Fragmente eines weiteren Läufers aus dem 10. bis 12. Jahrhundert sind unter der Vitrine angeordnet.
Die Schachfiguren, deren Originale im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg stehen, wurden 1956 von Paul Hinz am "Heidenschloss" bei Zell am Ebersberg gefunden.
Die Zeit des Barock endet im Gewölbekeller mit der Glashütte in Fabrikschleichach und führt weiter zur Ausstellung im Erdgeschoss.
Hier sind in acht barocken Räumen des Ostflügels weit über 130 Kunstwerke aus den Sammlungen der Diözese Würzburg zu bestaunen. Die Kunstwerke zeugen vom vielfältigen und reichen künstlerischen Schaffen des 17. und 18. Jahrhunderts.


Der letzte Abt

In der sogenannten "Kapelle" des Schlosses ist ein Originalstück von Abt Eugen Montag zu bewundern. "Der letzte Ebracher Abt hatte es verstanden, seinen Ruhesitz in Oberschwappach zu bekommen", ging Elisabeth Ambros zunächst auf das Leben des letzten Ebracher Zisterzienser Abtes ein, der auch in Oberschwappach verstarb.
Die Museumsführerin hob unter anderem einen Reliquienschrein mit Standkreuz und zwei Reliquienpyramiden aus der zeit um 1803 hervor. Sie stammen aus dem Nachlass des Abtes und zieren nun den barocken Raum als Dauerleihgabe aus dem Familienbesitz von Eugen Petzold.
Darüber hinaus gewährte der Galerist Egon Stumpf quasi als dritte Museumsführung im Westflügel des Obergeschosses im Schloss Einblick in die aktuelle Ausstellung "lenz.komm", mit Werken von zehn Künstlern der Künstlergruppe "Eschenauer Runde".